Ausführlicher Ratgeber zu Seidenbettdecken, 1. Teil

Ausführlicher Ratgeber zu Seidenbettdecken, 1. Teil

Eine seidene Bettdecke verspricht einen gesunden und erholsamen Schlaf. Schließlich ist Seide nicht nur ein edles und luxuriöses Material, sondern hat auch ganz praktische Eigenschaften.

Allerdings ist die Auswahl an Seidenbettdecken groß. So gibt es sie in verschiedenen Ausführungen, in unterschiedlichen Größen und in mehreren Wärmegraden. Auch die Preise variieren mitunter deutlich. Damit stellt sich die Frage, worauf es bei der Auswahl zu achten gilt und wie sich die optimale Seidendecke finden lässt. In einem ausführlichen Ratgeber zu Seidenbettdecken gehen wir dieser Frage nach.

Hier ist Teil 1.

 

Die Qualitätsmerkmale von echter Seide

Die Qualität einer seidenen Bettdecke hängt entscheidend von dem verwendeten Material und somit von der Seide ab. Grundsätzlich sollte eine Seidenbettdecke aus echter Seide bestehen. Dabei lassen sich die Seidenqualitäten grob in Haspel-, Schappe- und Bouretteseide einteilen.

Haspelseide wird auch reale Seide genannt und besteht aus sehr langen Seidenfasern. Sie bildet damit die hochwertigste Seidenart. Bei Schappeseide sind die Seidenfasern mittellang. Bouretteseide schließlich besteht aus kurzen Seidenfasern und wird vor allem für gröbere Seidenstoffe verwendet.

Neben der Seidenart und der Länge der Seidenfasern ist das Gewicht ein weiteres Qualitätsmerkmal. Bei Seide wird das Gewicht mit der alten asiatischen Einheit Momme gemessen. Eine Momme entspricht ungefähr 4,3 Gramm Seide pro Quadratmeter.

Gleichzeitig ist das auch eine Pongé. Findet sich auf der Seidenbettdecke die Angabe Pongé 10, so bedeutet das also, dass pro Quadratmeter Stoff etwa 43 Gramm Seide verwendet wurden. Eine solche Seide wäre dann auch fest und robust. Im Vergleich dazu werden beispielsweise Seidentücher und -schals meist aus Seide in der Qualität Pongé 5 oder 6 hergestellt.

Echte Seide ist gelblich weiß, schimmert sanft und knittert leicht. Da weder der besondere Seidenglanz noch der natürliche Knittereffekt imitiert werden können, geben sie Aufschluss darüber, ob die Bettdecke tatsächlich aus echter Seide besteht. Daneben lässt sich durch einen Blick auf das Pflegeetikett auf die Echtheit der Seide schließen. Denn anders als Mischgewebe verträgt echte Seide keine hohen Temperaturen.

Inzwischen sind zwar Seidenbettdecken erhältlich, die in der Waschmaschine und im Wäschetrockner getrocknet werden können. Allerdings ist bei einer Temperatur von 30 bis 40 Grad Schluss. Ein letzter Tipp ist, sich den Seidenstoff genau anzuschauen. Weist er feine Unregelmäßigkeiten wie Fadenverdickungen oder kleinste Noppen auf, sind das keine Fehler, sondern vielmehr Merkmale dafür, dass es sich um eine echte und natürliche Seide handelt.

 

Die Materialien für Seidenbettdecken

Seidenbettdecken sind sowohl aus Wildseide als auch aus Maulbeerseide erhältlich. Wildseidebettdecken sind typische Sommerbettdecken. Die leichten Bettdecken enthalten eine Füllung, die aus den Kokons des wildlebenden Tussah-Seidenspinners gewonnen wird.

Da der Seidenspinner bereits ausgeschlüpft ist und dabei ein Loch im Kokon hinterlassen hat, kann der Kokon nicht in einem Endlosfaden abgewickelt werden. Deshalb sind die Seidenfäden kürzer. Um zu verhindern, dass sich die Füllung im Seidendeckbett verschiebt, sind Bettdecken aus Wildseide immer gesteppt.

Für Seidenbettdecken aus Maulbeerseide werden die Seidenkokons des Seidenspinners verarbeitet, bevor dieser geschlüpft ist. Aus diesem Grund sind die Seidenfäden endlos lang und die Füllung für die Bettdecke kann so gefertigt werden, dass die Fäden ohne Unterbrechungen von einer Seite bis zur anderen Seite verlaufen. Absteppungen, die ein Verrutschen der Füllung vermeiden, sind deshalb nicht notwendig.

