Seide färben oder entfärben

Seide färben oder entfärben

Seide ist ein wunderbares und edles Naturmaterial mit einem sanft schimmernden Glanz, einem weich fließenden Fall und einem einmaligen Griffgefühl. Außerdem sind Seidenprodukte in den verschiedensten Farben und mit allerlei Mustern erhältlich. Trotzdem kann es natürlich sein, dass der Farbton verändert werden soll. So zum Beispiel, weil der Besitzer die Farbe gerne kräftiger oder dezenter hätte, weil er eine komplett andere Farbe möchte oder auch, weil ein Seidenstück einen Fleck hat und durch das Umfärben gerettet werden soll.

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Seide färben oder entfärben

Insgesamt gilt Seide als ein sehr empfindlicher Stoff, der eine sanfte Pflege erfordert und einige Behandlungen nicht verzeiht. Doch so sensibel wie oft befürchtet, ist Seide gar nicht. Viele seidene Textilien können beispielsweise bedenkenlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Auch das Färben oder Entfärben von Seide ist durchaus möglich.

Wir erklären, wie es geht!:

Seide färben

Um den Farbton von Seide zu verändern, wird ein Färbemittel benötigt, das für dieses Material geeignet ist. Es muss aber keine spezielle Farbe nur für Seide sein. Eine Textilfarbe, die für Fasern wie eben Seide oder auch Wolle geeignet ist, genügt. Deshalb einfach auf der Verpackung nachschauen, ob dort angegeben ist, dass das jeweilige Färbemittel für Seide verwendet werden kann. Ist das der Fall, steht dem Färben nichts im Wege.

Solche Farben sind sowohl im Bastelbedarf als auch in Drogerien erhältlich. Und meistens eignen sich die Färbemittel sowohl für das Färben in der Waschmaschine als auch von Hand.

Wenn die Seide laut Pflegeetikett in der Waschmaschine gewaschen werden kann, ist der bequemere Weg, maschinell zu färben. Dazu wird die Farbe ins Waschmittelfach der Maschine gegeben. Die genaue Anleitung ist auf der Verpackung beschrieben.

Schonender für die Seide ist aber das manuelle Färben. Und wie das funktioniert, zeigen wir jetzt.

Die benötigen Materialien

  • großes Gefäß für das Färbebad

  • Textilfarbe für Seide

  • Kochlöffel oder ähnliches Rührwerkzeug

  • Einweghandschuhe

  • warmes Wasser

So geht’s

Maßgeblich sind immer die Gebrauchshinweise des Herstellers. Denn je nach Färbemittel kann es kleinere Unterschiede geben. So ist zum Beispiel manchmal die Farbe schon gebrauchsfertig mit einem Färbesalz vermischt. In anderen Fällen muss das Färbesalz separat ins Färbebad eingerührt oder etwas Essig zur Farbe gegeben werden.

Grundsätzlich läuft das Färben dann so ab:

  • Zuerst wird ein ausreichend großes Gefäß für das Färbebad bereitgestellt. Das kann eine Schüssel, ein Eimer oder ein alter Kochtopf sein. Wichtig ist nur, dass das Gefäß so groß ist, dass der Seidenstoff darin schwimmen kann, ohne ständig an den Wänden anzuliegen.

  • In das Gefäß wird dann 60 Grad warmes Wasser eingefüllt. Das gilt auch dann, wenn die Seide laut Etikett eigentlich nur Temperaturen bis 30 oder 40 Grad verträgt.

  • Nun die Handschuhe überziehen und die Textilfarbe im Wasser auflösen. Die Menge der Farbe richtet sich nach der Wassermenge und dem gewünschten Farbton. Eine Tabelle findet sich auf der Verpackung.

  • Dann wird die Seide in die Farbe eingetaucht. Dabei darauf achten, dass der Stoff komplett mit Wasser bedeckt ist.

  • Die Seide bleibt nun eine Stunde lang in dem Färbebad. Zwischendurch sollte der Stoff immer mal wieder behutsam im Wasser bewegt werden. Dadurch ist sichergestellt, dass die Seide überall gleichmäßig eingefärbt wird.

