Seide, Wolle, Daunen & Co.: die wichtigsten Materialien für Bettdecken und Kissen, 2. Teil

Seide, Wolle, Daunen & Co.: die wichtigsten Materialien für Bettdecken und Kissen, 2. Teil

Seide, Wolle, Daunen, Baumwolle, Leinen, Lyocell: Die Auswahl an Materialien für Bettdecken und Kissen ist groß. Dabei hat jede Faser typische Eigenschaften und Besonderheiten. Wer seine Bettwaren erneuern möchte, muss deshalb nicht nur entscheiden, welches Format er gerne hätte. Vielmehr sollte er auch überlegen, welches Material seinen Bedürfnissen am ehesten gerecht wird.

Anzeige

Seide, Wolle, Daunen & Co. die wichtigsten Materialien für Bettdecken und Kissen, 2. Teil

Nun ist es aber mitunter gar nicht so einfach, den Überblick zu bewahren. In einem zweiteiligen Beitrag stellen wir deshalb die wichtigsten Materialien für Bettdecken und Kissen vor. Dabei haben wir im 1. Teil mit pflanzlichen und synthetischen Fasern begonnen.

In diesem 2. Teil geht es mit Fasern tierischen Ursprungs weiter!

Daunen

Kein anderes Material ist so flauschig, füllig, kuschelig und gleichzeitig leicht wie Daunen. Außerdem wärmen Daunen hervorragend. Wer nach warmen Bettwaren sucht, kann mit Daunen deshalb nichts falsch machen.

Viele Kissen und Bettdecken mit Daunen können bei 60 Grad gewaschen werden und sind mit Bezügen ausgestattet, die gegenüber Milben dicht sind. Daher eignen sich Daunen-Bettwaren grundsätzlich auch für Hausstauballergiker.

Zu häufiges Waschen kann aber zur Folge haben, dass die Federkiele brechen und dadurch Volumen verloren geht. Beim Trocknen sollten die Bettwaren mehrfach gut aufgeschüttelt werden, damit die feinen Federchen nicht verklumpen.

Außerdem sollten die Bettwaren nicht in der direkten Sonne trocknen, weil die Federkiele durch die UV-Strahlen spröde und brüchig werden.

Bei Kopfkissen bestimmt das Mischverhältnis die Stützkraft. Dabei gilt, dass die Stützkraft umso größer ist, je mehr Federn beigemischt sind. Ist hingegen der Daunenanteil höher, muss das Kissen öfter aufgeschüttelt werden.

Von Halbdaune wird gesprochen, wenn die Mischung aus 85 Prozent Federn und 15 Prozent Daunen besteht. Das Mischungsverhältnis von 70 Prozent Federn und 30 Prozent Daunen nennt sich 3/4-Daune.

Daunen legen sich eng über- und ineinander. Dadurch wird zwar die Wärme optimal gehalten, die Feuchtigkeit aber nur mäßig abgeführt. Aus diesem Grund entsteht ein feucht-warmes Schlafklima, das zum Beispiel für Rheumatiker weniger gut geeignet ist.

Schafwolle

Die wichtigste Naturfaser tierischen Ursprungs ist Schafwolle. Sie schützt vor Kälte und Hitze gleichermaßen, reguliert das Klima und gleicht die Temperatur aus. Außerdem ist Schafwolle sehr elastisch. Verglichen mit anderen tierischen Fasern, ist Schafwolle etwas fester im Griff und deshalb nicht ganz so anschmiegsam.

Weil die feinen Härchen von Natur aus eine fetthaltige Beschichtung haben, bringt Schafwolle eine hohe Selbstreinigungskraft mit.

Eine schonende Wäsche ist zwar möglich. Um die Bettwaren aufzufrischen, reicht es aber meistens aus, sie regelmäßig an der frischen, nasskalten Luft zu lüften.

Qualitäten aus reiner Schurwolle sind sehr beliebt, weil sie die Wärme gut speichern können und dadurch für ein wohlig-warmes Klima sorgen.

Die Wolle vom Argali Schaf, das auch als Marco-Polo-Schaf bekannt ist, zeichnet sich durch eine besondere Weichheit und Bauschigkeit aus.

Sie gleicht die Temperatur aus, wärmt sehr gut und schafft ein angenehm trockenes Schlafklima, weil sie die Feuchtigkeit sehr gut regulieren kann.

Kamelhaar

Kamelhaar ist leicht und anschmiegsam, kann Temperaturen hervorragend ausgleichen und auch kurzfristige Temperaturschwankungen bestens regulieren.

Denn Kamele sind in Klimazonen heimisch, in denen teils extreme Witterungsbedingungen herrschen und Temperaturunterschiede von bis zu 40 Grad Celsius an einem Tag keine Seltenheit sind.

Das flauschig weiche Flaumhaar, mit dem Bettdecken und Kissen gefüllt werden, ist besonders luftdurchlässig. Deshalb eignen sich diese Bettwaren auch für Wasserbetten. Generell kann Kamelhaar sowohl für leichte Sommerbettwaren als auch für warme Winterbettwaren zum Einsatz kommen.

Die Tiere verlieren ihr Flaumhaar regelmäßig, sodass es einfach eingesammelt werden kann. Alternativ ist möglich, das Flaumhaar auszukämmen. Die Gewinnung des Materials ist dadurch für die Tiere besonders schonend. Das eingesammelte Flaumhaar kann anschließend verarbeitet werden.

