Anleitung und Tipps zum Marmorieren auf Seide

Anleitung und Tipps

zum Marmorieren auf Seide

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Seide kreativ gestaltet werden kann. So kann sie ganz klassisch bemalt werden, die Seidenmalerei kennt genauso aber auch Techniken wie beispielsweise die Aquarell- und die Salztechnik, das Malen mithilfe von Trenn- und Konturenmitteln oder das Kreieren von Mustern mittels Mikrowelle.

Eine weitere Technik für die kreative Gestaltung von Seide ist das Marmorieren
und wie dies funktioniert, erklärt die folgende Anleitung:

Marmorieren auf Seide – die benötigten Materialien

  • ·         Seide
  • ·         Marmoriergrund und eventuell Wasserenthärterpulver
  • ·         Marmorierfarben oder bügelfixierbare Seidenmalfarben
  • ·         Schüssel oder Gefäß zum Anrühren
  • ·         Marmorierwanne
  • ·         Pipette, Holzstäbchen, Gabel, Kamm, Bürste oder andere Werkzeuge zum Auftropfen und Ziehen der Farbe

Marmorieren auf Seide – eine Anleitung

Durch das Marmorieren lassen sich sehr schöne Muster und Ornamente gestalten. Dabei ist das Marmorieren als solches recht einfach und geht auch sehr schnell, allerdings erfordert die Technik etwas Vorbereitung.

Die einzelnen Arbeitsschritte beim Marmorieren sind folgende:

1.       Als erstes wird der Marmoriergrund angerührt. Hierfür wird der Marmoriergrund in eine Schüssel oder ein anderes Gefäß gegeben und sorgfältig mit Wasser verrührt. Je nach verwendetem Produkt muss außerdem Wasserenthärter hinzugefügt werden.

Die genauen Mischungsverhältnisse sind auf der Verpackung angegeben. Der angerührte Marmorierungsgrund muss nun quellen, wobei auch hier wieder die Anleitung des Herstellers maßgeblich ist. Generell hat es sich aber bewährt, den Marmorgrund am Vorabend anzumischen und über Nacht stehen zu lassen.

2.       Nachdem der Marmoriergrund gequollen ist, wird er als mindestens 2cm dicke Schicht in die Marmorierwanne umgefüllt. Nun sollte der Marmoriergrund noch einmal etwas stehen, damit sich eventuelle Luftbläschen auflösen können.

3.       Dann geht es mit den Farben weiter. Diese werden in einzelnen Tropfen auf den Marmoriergrund geträufelt. Wichtig dabei ist, dass genügend Abstand zwischen den Tropfen verbleibt, denn die Farben sollen nicht ineinander laufen. Stattdessen werden die einzelnen Farbkleckse nun mit einem Holzstäbchen, einer Gabel, einem Kamm oder einem ähnlichen Werkzeug vorsichtig ineinandergezogen. Dadurch ergibt sich das typische Muster.

4.       Ist das Muster fertig, wird die Seide mit der Vorderseite nach unten vorsichtig auf das Bad gelegt. Die Seide sollte dabei immer glatt aufliegen. Der Stoff verbleibt nun einen kurzen Moment auf dem Marmoriergrund und wird danach vorsichtig wieder abgehoben.

Wichtig beim Auflegen und Abnehmen der Seide ist aber, dass dies waagerecht und in nur einer Bewegung erfolgt. Das bedeutet, auf dem Farbbad selbst sollte der Stoff möglichst nicht bewegt werden, denn es soll ja das zuvor gestaltete Muster übertragen werden. Durch ein Hin- und Herbewegen würde sich auch das Muster auf dem Marmoriergrund entsprechend verändern. Außerdem würde die Seide die Farben nicht überall gleichmäßig aufnehmen, wenn sie beispielsweise in Falten aufliegt.

5.       Die marmorierte Seide wird nun auf einen Wäscheständer oder eine Wäscheleine gehängt, damit sie faltenfrei trocknen kann. Nach dem Trocknen wird die Seide ausgewaschen und glatt gebügelt. Wurden bügelfixierbare Farben verwendet, sind diese durch das Bügeln auch gleich fixiert, Marmorierfarben erfordern meist keine weitere Fixierung.

Ein paar Tipps zum Marmorieren auf Seide

Generell ist das Marmorieren eine Technik, die häufig erst ein paar Versuche erfordert, bis die gewünschten Ergebnisse auch tatsächlich erzielt werden.

Es gibt aber ein paar Tipps und Tricks,
die sich möglicherweise als hilfreich erweisen können:

·         Während Marmorierfarben für kräftige Farben sorgen, entstehen durch bügelfixierbare Seidenmalfarben Farbtöne mit einem leicht puderigen Schimmer.

Grundsätzlich eignen sich aber auch dampffixierbare Seidenmalfarben für Marmorierungen. Damit diese Farben gut auf dem Marmoriergrund schwimmen, sollten sie aber mit ein paar Tropfen 70%igem Ethanol oder aufgelöster Ochsengalle vermischt werden. Nach dem Marmorieren und Trocknen müssen die Farben dann mittels Dampf auf der Seide fixiert werden.

·         Damit die Seide die Farben optimal aufnehmen kann, müssen eventuelle Appreturrückstände zuvor ausgewaschen werden. Wer möchte, kann die Seide außerdem auch beizen.

Dazu werden 70g Alaun in kochendem Wasser aufgelöst. Die Seide wird anschließend in der abgekühlten Lösung getränkt und danach faltenfrei zum Trocknen aufgehängt. Auf gebeizter Seide, die nicht allzu dick ist, ist das Marmoriermuster später auf beiden Seiten zu sehen.

·         Anstelle von speziellem Marmoriergrund kann auch Tapetenkleister verwendet werden. Tapetenkleister bleibt zwar nicht so lange sauber wie Marmoriergrund und kann deshalb weniger oft verwendet werden, funktioniert aber genauso und ist vor allem kostengünstiger.

Wird Tapetenkleister als Marmoriergrund verwendet, sollte der Kleister mindestens drei Tage vorher angerührt werden. Die Konsistenz sollte ungefähr mit Pfannkuchenteig vergleichbar sein.

·         Um die Farben ineinander zu ziehen, können beispielsweise Holzstäbchen, Pinsel, kleine Bürsten oder Gabeln verwendet werden. Wellenartige Muster wiederum entstehen durch Kämme. Dabei eignen sich ganz normale Kämme für die Haare sehr gut, die es ja in verschiedenen Größen und mit unterschiedlichen Zinken gibt.

Wer ein größeres Seidentuch mit einem wellenartigen Muster gestalten möchte, kann sich einen entsprechend großen Kamm aber recht einfach auch selbst anfertigen. Dazu werden lediglich eine einfache Holzleiste und längere Nägel benötigt. Je nach gewünschtem Muster werden die Nägel dann in einer Reihe nebeneinander, in zwei Reihen hintereinander oder versetzt zueinander angeordnet.

Die Marmorierwannen, die im Bastelbedarf erhältlich sind, sind meist recht klein. Für größere Seidentücher sind sie deshalb oft nur bedingt geeignet. Zudem sind die Marmorierwannen mitunter recht teuer. Als Alternative kann ein herkömmlicher Spannrahmen, wie er in der Seidenmalerei verwendet wird, zweckentfremdet werden.

Dafür wird der Rahmen einfach auf das benötigte Format eingestellt und mit einer dicken Folie ausgekleidet. Genauso funktioniert natürlich auch ein selbstgebauter Rahmen aus Holzleisten, allerdings hat er den Nachteil, dass er nicht verstellt werden kann.

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