Anleitung zum Batiken auf Seide

Anleitung zum Batiken auf Seide 

Das Batiken gehört zu den sehr traditionellen Techniken, um Stoffe einzufärben und zu veredeln. Dabei sind der Phantasie beim Batiken letztlich keine Grenzen gesetzt und von einfachen Mustern bis hin zu aufwändigen Malereien ist nahezu alles möglich.

Für das Batiken eignen sich in erster Linie Naturfasern, zu denen neben Baumwolle oder Leinen auch die Seide gehört. Im Unterschied zu den robusteren Baumwoll- und Leinenstoffen müssen beim Batiken von Seide jedoch einige Punkte beachtet werden.  

 

Hier daher eine Anleitung sowie alles

Wichtige zum Batiken auf Seide auf einen Blick: 

 

Die Batikfarben

Im Grunde reicht es aus, sich Batikfarben in den Farbtönen Gelb, Rot, Blau und Schwarz anzuschaffen, denn mithilfe dieser vier Farbtöne können alle anderen Farbtöne erzielt werden. Batikfarben gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, und zwar als Heißbatikfarben, als Kaltbatikfarben und als Waschmaschinenfarben.

Für Batiken auf Seide, vor allem wenn diese zusätzlich mit Wachs gestaltet werden sollen, eignen sich nur Kaltbatikfarben. Diese wiederum gibt es abgepackt in kleinen Tütchen als Pulver oder in flüssiger Form. Die Farben werden den Anweisungen auf der Verpackung entsprechend angerührt.

Meist wird der Farbe zusätzlich etwas Kochsalz beigemischt, bei Seide zudem immer auch Essig.

 

Das Einfärben der Seidenstoffe

Neue Seidenstoffe sollten vor dem Batiken gewaschen werden, um sicherzustellen, dass mögliche Reste von Appreturen entfernt sind. Für 250g Stoff werden etwa zwei bis drei Liter Farbbad benötigt, das am besten in einem Kunststoffeimer mit Deckel oder in einer Kunststoffwanne angerührt wird.

Ersteres hat den Vorteil, dass das Farbbad sicher verschlossen einige Tage lang aufbewahrt und ohne Farbverluste wiederverwendet werden kann. Bevor die Seide in das Farbbad eingelegt wird, sollte der Stoff angefeuchtet werden. Dadurch nimmt der Stoff die Farbe nämlich besser und gleichmäßiger an. Die angefeuchtete Seide wird nun also in das Farbbad gelegt und unter regelmäßigem Rühren eingefärbt. Wichtig dabei ist, dass der Stoff vollständig vom Farbbad umgeben ist und frei in dem Gefäß schwimmt. Liegt der Stoff an dem Gefäß an, wird er an diesen Stellen weniger intensiv eingefärbt.

Wie lange die Seide in dem Farbbad verbleibt, hängt davon ab, wie intensiv der Farbton ausfallen soll. Grundsätzlich gilt hier, dass die nasse Seide immer etwas dunkler aussieht als später im getrockneten Zustand.  Die gefärbte Seide muss nun grob abtropfen, wird dann zwischen zwei Lagen Zeitungspapier gelegt, das die überschüssige Farbe aufsaugt, und anschließend zum Trocknen aufgehängt.

Bevor eine neue Wachsschicht aufgetragen werden kann, muss die Seide vollständig trocken sein, soll die Seide mit einer weiteren Farbe eingefärbt werden, sollte sie nur noch leicht feucht sein. Beim Einfärben der Seide gilt die Grundregel, dass immer von hell nach dunkel gefärbt wird. Das bedeutet, das Batiken beginnt immer mit den hellsten Farbtönen und endet mit den dunkelsten Nuancen.

Zudem muss beachtet werden, dass sich die Farben vermischen. Wird also ein gelbes Seidentuch in ein blaues Farbbad getaucht, verfärbt es sich grün, ein rotes Seidentuch in grüner Farbe wird zu einem braunen Seidentuch. Diese Mischtöne sind jedoch durchaus gewollt und geben den Batiken ihr charakteristisches Aussehen.

 

Das Reservieren von Farbflächen

Um die typische Batikoptik zu erzielen, werden die Stoffe nicht einheitlich und gleichmäßig eingefärbt, sondern mithilfe der Batikfarben werden unterschiedliche Muster gearbeitet. So kann die Seide selbst verknotet oder mit einer Schnur oder etwas Garn abgebunden werden. An den Stellen, an denen der Stoff abgedeckt ist, bleibt die Seide weiß oder in der jeweils vorliegenden Farbe.

Zudem können unterschiedliche Gegenstände in die Seide eingebunden werden, die dann für interessante Muster sorgen. Als Gegenstände eignen sich beispielsweise Steine, Äste oder Blätter, genauso aber auch Knöpfe, Perlen und Ähnliches.Sollen auf der Seide richtige Bilder entstehen, wird meist mit Wachs gearbeitet. Im Handel gibt es fertige Wachsmischungen für das Batiken, die aus Parafin und aus Bienenwachs bestehen.

Parafin führt zu kleinen Rissen, die die typischen Krakel auf Batiken ergeben. Bienenwachs ist elastischer und führt daher weniger zu Brüchen und Rissen. Möglich ist jedoch auch, mit gewöhnlichen weißen Haushaltskerzen zu arbeiten. Das Wachs wird vorsichtig geschmolzen und anschließend ähnlich wie Gutta als Reservierung aufgetragen. Wichtig ist, dass das Wachs weder zu kalt noch zu heiß ist.

Als Richtlinie gilt, dass das Wachs dann die ideale Temperatur hat, wenn die Seide nach dem Wachsauftrag optisch an Pergamentpapier erinnert. Dabei kann der Wachsauftrag entweder mit einem Pinsel, einer Bürste oder einem Stempel erfolgen oder das Wachs wird einfach über den Stoff geträufelt oder bei großen Flächen auch gegossen.

Das aufgetragene Wachs kühlt sehr schnell ab und wenn die Seide anschließend in das Farbbad getaucht wird, behält die mit Wachs abgedeckte Fläche ihre aktuelle Farbe. Die nächsten Arbeitsschritte bleiben nun immer gleich. Das bedeutet, Wachs wird aufgetragen und die Seide nach dem Erstarren der Wachsschicht in das Farbbad gegeben. Dann muss die Seide trocknen und die nächste Wachsschicht kann aufgetragen werden. Nach dem letzten Färbegang wird das Wachs aus der trockenen Seide entfernt, wobei es hierzu drei Möglichkeiten gibt.

Eine Möglichkeit besteht darin, die Seide zwischen saugfähiges Papier zu legen und solange vorsichtig mit dem Bügeleisen zu behandeln, bis das Wachs entfernt ist. Allerdings verbleibt bei dieser Methode immer ein kleiner Wachsrest im Stoff. Eine Alternative ist daher, das Wachs auszukochen.

Dazu wird Wasser bis zu einer Temperatur von etwa 60 Grad erhitzt. In dieses Wasser wird die Seide dann mithilfe einer Zange oder einem anderen Greifwerkzeug mehrere Male eingetaucht. Das Wachs schmilzt und setzt sich an der Wasseroberfläche ab. Zur Nachbehandlung wird die Seide in Feinwaschmittel, Haarshampoo oder Seidenwaschmittel ausgewaschen. Die dritte Möglichkeit besteht darin, die Wachsrückstände chemisch entfernen zu lassen. 

 

Weiterführende Anleitungen, Tipps und Ratgeber für Seidenstoffe:

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