Die 8 häufigsten Waschfehler bei Seide, 2. Teil

Die 8 häufigsten Waschfehler bei Seide, 2. Teil 

Die edle und elegante Seide macht durch ihren feinen Glanz und ihren weichen Fall nicht nur optisch viel her. Durch den hohen Tragekomfort, den herrlich weichen Griff und die vielen positiven Eigenschaften verspricht sie tatsächlich auch etwas Luxus auf der Haut. Allerdings gilt Seide als empfindlich und in Sachen Pflege als recht anspruchsvoll.

Und zugegebenermaßen ist Seide nicht so robust und pflegeleicht wie beispielsweise Baumwolle. Doch so schwierig, wie oft befürchtet, ist die richtige Pflege von Seide nun auch wieder nicht. Wichtig ist lediglich, ein paar Kleinigkeiten zu beachten.

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir die acht häufigsten Waschfehler und ihre Folgen aufgelistet. Tipps, wie sich diese Fehler vermeiden lassen, gibt’s natürlich obendrauf.

Und hier ist der 2. Teil des Ratgebers! :

 

Fehler Nr. 6: Die Seide ist fleckig.

Wenn auf der Seide fleckige Stellen oder Wasserränder zu sehen sind, kann das zwei Ursachen haben. Der erste Grund kann sein, dass die Seide punktuell behandelt wurde, um eine Verschmutzung zu entfernen. Wurde für diese Behandlung ein ungeeignetes Mittel verwendet, hat das Reinigungsmittel zwar möglicherweise die Beschmutzung beseitigt, der Seide aber gleichzeitig auch die Farbe entzogen.

Als zweiter Grund ist denkbar, dass die Seide beim Bügeln mit Wasser besprüht wurde. Die Wassertropfen verteilen sich dabei auf dem feinen Gewebe und führen zu unschönen Wasserrändern, wenn darüber gebügelt wird. Auch beim Bügeln mit einem Dampfbügeleisen können solche Flecken entstehen, wenn das Bügeleisen tropft.

Um Flecken zu vermeiden, sollte Seide immer flächig behandelt werden. Dass ein geeignetes Reinigungsmittel verwendet werden muss, versteht sich von selbst. Beim Bügeln sollte die Seide immer restfeucht sein und auf die linke Seite gedreht werden. 

 

Fehler Nr. 7: Die Seide ist verzogen.

Es kann viele verschiedene Ursachen haben, wenn sich Seidentextilien nach dem Waschen verziehen. Eine Möglichkeit ist, dass es sich bei dem Gewebe nicht um reine Seide, sondern um eine Mischung aus zwei oder mehr Materialien handelt. Diese Materialien können beim Waschen unterschiedlich reagieren. Läuft ein Material stärker ein oder leiert ein Material stärker aus als das andere, verliert im Ergebnis das ganze Kleidungsstück seine Form.

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Seide beim Verarbeiten falsch zugeschnitten wurde. Erfolgte der Zuschnitt nicht in, sondern gegen die Fadenrichtung, neigt das Gewebe dazu, sich zu verziehen.

Ein recht häufiger Grund ist jedoch, dass die frisch gewaschene Seide zum Trocknen ungünstig aufgehängt wurde. Wird die tropfnasse Seide auf einer Wäscheleine aufgehängt, egal ob direkt oder auf einem Kleiderbügel, ist das Gewebe vergleichsweise schwer. Dadurch wird es nach unten gezogen und verliert seine Form. Damit das nicht passiert, sollte Seide nach dem Waschen behutsam in Form gezogen und immer im Liegen getrocknet werden. 

 

Fehler Nr. 8: Die Seide ist eingelaufen.

Seidenstoffe laufen in einem gewissen Umfang ein. Das ist normal und kaum zu vermeiden. Wie stark Seide eingeht, ist von Gewebe zu Gewebe verschieden. Einige Seidenstoffe laufen stärker ein als andere. Manche Seidengewebe gehen in der Länge ein, andere Seidenstoffe in der Breite und wieder andere Seiden sowohl in der Länge als auch in der Breite.

Dieses Einlaufen wird im Fachjargon als Einsprung bezeichnet. Hersteller von hochwertigen Seidenprodukten berücksichtigen diesen Einsprung schon bei der Fertigung und stellen ihre Seidentextilien so sehr, dass diese erst nach der ersten Wäsche die richtige Größe haben. 

 

Das richtige Waschmittel ist entscheidend!

