Anleitung – ein selbstbemaltes Seidentuch rollieren

Anleitung: ein selbstbemaltes Seidentuch rollieren 

Seidentücher sind sehr beliebte Accessoires, die vielseitig einsetzbar sind und eigentlich immer gut aussehen, unabhängig davon, ob sie mit einem sportlich-legeren oder einem sehr eleganten und edlen Outfit kombiniert werden.

Nun sind vor allem qualitativ hochwertige Seidentücher jedoch mitunter sehr teuer.

Wer ohnehin Spaß daran hat, schöne Dinge selber zu machen und ein bisschen Kreativität und Phantasie mitbringt, kann sich aber behelfen, indem er seine Seidentücher einfach selbst gestaltet. Weiße Pongé-Seide oder Satin-Seide sind als Meterware vergleichsweise kostengünstig zu bekommen und um einen adretten Rollsaum anzufertigen, sind weder eine Nähmaschine noch umfangreiche Nähkenntnisse erforderlich.  

 

Ein paar Tipps und Tricks zum Bemalen von Seidentüchern

Seidentücher zu bemalen macht nicht nur viel Spaß, sondern ist auch ein idealer Einstieg in die Seidenmalerei. Nun sind viele aber ein wenig zögerlich, denn in den meisten Fällen klingen die Anleitungen recht aufwändig. So muss die Seide erst sorgfältig ausgewaschen und anschließend auf einen Rahmen gespannt werden, bevor sie überhaupt bemalt werden kann.

Für das Bemalen selbst werden dann je nach Technik Seidenmalfarben, Pinsel, Gutta und andere Hilfsmittel benötigt. Ganz so kompliziert muss es aber gar nicht immer sein und für die ersten Versuche ist auch nicht unbedingt ein Spannrahmen erforderlich.  

 

Ein Seidentuch ohne Spannrahmen bemalen

Wird Seide in Form von Meterware verwendet, wird der Stoff zunächst so zugeschnitten, dass er rundherum ein wenig größer ist als die gewünschte Größe des Seidentuchs. Anschließend muss die Seide ausgewaschen werden, um mögliche Imprägnierungen und Appreturen zu entfernen. Anstelle von einem Spannrahmen kann die noch feuchte Seide nun ganz glatt auf einer Glasscheibe oder einem Spiegel ausgelegt werden.

Da die Seide feucht ist, haftet sie auf der glatten Oberfläche und muss nicht zusätzlich noch fixiert werden. Wer keine Glasscheibe und keinen Spiegel zur Hand hat, kann sich aber auch mit einer dünnen Holzplatte oder einem stabilen Karton behelfen, die er in eine transparente Folie oder eine weiße, zurechtgeschnittene Müll- oder Plastiktüte einschlägt.

Die Folie wird dann auf der Rückseite mit Klebeband fixiert, wobei aber wichtig ist, dass sie auf der Vorderseite absolut glatt, eben und faltenfrei aufliegt. Ein solcher Malgrund funktioniert genauso gut wie eine Glasplatte oder eine Spiegelfläche, bietet aber zusätzlich noch den Vorteil, dass der Stoff mit kleinen Stecknadeln festgeklemmt und somit auch trockene Seide verwendet werden kann.    

 

Ideen zum Bemalen des Seidentuches

Um das Seidentuch nun zu bemalen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Wer ein richtiges Motiv oder ein Muster gestalten möchte, kann die Konturen zuerst mit Gutta auftragen und die Farbflächen anschließend ausmalen. Ein einfaches, aber sehr dekoratives Blumenmuster entsteht aus Kreisen, um die grüne Kreise oder Ovale als Blätter gesetzt werden.

Ist die Seide noch feucht, fließen die Farben leicht ineinander, so dass sich ein mehr oder weniger abstraktes Blumenmuster mit Aquarellcharakter ergibt. Noch etwas einfacher lässt sich ein Seidentuch mithilfe von Wachs gestalten. Hierfür werden eine oder mehrere Seidenfarben in hellen Farbtönen auf die feuchte Seide aufgetragen. Während die Bemalung trocknet, wird Wachs im Wasserbad geschmolzen.

Das flüssige Wachs wird dann auf die trockene Seide gegeben, indem es direkt auf den Stoff getropft, in dünnen Linien gegossen, mit breiten Pinselstrichen aufgetragen oder als Muster aufgemalt wird. Sobald das Wachs ausgehärtet ist, wird das gesamte Seidentuch mit einem etwas dunkleren Farbton übermalt. Anschließend muss die Farbe wieder trocknen, danach wird das Tuch zwischen Zeitungen gelegt und das Wachs herausgebügelt.

An den Stellen, wo das Wachs aufgetragen war, kommt die erste Bemalung zum Vorschein, denn das Wachs fungiert als Reservierungsmittel. Möglich ist aber natürlich auch, mehrere Waschschichten aufzutragen, wobei das Seidentuch dann mit immer dunkleren Farbtönen übermalt werden muss. 

 

Anleitung und Vorlage – ein selbstbemaltes Seidentuch rollieren

Ist das Seidentuch fertig, stellt sich als nächstes die Frage nach dem Saum. Schließlich soll das liebevoll gestaltete Seidentuch möglichst lange halten und an den Kanten nicht unschön ausfransen. Eine Möglichkeit, wie die dünne und mitunter recht empfindliche Seide verhältnismäßig einfach genäht werden kann, ist der sogenannte Rollsaum.

Seide zu rollieren hat eine lange Tradition und war früher in ländlichen Regionen eine willkommene Gelegenheit, um sich vor allem im Winter etwas Geld dazuzuverdienen.

 

 

Die Vorgehensweise beim Rollieren gestaltet wie folgt:

 

·         Zuerst wird eine Ecke des Seidentuches mit einer Stecknadel an einer Unterlage festgesteckt.

·         Dann wir ein etwa 60cm langer Faden auf eine Nadel aufgefädelt und am Ende mit einem Knoten gesichert.

·         Nun wird die Außenkante des Seidentuches etwa 5mm nach links gefaltet und die Nadel so in den Stoff eingestochen, dass sich der Knoten im Umbruch befindet.

·         Nun wird die Nadel in die Umbruchkante, also die umgeklappte Stoffkante, eingestochen und nach etwa 5mm wieder herausgeführt. Nadel und Faden bewegen sich dabei aber nur in der Umbruchkante vorwärts, werden also nicht durch beide Stofflagen hindurchgeführt. Durch diese Vorgehensweise sind die Stiche auf der Vorderseite des Seidentuches nicht zu sehen.

·         An der Stelle, an der der Faden aus der Umbruchkante heraustritt, wird das Seidentuch zusätzlich gesäumt. Dafür wird die Nadel parallel zur Umbruchkante in das Tuch eingestochen und direkt daneben wieder herausgeführt. Wichtig hierbei ist aber, die Stiche sehr fein zu arbeiten, denn diese Saumstiche sind auf der Außenseite zu sehen. 

·         Nach dem Saumstich wird die Nadel nun wieder in die Umbruchkante eingestochen und nach 5mm wieder herausgeführt. Dann folgt wieder ein feiner Saumstich, danach geht es in der Umbruchkante weiter.

·         Auf diese Weise wird nun über etwa 15cm weiter genäht. Danach wird der Faden vorsichtig gespannt, was dazu führt, dass sich die Kante zu einem Rollsaum zusammenrollt.

·         Ist der erste Abschnitt fertig, wird nach dem gleichen Prinzip weitergearbeitet, bis das gesamte Seidentuch umsäumt ist.

 

[Grafik-Anleitung Seidentücher rollieren]

 

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