Seidenblusen richtig bügeln – so geht’s

Seidenblusen richtig bügeln – so geht’s

Durch das Bügeln werden Knitter und Falten, die beim Tragen und beim Waschen entstehen, entfernt. Das Ergebnis ist eine Oberfläche, die wieder schön glatt ist. Gleichzeitig töten die hohen Temperaturen beim Bügeln aber auch Keime ab, die sich möglicherweise auf dem Stoff angesammelt haben.

Seidenblusen bügeln

Doch für ein optimales Bügelergebnis müssen die Temperatur, der Druck, die Kontaktzeit des Bügeleisens mit dem Wäscheteil und die Feuchtigkeit in den Textilfasern zusammenpassen. Gerade bei Blusen und Hemden aus Seide ist genau das jedoch nicht immer ganz so einfach. Wir geben deshalb Infos und Tipps dazu, wie Seidenblusen richtig gebügelt werden.

 

Ein paar allgemeine Tipps zum Bügeln vorab

Bevor wir uns speziell um Blusen und Hemden aus Seide kümmern, gibt es ein paar grundlegende Hinweise. Sie gelten für Wäschestücke aus Seide genauso wie für Textilien aus allen anderen Materialien.

  • Grundsätzlich sollten Textilien erst und nur dann gebügelt werden, wenn Flecken herausgewaschen sind. Denn durch das Bügeln werden vorhandene Verschmutzungen gewissermaßen fixiert und einmal eingebügelte Flecken lassen sich im Nachhinein praktisch nicht mehr entfernen.
  • Auf dem Bügeleisen gibt es verschiedene Temperaturstufen. 1 Punkt entspricht einer Temperatur zwischen 80 und 105 Grad. Mit dieser Temperatur werden Chemiefasern gebügelt. 2 Punkte decken den Bereich zwischen 130 bis 165 Grad ab und eignen sich für das Bügeln von Seide, Wolle und anderen eher empfindlichen Fasern. Mit 3 Punkten wird das Bügeleisen am heißesten. Mit Temperaturen zwischen 165 und 220 Grad können Baumwolle und Leinen gebügelt werden. Maßgeblich ist aber immer das Pflegeetikett. Hier ist angegeben, auf welcher Stufe das Kleidungsstück gebügelt werden darf und soll.
  • Eigentlich wird ein Stoff auf der rechten Seite, also der Vorderseite gebügelt. Bei Seide, dunklen Stoffen, Textilien mit Aufdrucken oder Applikationen und immer dann, wenn keine Glanzstellen entstehen sollen, erfolgt das Bügeln aber von links.
  • Die Bügelsohle ist vorne spitz und wird nach hinten breit. Diese Form entspricht auch der Reihenfolge, in der Textilien geglättet werden. Das heißt: Erst werden die engen und schmalen Partien gebügelt und danach dann die breiten und großen Flächen.
  • Befindet sich auf dem Kleidungsstück eine Stickerei oder ein Monogramm, wird zuerst von der rechten Seite und dann noch einmal von der linken Seite darüber gebügelt. Dadurch erscheint das Muster schön plastisch.

Schon beim Waschen ans Bügeln denken

Eigentlich beginnt das Bügeln bereits beim Waschen. Denn wenn hier vorausschauend gearbeitet wird, fällt später nur die halbe Arbeit an. Sehr viele Seidenblusen und -hemden können problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Gibt es kein spezielles Waschprogramm für Seide und Wolle, kann im Schonwaschgang gewaschen werden.

Allerdings sollten pro Waschladung nie mehr als acht bis zehn Blusen oder Hemden in der Trommel sein. Denn je mehr Platz die Seidenteile haben, desto weniger reiben sie aneinander. Das wiederum schont nicht nur die Fasern, sondern verhindert auch eine starke Knitterbildung. Wichtig ist aber natürlich auch hier ein Blick aufs Pflegeetikett. Ist die Wäsche in Waschmaschine nicht möglich, müssen die Blusen und Hemden von Hand gewaschen werden.

Nach dem Waschen werden die feuchten Seidenblusen und -hemden am besten gleich auf gepolsterte Bügel gehängt und in Form gezogen. Auf diese Weise können sie leicht antrocknen. Je nach Seidenqualität kann sogar sein, dass gar kein Bügeln mehr notwendig ist.

 

Seidenblusen richtig bügeln

Muss ein Seidenteil gebügelt werden, erfolgt das immer, wenn die Seide noch feucht ist. Ist die Seide schon getrocknet, wird ein Handtuch gut befeuchtet und die Bluse oder das Hemd darin eingerollt. Auf diese Weise nimmt die Seide die Feuchtigkeit gleichmäßig auf.

