Ein paar Tipps und Tricks für die Seidenmalerei

Ein paar Tipps und Tricks für die Seidenmalerei 

Die Seidenmalerei ist nicht nur ein Hobby, das sehr viel Spaß macht, sondern auch ein Hobby, durch das selbst Anfänger und weniger geübte Maler tolle Kunstwerke kreieren können.

Zudem gibt es gerade beim Malen auf Seide recht viele Möglichkeiten, um ein etwas missglücktes Bild doch noch zu retten oder um einem Bild mit einfachen Mitteln eine ganz besondere Note zu verleihen. 

 

Ein paar dieser Tipps und Tricks für die Seidenmalerei
verrät die folgende Übersicht:

 

Fehler korrigieren

Viele arbeiten mit Gutta, um einzelne Flächen zu begrenzen und so gleichzeitig zu verhindern, dass die Farben ineinander laufen. Nun kann es aber passieren, dass eine Konturenlinie doch nicht vollständig geschlossen ist. Im ersten Moment ist es zwar zweifelsohne ärgerlich, wenn eine Farbe ungehindert in eine andere Farbfläche läuft, aber in vielen Fällen lässt sich der Fehler noch korrigieren.

Ein Werkzeug, das sich für den ersten Schritt der Rettungsmaßnahme als sehr wertvoll und hilfreich erweisen kann, ist ein Föhn. Wird die auslaufende Farbe damit sofort getrocknet, lässt sich nämlich verhindern, dass sie sich zu sehr ausbreitet. Nach dem Trockenföhnen wird die Guttalinie noch einmal nachgezogen, die dann ebenfalls trocknen muss.

Anschließend kann die verfärbte Fläche noch einmal ausgemalt werden, entweder in einem neuen Farbton oder in der ursprünglichen Farbe, wobei es dann notwendig sein kann, eine Nuance dunkler zu wählen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, aus der ausgelaufenen Farbe eine Mischfarbe zu gestalten. Ist beispielweise blaue Farbe in ein Feld ausgelaufen, das eigentlich Rot werden sollte, kann das ganze Farbfeld zügig mit viel roter Farbe übermalt werden.

Dadurch vermischen sich die Farben und es entsteht ein sattes Purpurrot. Wird hingegen braune Farbe mit Gelb und Rot übermalt, solange sie noch feucht ist, ergibt sich ein warmes Terrakotta.

Als dritte Möglichkeit bleibt außerdem immer noch, das Bild einfach um ein weiteres Motiv zu erweitern, eine Pflanze beispielsweise durch ein zusätzliches Blatt, eine Blüte oder einen kleinen Glückskäfer.    

 

Farben mischen

Um Seidenbilder zu malen, reichen im Prinzip die vier Farben Gelb, Rot, Blau und Schwarz aus. Mit diesen Farben lassen sich nämlich nahezu alle anderen Farbtöne mischen und zudem auch eigene Mischfarben kreieren. Um die Grundfarben aufzuhellen, wird einfach Wasser hinzugefügt. Werden beispielsweise Gelb und Rot zu gleichen Teilen vermischt, entsteht Orange, Gelb und Blau zu gleichen Teilen ergibt Grün und für ein leuchtendes Violett werden Gelb, Rot und Blau zu gleichen Teilen gemischt.

Ein dunkles Grau ergibt sich aus einem Teil Schwarz und einem Teil Wasser, für ein helles Grau werden ein Teil Schwarz und zwei Teile Wasser miteinander vermischt. Besondere Effekte lassen sich außerdem erzielen, wenn den Farben etwas Farbglitter hinzugefügt wird.

So kann Grau mit ein wenig Silberstaub, Gelb mit etwas Goldstaub und Rot mit ein wenig rotem Glitter aufgepeppt werden. Farbglitter gibt es in verschiedenen Farben und entweder in Tuben oder in kleinen Plastikdöschen. Wer den Glitter nicht direkt in die Farben mischen möchte, kann ihn auch mit einem Pinsel oder direkt aus der Tube auf die Seide auftragen.

Farbglitter lässt die Seide allerdings etwas steifer werden, weshalb eher sparsam damit umgegangen werden sollte. 

 

Gutta als Zierelement

Gutta eignet sich nicht für Begrenzungslinien, sondern kann auch gezielt für Dekorationen genutzt werden. So ist es möglich, ein bereits bemaltes Seidentuch oder Seidenbild mit Linien, Kreisen, Schnörkeln, Sternen oder Blüten aufzupeppen.

Besonders schön sehen dabei Verzierungen mit Gutta in Gold, Silber oder Kupfer aus. Der Auftrag kann direkt aus der Tube erfolgen, möglich ist aber auch, etwas Gutta mit einem dünnen Pinsel aufzunehmen und auf der Seide zu vermalen.   

 

Ohne Gutta malen

Wer sein Seidenbild ohne Konturen gestalten möchte, kann sich mit Aquarellgrund behelfen. Dabei wird die Seide zunächst wie gewohnt auf einen Rahmen gespannt oder mittels Kreppband auf einem geraden, ebenen Untergrund fixiert.

Anschließend wird die gesamte Fläche, die bemalt werden soll, mit Aquarellgrundierung bestrichen. Am schnellsten und einfachsten ist dies mit einem sehr breiten Pinsel möglich. Die Grundierung, die die Farben am Fließen hindert, muss nun gut trocknen. Danach kann die Seide ganz normal bemalt werden. 

 

Salz als Hilfsmittel

Im Fachhandel ist das sogenannte Effektsalz erhältlich. Dieses Salz wird auf die bemalte und noch feuchte Seide gestreut und bewirkt, dass die Farbe etwas aufgehellt wird. Wie das Muster aussieht, das dabei entsteht, hängt von der Körnung des Salzes ab. Feinkörniges Effektsalz führt zu feinen Mustern, die an verwischte Farbe erinnern.

Grobkörniges Salz wiederum erzeugt eher punktuelle Effekte. Das Salz bleibt solange auf der Seide liegen, bis diese vollständig getrocknet ist, erst danach wird es entfernt. Wer etwas experimentieren möchte, muss aber nicht unbedingt Effektsalz kaufen. Eine ähnliche Wirkung lässt sich nämlich auch mit herkömmlichen, gröberem Haushaltssalz erzielen.  

 

Kopieren statt malen

Statt die Seide zu bemalen, können Motive auch auf die Seide kopiert werden. Hierfür eigenen sich beispielsweise Bilder aus Zeitschriften und Kopien von Fotos, aber auch Zeitungsseiten können übertragen werden.

Für den Übertrag wird die Seide auf einen Rahmen gespannt und dieser anschließend so auf eine rutschfeste Unterlage gelegt, dass die Rückseite nach oben zeigt. Zum Schutz der Unterlage sollte vorher aber eine Folie oder eine Plastiktüte ausgelegt werden.

Dann wird das Motiv mit der Bildseite nach unten auf der Seide positioniert. Jetzt wird etwas Küchenkrepp in Nitroverdünnung getränkt und solange über das Motiv gerieben, bis der Abdruck auf der Seide zu sehen ist. Zwischendurch kann es notwendig werden, das Küchentuch erneut mit Nitroverdünnung zu tränken.

Wichtig ist aber, darauf zu achten, dass das Motiv nicht verrutscht. Ist das Bild übertragen, kann es entweder so belassen oder mit Seidenmalfarben weiter ausgestaltet werden.

 

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