Besucher lesen auch gerade folgenden Beitrag:  Anleitung für ein seidenes Brillenetui

Die Selbstreinigungskraft von Kamelhaar macht nur selten eine Wäsche notwendig. Es genügt, die Bettwaren regelmäßig zu lüften, am besten morgens, wenn noch der Tau in der Luft liegt.

Im Fachhandel sind aber auch Bettdecken und Kissen aus Kamelhaar erhältlich, die speziell ausgerüstet sind und dadurch bei bis zu 40 Grad im Schonwaschgang gewaschen werden können.

Kaschmir

Das sehr feine Haar der Kaschmirziege gehört zu den edelsten Fasern tierischen Ursprungs. Kaschmir hat ähnliche Eigenschaften wie Kamelhaar. Es wirkt klimatisierend und ist eine gute Wahl, wenn jemand ein trockenes Schlafklima bevorzugt.

Zwar kann Kaschmir Temperaturschwankungen etwas schlechter ausgleichen als Kamelhaar. Doch dafür fühlt es sich bei gleichem Gewicht deutlich wärmer an.

Deshalb können aus diesem Material herrlich leichte Bettwaren hergestellt werden, die ein sehr gutes Wärmevermögen haben und dadurch für Schläfer mit einem höheren Wärmebedarf sehr interessant sind.

Wie alle Tierhaare sollte auch Kaschmir regelmäßig gelüftet werden. Sofern einmal eine Wäsche notwendig wird, muss diese sehr schonend und mit einem Spezialwaschmittel erfolgen.

Schließt das Pflegeetikett eine Wäsche in der eigenen Waschmaschine aus, sollten die Bettwaren in eine Reinigung gebracht werden, die auf Naturbettwaren spezialisiert ist.

Seide

Als einzige natürliche textile Endlosfaser ist die edle Seide in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Für die Füllungen von Bettwaren wird meist die etwas günstigere Wildseide verwendet.

Auch als Tussah-Seide bezeichnet, sind ihre Fasern etwas kürzer und werden im Zuge der Verarbeitung nur teilweise vom Leim befreit. Dass die Seidenfasern kürzer sind, liegt daran, dass die Kokons erst eingesammelt werden, wenn die Raupen bereits geschlüpft sind und beim Schlüpfen ein Loch in den Kokon gefressen haben.

Im Unterschied dazu wird Maulbeerseide von ganzen Kokons abgewickelt, bevor die Raupen schlüpfen. Dadurch kann ein Seidenfaden mehrere Kilometer lang sein. Um 250 Gramm Seidenfaden zu gewinnen, wird ungefähr ein Kilogramm Kokons benötigt, was rund 3.000 Kokons entspricht.

Seide besteht größtenteils aus Proteinen und ähnelt im Aufbau der menschlichen Haut. Sie ist leicht und zart, anschmiegsam, hat einen fließenden Fall und ist trotzdem sehr langlebig und strapazierfähig.

Dank ihrer Atmungsaktivität wirken Bettwaren aus Seide im Sommer klimatisierend, während sie bei kühlen Temperaturen angenehm wärmen. Insgesamt sind seidene Bettdecken mittelwarm und dadurch in beheizten Schlafräumen auch im Winter geeignet.

Bettdecken und Kissen aus Seide können zum Teil gewaschen werden. In diesem Fall ist aber sehr wichtig, die Pflegehinweise des Herstellers genau einzuhalten. Zudem sollte unbedingt ein geeignetes Seidenwaschmittel verwendet werden.

Nur so ist sichergestellt, dass die Freude an den seidenen Bettwaren lange währt.

Die sehr glatten Seidenfasern nehmen kaum Staub auf und weisen Schmutz gut ab. Daher eignen sich Seidenbetten auch für Allergiker. Außerdem können sie in Wasserbetten eingesetzt werden, weil sie die Temperatur ausgleichen.

Als atmungsaktives Material leitet Seide Feuchtigkeit gut ab. Schläfer, die eine besonders leichte Decke möchten, die sich gleichzeitig sanft an den Körper anschmiegt, sind mit einer Bettdecke aus Seide gut beraten.

Um die Bettwaren aufzufrischen, sollten sie sanft aufgeschüttelt und gelegentlich gelüftet werden. Wichtig ist aber, Seidenwaren nicht in die direkte Sonne zu hängen. Weil Seide hauptsächlich aus Proteinen besteht und ähnlich aufgebaut ist wie die menschliche Haut, gilt nämlich, dass das, was der Haut schadet, auch der Seide schlecht bekommt.

Besucher lesen auch gerade folgenden Beitrag:  Wissenswertes zu Gutta und Konturmittel

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Anzeige

Thema: Seide, Wolle, Daunen & Co.: die wichtigsten Materialien für Bettdecken und Kissen, 2. Teil

-

Übersicht:
Fachartikel
Verzeichnis
Über uns


seidenstoffe98

Redakteure
FB/Twitter

Veröffentlicht von

Redakteure

Hier schreiben Michael Husmann, Geschäftsinhaber einer B2B Stoffhandel Firma, die Künstlerin Elke Bornholt, mit einem Faible für Seidenmalerei und Bastelarbeiten, Karina Notzko, - Schneidermeisterin, die Youtuberin Sevilart ( Deko, Bastel und Kreativ-Videos) sowie Christian & Ferya Gülcan (Fashionexpertin), - Künstler (Maltechniken) Inhaber Koozal Galerie & Design (auch Import & Handel Seidenwaren), Betreiber der Webseite und Redakteure. Wir möchten alles Wissenswerte rund um Seide, Seidenmalerei und Mode aus Seidenstoffen vermitteln.

Kommentar verfassen