Anleitung und Infos zum Nunofilzen

Anleitung und Infos zum Nunofilzen 

Beim Nunofilzen werden Seide und Wolle zu einem Gewebe miteinander verbunden. Dabei können mithilfe dieser Technik unterschiedlichste Textilien angefertigt werden, feine und leichte Gewebe ebenso wie eher dicke Gewebe und Gewebe mit einer glatten Oberfläche ebenso wie Gewebe mit einer deutlich strukturierten Oberfläche.

Das Nunofilzen selbst ist recht einfach und es werden auch nur wenige Materialien benötigt. Wichtig ist aber, eine Seidenart zu verwenden, die nicht zu dicht gewebt ist.  

 

Die Wolle muss durch die Seide hindurchgefilzt werden, damit die Verbindung entsteht. Je lockerer die Seide gewebt ist, desto einfacher, schneller und besser lässt sich dieser Vorgang bewerkstelligen. Sehr gut geeignete Seidenstoffe für das Nunofilzen sind daher beispielsweise Chiffon, Organza oder Georgette.

 

 

Wer diese Technik nun auch einmal ausprobieren möchte, findet im Folgenden eine Anleitung sowie die wichtigsten Infos und Tipps zum Nunofilzen:  

 

Die benötigten Materialien

Für das Nunofilzen werden folgende Materialien und Utensilien benötigt:

 

·  Seide; zu beachten hierbei ist, dass der Stoff durch das Filzen um ein gutes Drittel schrumpft, die fertige Arbeit also um einiges kleiner ist als das ursprüngliche Seidenstück.

·   Wolle; in den meisten Fällen wird Märchenwolle verwendet. Märchenwolle ist hochwertige Schurwolle, die in den unterschiedlichsten Farben angeboten wird. Alternativ eignen sich für das Nunofilzen aber auch gekämmte Schafwolle und Strangwolle.

·   2 Stücke Luftpolsterfolie in der Größe des Seidenstückes

·   ein Schwamm und eine Schüssel

·   Seifenlauge, die aus Wasser und flüssiger Seife angerührt wird 

 

 

Die Anleitung zum Nunofilzen

 

1. Schritt: die Vorbereitung

Bevor mit dem Nunofilzen begonnen wird, sollte zunächst einmal überlegt werden, wie die fertige Arbeit aussehen soll. Für ein feines und leichtes Gewebe wird nur wenig Wolle benötigt, die in hauchdünnen Lagen auf der Seide ausgebreitet wird.

Für ein eher dickes, festes Gewebe wird die Rolle in dünnen Wülsten, kleinen Kugeln oder etwas dickeren Schichten verarbeitet. Zudem spielt das gewünschte Muster eine Rolle. Wird Wolle in mehreren Farben auf der Seide ausgelegt, ergibt sich ein buntes, abstraktes Muster.

Um ein bestimmtes Muster mit konkreten Formen zu erzielen, wird die Wolle vorgeformt. Möglich ist übrigens auch, eigene Farbtöne zu kreieren. Dazu werden dünne Stränge von Wolle in zwei oder mehreren Farben nebeneinander gelegt und die Wollfasern so auseinandergezogen, dass sie sich in der Mitte zu einem neuen Strang verbinden.

Ist die Wolle vorbereitet, wird nun noch die Seifenlauge angerührt. Dazu wird ein Liter heißes Wasser in die Schüssel gegeben und mit einem Esslöffel flüssiger Seife vermischt.  

 

2. Schritt: der Filzvorgang

Nun wird ein Stück der Luftpolsterfolie ausgebreitet und darauf die Seide platziert. Dann wird die Seide mit den Wollfasern bedeckt, die so ausgelegt werden sollten, dass sie sich leicht überlappen. Generell gilt außerdem, dass das Filzen umso besser gelingt, je dünner die einzelnen Schichten sind. Ist die Wolle wie gewünscht auf der Seide verteilt, beginnt das Filzen.

Gearbeitet wird dabei mit zwei Techniken, nämlich zum einen mit der Reibe- und zum anderen mit der Rolltechnik. Begonnen wird mit der Reibetechnik und dafür wird der Schwamm zunächst in die warme Seifenlauge getaucht und auf den Stoff gedrückt. Wichtig hierbei ist, dass die gesamte Fläche gleichmäßig durchfeuchtet ist.

Nun wird solange mit den Händen und den Fingern in kleinen, kreisenden Bewegungen über die Fläche gerieben, bis sich die Wolle mit der Seide verbunden und etwas verfestigt hat. Ist dies der Fall, können weitere Wollschichten aufgelegt und nach dem gleichen Prinzip eingearbeitet werden. Zwischendurch wird die Arbeit dabei immer wieder neu befeuchtet. Ist die gesamte Wolle wie gewünscht eingearbeitet, geht es mit der Rolltechnik weiter.

Dazu wird die Arbeit mit dem zweiten Stück Noppenfolie abgedeckt und zu einer festen Rolle aufgewickelt. Wer möchte, kann die Rolle mit etwas Schnur fixieren, damit sie sich nicht versehentlich öffnet. Nun wird die Rolle kräftig hin- und hergerollt, massiert und gewalkt. An dieser Stelle ist auch etwas Geduld gefragt, denn es dauert seine Zeit, bis die Wollfasern das Seidegewebe richtig durchdrungen haben. Zwischendurch kann die Rolle immer mal wieder geöffnet werden, um das Ergebnis zu kontrollieren. Um eine glatte und ebene Oberfläche zu erhalten, wird die Rolle dabei dann für die nächste Runde in einer anderen Richtung aufgerollt. 

 

3. Schritt: die Fertigstellung

Nach dem Öffnen der Rolle wird die Arbeit einmal vollständig in die Seifenlauge getaucht, zurück auf die Noppenfolie gelegt und nun kräftig gerieben und gerubbelt. Dadurch verdichten sich die Wollfasern endgültig und die Seide schrumpft.

Gegen Ende kann die Arbeit auf der Arbeitsfläche auch richtig geknetet, gewalkt und aufgeschlagen werden, ähnlich wie bei der Herstellung von einem Hefeteig. Dann wird die Arbeit gründlich mit klarem, lauwarmem Wasser ausgespült, bis alle Seifenreste vollständig ausgewaschen sind. Ist die Oberfläche an einigen Stellen noch nicht fest und glatt genug, werden diese Stellen noch einmal mit Seifenwasser bearbeitet und erneut gerieben und gerubbelt.

Zum Schluss wird das Werkstück erneut ausgewaschen. Um die Arbeit zu neutralisieren und auch um sie zu pflegen und die Leuchtkraft der Farben zu verstärken, wird dem Wasser dabei beim letzten Spülgang etwas Essig hinzugefügt.

 

Weiterführende Handarbeiten und
Näharbeiten mit Seidenstoffen:
 

Thema: Anleitung und Infos zum Nunofilzen

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