Die Seide mit Wasser zu besprühen, ist keine gute Idee. Denn dadurch könnten unschöne Wasserflecken entstehen, die nur schwer zu entfernen sind. Aus dem gleichen Grund sollte die Dampffunktion vom Bügeleisen ausgeschaltet werden. Auch durch den Wasserdampf könnten nämlich Wasserränder zurückbleiben.

Wie oben erwähnt, wird Seide bei eher niedriger Temperatur und von links gebügelt. So lassen sich hässliche Glanzstellen zuverlässig vermeiden. Die Bügeltemperatur ist nicht zu hoch, wenn die Hand etwa fünf Zentimeter vor die Bügelsohle gehalten werden kann, ohne dass es unangenehm heiß wird.

Ist die Seide so zerknittert, dass eine niedrige Temperatur nicht ausreicht, um den Stoff zu glätten, gibt es einen Trick: Ein Bügeltuch kann auf die Seide gelegt werden. Das Bügeltuch dient als Zwischenlage und schützt den Stoff. Gleichzeitig wird es möglich, die Temperatur etwas höher zu stellen und auch die Dampffunktion zu nutzen.

So sollten selbst hartnäckige Falten aus dem Seidenstoff verschwinden. Bügeltücher sind im Haushaltswarenbedarf erhältlich. Sie sind oft aus einem leicht transparenten Material gefertigt. Beim Bügeln ist das praktisch, weil so zu sehen ist, was und wo gebügelt wird. Als Alternative eignet sich ein feuchtes Geschirrtuch aus Baumwolle aber genauso.

 

Die Reihenfolge beim Bügeln von seidenen Blusen und Hemden

Seidenblusen und -hemden werden prinzipiell genauso gebügelt wie Oberteile aus anderen Materialien auch. Nur dass bei Seide eben entweder von links oder mit einem Tuch als Schutzschicht gearbeitet wird. Die Vorgehensweise ist so:

  • Als erstes wird die Passe auf das spitze Ende vom Bügelbrett aufgezogen und gebügelt. Die Passe ist der abgenähte Stoff im oberen Bereich der Bluse oder des Hemdes.
  • Als nächstes ist der Kragen an der Reihe. Der Kragen wird immer auf beiden Seiten gebügelt. Dabei wird aber nicht komplett über den Kragen gefahren. Stattdessen wird von einer Spitze bis zur Kragenmitte und dann von der anderen Kragenspitze bis zur Mitte gearbeitet. Auf diese Weise wird verhindert, dass der Stoff zusammengeschoben wird und an den Spitzen unschöne Falten bildet.
  • Weiter geht es mit der Knopflochleiste und der Knopfleiste. Da der Stoff hier doppelt liegt, wird er auch von beiden Seiten gebügelt.
  • Danach sind die Ärmel an der Reihe. Dazu werden erst die Manschetten und der Knopfsteg gebügelt, wieder von beiden Seiten. Anschließend wird der Ärmel gerade hingelegt und sorgfältig glattgestrichen. Ist eine Seite gebügelt, wird das Ganze auf der anderen Seite wiederholt. Dann wird der zweite Ärmel gebügelt.
  • Nun fehlen nur noch die großen Flächen. Dabei wird das Kleidungsstück auf das Bügelbrett aufgezogen und zuerst die linke Hälfte des Vorderteils gebügelt. Anschließend wird die Bluse oder das Hemd weiter geschoben und die Rückenpartie gebügelt. Zum Schluss ist die rechte Hälfte des Vorderteils an der Reihe. Durch diese Reihenfolge hängt der Bereich, der schon gebügelt ist, vom Bügler weg. Damit ist ausgeschlossen, dass der Bügler den Stoff aus Versehen wieder zerknittert.

Das gebügelte Seidenteil wird dann auf einen gepolsterten Bügel gehängt. Wenn es komplett ausgekühlt ist, kann es in den Schrank verräumt werden.

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Redakteure

Hier schreiben Michael Husmann, 47 Jahre, Geschäftsinhaber einer B2B Stoffhandel Firma, die Künstlerin Elke Bornholt, 39 Jahre, mit einem Faible für Seidenmalerei und Bastelarbeiten, Karina Notzko, 32 Jahre und Schneidermeisterin. Wir möchten alles Wissenswerte rund um Seide bzw. Seidenstoffe vermitteln.