  • Nach der Stunde wird die Seide aus dem Färbebad genommen und unter fließendem Wasser ausgespült, bis das Wasser klar bleibt.

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  • Anschließend den gefärbten Stoff zwischen zwei Handtücher geben und das überschüssige Wasser behutsam herausdrücken. Die nasse Seide nicht auswringen, denn das könnte die Fasern beschädigen.

  • Danach die Seide langsam trocknen lassen. Handelt es sich um ein Kleidungsstück, sollte es vor dem ersten Tragen einmal wie gewohnt gewaschen werden.

  • Damit ist das Färben abgeschlossen.

Nun kann es aber sein, dass der Seidenstoff recht dunkel ist und deshalb nur mit einer noch dunkleren Farbe überfärbt werden könnte. Daneben ist möglich, dass die Seide in kräftigen Farben eingefärbt ist, die zusammen mit dem Färbebad ungewollte Mischtöne ergeben würden.

Eine ursprünglich gelbe Seidenbluse, die eigentlich rot werden sollte, erscheint nach dem Färben dann zum Beispiel orange. In solchen Fällen ist es besser, den Stoff zuerst zu entfärben und ihm dann im zweiten Schritt die eigentliche Farbe zu verleihen.

Seide entfärben

Grundsätzlich sollten sich chemische Behandlungen in Grenzen halten. Denn wenn Seidenstoffe mehrfach ent- und gefärbt werden, nutzen sich die Fasern ab. Die Seide verliert ihren Glanz und wird brüchig. Doch die Seide steckt es weg, wenn sie mal entfärbt und danach wieder frisch eingefärbt wird.

Zum Entfärben ist ein herkömmlicher Textil-Entfärber aus der Drogerie das Mittel der Wahl. Wichtig ist nur, darauf zu achten, dass der Entfärber auch für Seide und Wolle geeignet ist. Diese Angabe muss auf der Verpackung stehen.

Das Entfärben kann in der Waschmaschine oder per Handwäsche erfolgen. Hier hängt es wieder davon ab, wie die Seide gewaschen werden kann. Insgesamt ist die Handwäsche aber schonender.

Die benötigen Utensilien

  • ausreichend großes Gefäß mit Deckel

  • Textil-Entfärber für Seide

  • Wasser

  • Handschuhe

Die Vorgehensweise

Zunächst wird das Gefäß mit Wasser gefüllt. Das Wasser sollte mindestens 30 Grad warm sein. Anschließend wird der Entfärber ins Wasser eingerührt. Die Menge ist auf der Verpackung angegeben.

Nun wird der Seidenstoff in das Entfärberbad eingetaucht. Dabei Handschuhe tragen, um die Haut vor den Chemikalien zu schützen. Wenn der Seidenstoff komplett mit dem Wasser bedeckt ist, wird das Gefäß luftdicht verschlossen. Wer keinen passenden Deckel hat, kann zum Beispiel eine Plastiktüte über das Gefäß legen und mit einem Gummiband fixieren.

Die Seide muss dann mindestens vier Stunden lang in dem Entfärberbad einweichen. Je nachdem, wie stark die Seide eingefärbt oder verschmutzt ist, kann es aber auch notwendig sein, dass sie die Nacht über im Entfärberbad bleibt.

Hat der Entfärber seine Arbeit verrichtet, wird der Seidenstoff zuerst gründlich unter fließendem Wasser ausgespült. Danach wird die Seide noch einmal wie gewohnt gewaschen.

Auf diese Weise ist sichergestellt, dass wirklich alle Reste des Entfärbers aus den Fasern entfernt sind. Anschließend kann der Seidenstoff so hell bleiben oder frisch eingefärbt werden.

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Thema: Seide färben oder entfärben

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Hier schreiben Michael Husmann, 47 Jahre, Geschäftsinhaber einer B2B Stoffhandel Firma, die Künstlerin Elke Bornholt, 39 Jahre, mit einem Faible für Seidenmalerei und Bastelarbeiten, Karina Notzko, 32 Jahre und Schneidermeisterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber der Webseite und Redakteur. Wir möchten alles Wissenswerte rund um Seide bzw. Seidenstoffe vermitteln.

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