Patchwork mit Seide – ein paar Tipps dazu

Patchwork mit Seide – ein paar Tipps dazu

 

Wer an Patchwork denkt, hat meist farbenfrohe, bunt gemusterte Decken oder Kissen aus eher rustikalen Stoffen vor Augen. Aber auch aus Seide lassen sich wunderbare Quilts anfertigen. Trotz des edlen und ein wenig empfindlicheren Materials eignen sich Seidenquilts nicht nur als dekorative Wandbehänge, sondern auch als Decken und Kissen für den alltäglichen Gebrauch.

Allerdings ist das Nähen von und mit Seide ein wenig anspruchsvoller als das Verarbeiten von Stoffen aus Baumwolle oder Leinen.

Damit die Arbeit ein voller Erfolg wird,
hier daher ein paar gute Tipps für Patchwork mit Seide.

 

Tipp 1: Auf den Fadenverlauf achten.

Für einen Seidenquilt kann Meterware in verschiedenen Qualitäten und Farben verwendet werden. Möglich ist aber auch, Stoffreste zu verarbeiten, weniger gelungene Seidenmalereien oder missglückte Färbeversuche zu verwerten oder auch ausgemusterten Accessoires wie beispielsweise alten Seidenkrawatten oder Seidentüchern zu neuem Glanz zu verhelfen.

Bei Seide ist jedoch sehr wichtig, auf den Fadenverlauf zu achten. Andernfalls kommt das Stoffstück nämlich möglicherweise nicht richtig zur Geltung oder sieht sogar irgendwie komisch aus und ruiniert das Gesamtbild. Schließlich kennzeichnet sich Seide ja gerade dadurch, dass sie je nach Lichteinfall wunderbar changiert.

Beim Anordnen der Seide ist es deshalb ratsam, das jeweilige Stoffstück in verschiedenen Positionen zu betrachten. So lässt sich am besten entscheiden, in welcher Richtung der Fadenverlauf bei Lichteinfall am schönsten wirkt.

 

Tipp 2: Vlieseline auf die Seide aufbügeln.

Seide neigt stark dazu, auszufransen. Schon kurz nach dem Zuschnitt werden die Stoffstücke damit beginnen, sich an den Schnittkanten aufzulösen. Generell fransen alle Seidenarten aus, besonders stark tritt dieser Effekt jedoch bei Wildseide auf. Sehr hilfreich ist es deshalb, dünne Vlieseline auf die Rückseite der Seide aufzubügeln.

Die Vlieseline wirkt dem starken Ausfransen beim Zuschneiden und Verarbeiten der Seidenstücke entgegen. Soll ein Seidenquilt genäht werden, der als Decke oder Kissen später regelmäßig in Gebrauch sein soll, ist es ratsam, die einzelnen Seidenstücke nach dem Zuschnitt und vor der eigentlichen Verarbeitung zusätzlich rundherum noch mit einem Zick-Zack-Stich zu versäubern.

Fransenstopper, beispielsweise in Form von flüssigen Tinkturen zum Auftragen, sind bei Seide eher ungeeignet. Durch sie könnte die empfindliche Seide nämlich Schaden nehmen.

 

Tipp 3: Die Nahtzugaben großzügig wählen.

Seide ist ein vergleichsweise dünner Stoff und lässt sich grundsätzlich gut vernähen. Die ausgeprägte Neigung zum Ausfransen kann jedoch zur echten Herausforderung werden. Zudem werden bei Seide Unregelmäßigkeiten, also beispielsweise unterschiedlich straff gespannte Stoffstücke oder unsauber zusammengenähte Kanten, viel deutlicher sichtbar als bei anderen, robusteren Stoffen mit Mustern.

Sinnvoll ist deshalb, die Nahtzugaben eher großzügig zu wählen. Auf diese Weise ist es möglich, die Seidenstücke zunächst miteinander zu verbinden. Im zweiten Schritt können die Nahtzugaben dann bei Bedarf immer noch ein wenig zurückgeschnitten und anschließend zusätzlich versäubert werden.

Um später auf der Vorderseite unschöne Schatten oder dickere Wülste an den Übergängen zu vermeiden, sollten die fertig verarbeiteten Nahtzugaben außerdem immer sorgfältig auseinandergeklappt und glattgebügelt werden.

 

Tipp 4: Das richtige Garn auswählen.

Auf den ersten Blick mag es naheliegend erscheinen, Seidengarn zu verwenden, um die einzelnen Seidenstücke zusammenzunähen. Tatsächlich ist Seidengarn aber keine gute Wahl. Seidengarn ist nämlich genauso empfindlich wie der Seidenstoff selbst. Vor allem Quilts, die häufig in Gebrauch sind, könnten so recht schnell Schaden nehmen.

Die deutlich bessere und zudem auch wesentlich kostengünstigere Lösung ist deshalb ein hochwertiges Baumwollgarn. Garn aus Polyester oder Rayon sollte hingegen besser nicht verwendet werden.

Ein solches Garn könnte nämlich mehr oder weniger in die Seide einschneiden. Zudem könnte es passieren, dass die Nähte beim Gebrauch des Quilts an den Seidenstoffen reiben. Im Laufe der Zeit würden dadurch winzige Risse entstehen, die zur Folge hätten, dass sich die Seide irgendwann löst und ausfranst.

 

Tipp 5: Den fertigen Quilt richtig pflegen.

Ist ein Seidenquilt fertig gestellt, sollte er vor dem ersten Einsatz gewaschen werden. Im Fachhandel gibt es spezielle Waschmittel für Patchwork-Arbeiten, ansonsten tut es auch ein Seidenwaschmittel. Die Seide wird durch das Waschmittel gepflegt und sowohl die Farben als auch der Glanz werden aufgefrischt. Bei einem Seidenquilt, der für den alltäglichen Gebrauch gedacht ist, lohnt es sich außerdem, ein sogenanntes Fabric Shield aufzutragen.

Hierbei handelt es sich um eine Imprägnierung, die sich als dünner Schutzfilm auf den Stoff legt und die Seide vor Schmutz, Feuchtigkeit und dem Ausbleichen bei Sonneneinstrahlung schützt. Fabric Shields sind im Fachhandel als Spray für alle Stoffarten erhältlich. Die Farben werden durch das Spray nicht beeinflusst und auch die Beschaffenheit der Seide verändert sich durch den Schutzfilm nicht, die Seide wird also weder härter noch steifer.

Beim Waschen löst sich das Mittel jedoch teilweise auf, so dass der Schutzfilm nach etwa jeder dritten Wäsche erneuert werden sollte.

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