 

Die Wärmegrade von Seidenbettdecken

Seidenbettdecken werden als Bettdecken für den Sommer, für den Winter und als Ganzjahres-Bettdecken angeboten. Welches Wärmevermögen die Bettdecke hat, ist meist mit einer Skala angegeben, die von 1 bis 5 reicht. Dabei haben die Wärmegrade folgende Bedeutungen:

 

Wärmegrad 1 extraleichte und sehr dünne Bettdecken für den Sommer
Wärmegrad 2 normale, klassische Sommerbettdecken
Wärmegrad 3 mittelwarme Seidenbettdecken, die für die Übergangszeit oder als Ganzjahres-Bettdecken konzipiert sind
Wärmegrad 4 typische Winterbettdecken, ausreichend warm für Personen mit durchschnittlichem Wärmebedarf
Wärmegrad 5 extrawarme Bettdecken für den Winter, geeignet für Personen mit hohem Wärmebedarf

 

Für die Einteilung verwenden die Hersteller unterschiedliche Bezeichnungen. So ist beispielsweise manchmal auch von Wärmepunkten die Rede oder es werden Sterne vergeben. Hinzu kommt, dass die Einteilung von den Herstellern selbst vorgenommen wird. Es gibt also keine verbindlichen Richtlinien oder vorgegebenen Kriterien.

Stattdessen beurteilen die Hersteller das Wärmevermögen ihrer Seidenbettdecken nach eigenen Kriterien. Deshalb kann es durchaus Abweichungen geben und eine Bettdecke, die bei dem einen Hersteller mit Wärmegrad 2 gekennzeichnet ist, würde bei einem anderen Hersteller vielleicht schon Wärmegrad 3 haben.

Seidenbettdecken für den Sommer sind als dünne Wildseidedecken mit Steppung oder als Maulbeerseidedecken ohne Steppung erhältlich. Die Füllgewichte der leichten und dünnen Bettdecken bewegen sich meist in einem Bereich zwischen 100 und 200 Gramm Seide pro Quadratmeter. Gleichzeitig spielt der Bezugsstoff bei Seidenbettdecken für den Sommer eine große Rolle.

Denn selbst wenn der Bezugstoff aus einem hochwertigen Material wie beispielsweise Baumwollsatin oder Batist besteht, kann sein Gewicht schnell genauso hoch oder sogar noch höher sein als das Gewicht der Füllung. Ist der Bezugsstoff in zwei Lagen verarbeitet und kommt dann auch noch die Bettwäsche dazu, kann die Seidenfüllung, die die Bettdecke eigentlich ausmacht, mitunter kaum noch eine Wirkung entfalten.

Bei seidenen Sommerbettdecken sollte beim Kauf daher nicht nur auf die Seidenqualität, sondern auch auf den Bezugsstoff und eine hochwertige Verarbeitung geachtet werden.

Seide wird meist für leichte Sommerbettdecken verwendet. Dicke und warme Seidenbettdecken sind deshalb eher selten anzutreffen. Und wenn, dann handelt es sich meist um Bettdecken, die aus zwei Lagen aufgebaut sind. So gibt es beispielsweise Winterdecken, bei denen die Füllung aus einer Schicht Seide und einer Schicht Baumwolle besteht.

Durch diesen zweischichtigen Aufbau wird ein Wärmevermögen erreicht, das den Wärmebedarf im Winter ausreichend deckt. Eine andere Variante sind Bettdecken, die aus zwei Seidenbettdecken zum Zusammenknöpfen bestehen. Dabei handelt es sich bei der einen Bettdecke üblicherweise um eine dünne Sommerbettdecke und bei der anderen Bettdecke um eine mittelwarme Bettdecke für die Übergangszeit. Werden beide Decken zusammengeknöpft, ergeben sie zusammen eine warme Winterbettdecke. Gleichzeitig ist durch das Set die richtige Bettdecke für jede Jahreszeit vorhanden.

Ganzjahres-Bettdecken sind letztlich eine Kompromisslösung. Ihre Seidenfüllung ist mitteldick gearbeitet, damit es im Sommer unter der Bettdecke nicht zu warm und im Winter nicht zu kühl wird. Je nach Wärmebedarf, Schlafgewohnheiten und Bedingungen im Schlafzimmer kann eine seidene Ganzjahres-Bettdecke eine angenehme Lösung sein. Oft sind die Decken aber in der Übergangszeit, also im Frühjahr und im Herbst, ideal, im Sommer und im Winter hingegen eher nicht.

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