Färben von Seide mit Naturfarben

Anleitung zum Färben von Seide mit Naturfarben 

Einer der vielen Vorteile der Seide liegt darin, dass diese sich sehr gut zum Färben eignet.

Im Handel gibt es spezielle Färbemittel für tierische Fasern wie eben Seide oder Wolle, allerdings besteht auch die Möglichkeit, auf natürliche, pflanzliche Farben zurückzugreifen.

 

 

Hier dazu eine Anleitung:

       

Prinzipiell gilt für das Färben mit Pflanzen, dass es kein allgemeingültiges Rezept gibt, denn jede Pflanze verhält sich etwas anders und selbst wenn mehrere Färbungen mit der gleichen Pflanze gemacht werden, können die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen.

Zum Färben benötigt wird in jedem Fall aber ein großer Topf, der so groß sein muss, dass sich die Seide darin frei bewegen kann.

 

       

Bei den Farbstoffen wird zwischen substantiven und adjektiven Farbstoffen unterschieden. Substantive Farbstoffe sind solche Farbstoffe, die keine Hilfsmittel benötigen, um sich mit der Seide zu verbinden, hierzu gehören beispielsweise Walnussschalen. Aus diesen Farbstoffen wird ein Sud hergestellt, in dem die Seide anschließend etwa eine Stunde lang gekocht wird. Die meisten natürlichen Farbstoffe sind allerdings adjektive Farbstoffe.

Damit sie sich dauerhaft mit den Seidenfasern verbinden können, benötigen sie eine Beize, das heißt, die Seide muss durch Beizen vorbehandelt werden. Die heutige gängigen Beizen sind Alaun, Pottasche oder Weinsteinsäure, die farblos sind und das Farbergebnis nicht beeinflussen. Zum Beizen wird beispielsweise Alaun in Wasser aufgelöst und die Seide eine Stunde lang darin gekocht.

       

Die Färbepflanzen können in aller Regel frisch oder in getrocknetem Zustand verwendet werden, wobei sich die benötigte Mende bei getrockneten Pflanzen etwa um die Hälfte reduziert. Werden frische Pflanzen verwendet, ist es ratsam, sie etwas zu zerkleinern, da sie so die Farbe besser und schneller abgeben.

Die Vorbereitung beginnt im Idealfall einen Tag vor dem eigentlichen Färben, indem die Pflanzen bereits dann in den Färbetopf gegeben und in Wasser eingeweicht werden. Als Faustregel gilt, dass der Topf etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt werden sollte.

       

Der Färbevorgang beginnt mit dem Freisetzen der Farbstoffe in den Pflanzen und dem Herstellen des Farbsudes. Dazu werden die eingeweichten Pflanzenteile in dem Einweichwasser für etwa eine bis drei Stunden gekocht. Danach gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann der Topfinhalt durch ein Tuch abgegossen werden.

Danach kommen die Flüssigkeit und die ausgekochten Pflanzenteile zurück in den Topf, wobei die Pflanzenteile allerdings in dem Tuch eingebunden werden. Die andere Möglichkeit ist, den Topfinhalt nicht abzugießen, sondern die Seide durch ein Tuch zu schützen.

Dies macht deshalb Sinn, da sich kleine Pflanzenteile ansonsten später nur umständlich von dem Stoff entfernen lassen.

 

       

Zum Färben bleibt die Seide etwa eine Stunde lang in dem kochendem Wasser, wobei sie ab und zu etwas bewegt werden sollte. Danach wird der Topf vom Herd genommen und die Seide bleibt solange in der Flüssigkeit, bis das Wasser kalt ist.

Da viele Pflanzen positiv auf UV-Licht reagieren, kann die Seide zunächst an der frischen Luft getrocknet werden. Danach wird sie in klarem Wasser ausgespült und mit einem Seidenwaschmittel oder in Haarshampoo ausgewaschen.

 

Hier eine Video-Anleitung zur Seidenmalerei mit Salz und Zucker:

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