Viele Seidentextilien können bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Diese recht niedrige Waschtemperatur reicht normalerweise auch aus, um Verschmutzungen zu entfernen. Farbechte Seidenstoffe vertragen aber durchaus auch eine Wäsche bei 60 Grad. Wie heiß die Seide gewaschen werden kann, steht auf dem Pflegeetikett. Eine Handwäsche mit lauwarmem Wasser wiederum vertragen so gut wie alle Seidenstoffe. Wichtig beim Waschen in der Waschmaschine ist nur, ein Programm auszuwählen, bei dem der Stoff nicht allzu stark in der Waschtrommel herumgewirbelt und nicht geschleudert wird.

Die Temperatur und das Programm sind aber eher selten das Problem. Sie werden meist instinktiv richtig gewählt. Wenn Wasch- und Pflegefehler auftreten, dann ist weit häufiger das Waschmittel der Übeltäter. Dass das Waschmittel eine große Rolle spielt, hängt mit dem Aufbau der Seidenfasern zusammen. Seide ist eine Eiweißfaser und ähnlich zusammengesetzt wie die menschliche Haut. Viele Einflüsse, die der Haut nicht gut tun, schaden daher auch der Seide. Zu diesen Einflüssen gehören beispielsweise alkalische Substanzen.

Sie führen dazu, dass die Seidenoberfläche angelöst wird. Im Ergebnis wird die Seide erst matt, dann rau und schließlich brüchig. Erschwerend kommt dazu, dass herkömmliche Waschmittel oft Enzyme enthalten. Enzyme beseitigen eiweißhaltige Flecken und verbessern insgesamt das Waschergebnis. Allerdings können biochemische Enzyme nicht zwischen Eiweißarten unterscheiden und lösen folglich neben eiweißhaltigen Flecken auch die Eiweißstruktur der Seidenfasern auf. Im Laufe der Zeit wird die Seide dadurch immer dünner und schon bald entstehen Löcher.

Damit die edle Seide lange weich, glänzend und glatt bleibt, sollte also immer ein Seidenwaschmittel verwendet werden. Seidenwaschmittel arbeiten mit milden Tensiden und enthalten keine Inhaltsstoffe, die die Seidenfasern angreifen könnten. Neben speziellen Waschmitteln, die nur für Seide gedacht sind, gibt es auch Fein- und Wollwaschmittel, die für Seidentextilien verwendet werden können. Das ist dann so auf der Verpackung angegeben. Steht auf der Verpackung nichts davon, dass mit dem Waschmittel Seidentextilien gewaschen werden können, ist dieses Waschmittel nicht geeignet.

 

Und was ist mit Alternativen und Hausmitteln?

Ein weit verbreiteter Tipp lautet, dass Seide mit Haarshampoo, Duschgel oder Pflegeprodukten für Babys gewaschen werden kann. Die Idee dahinter ist, dass Produkte, die Haut und Haar pflegen, wegen des ähnlichen Aufbaus auch Seidenfasern nicht schaden können. Grundsätzlich ist das zwar richtig, zumal solche Pflegeprodukte pH-neutral oder zumindest nur schwach alkalisch sind. Allerdings enthalten die Produkte eine Reihe von weiteren Inhaltsstoffen, die für Haut und Haar zwar gut sind, der Seide aber schaden können.

Das gilt beispielsweise für Parfum- und Farbstoffe sowie für rückfettende Substanzen, die die Seide speckig wirken lassen. Als schnelle Notlösung für zwischendurch können Haarshampoos und Duschgele deshalb verwendet werden. Für die normale, regelmäßige Wäsche von Seide sind sie aber nicht geeignet. 

Ein echtes Problem kann sich ergeben, wenn sich auf der Seide ein hartnäckiger Fleck befindet. Seidenwaschmittel sind nämlich sehr mild und verzichten meist auf Zusätze, die das Waschergebnis verbessern. Das hat zur Folge, dass die Seide die Wäsche unbeschadet übersteht, so mancher Fleck aber nicht rausgeht.

Fleckensalz, Bleiche, die Kombination aus Backpulver und Essig oder Hausmittel wie Gall- und Kernseife können einen hartnäckigen Fleck natürlich entfernen. Seide verträgt Behandlungen mit solchen Mitteln jedoch meist nicht. In diesem Fall bleibt deshalb letztlich oft nichts anderes übrig, als entweder mit dem kleinen Restfleck zu leben oder eben einen Entfernungsversuch zu wagen und dabei zu riskieren, das Seidenstück komplett zu ruinieren.

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