Scrunchys aus alten Seidentüchern nähen – so geht’s

Scrunchys aus alten Seidentüchern nähen – so geht’s

Viele Trends halten sich eine Weile, verschwinden dann von der Bildfläche und kehren einige Zeit später wieder zurück. So ist es auch mit den Scrunchys. Die auffälligen Haargummis aus bunten Stoffen verzierten früher schon die Frisuren von Mädchen und Frauen. Jetzt hat die Modewelt den Haarschmuck wiederentdeckt. Ein ziemlich junger Trend wiederum ist das Upcycling.

Scrunchys aus alten Seidentüchern nähen - so geht's

Im Sinne der Nachhaltigkeit geht es hier darum, alte Dinge nicht einfach wegzuschmeißen, sondern zu schönen, neuen Dingen zu verarbeiten.

Wir verbinden beide Trends miteinander und nähen coole Scrunchys aus alten Seidentüchern. Also, los geht’s!:

Was genau sind Scrunchys überhaupt?

Scrunchys sind Haargummis, die mit Stoff überzogen sind. Früher hieß der Haarschmuck oft einfach nur Haargummi, heute werden die trendigen Accessoires Scrunchys genannt.

Ihre ganz große Zeit hatten Scrunchys in den 1990er-Jahren. Damals zierten Haargummis aus bunten Baumwollstoffen, glänzendem Satin oder edlem Samt unzählige Frisuren. Komplett in der Versenkung verschwunden, sind Scrunchys zwar nie. Aber nach dem großen Trend waren sie irgendwann einfach nicht mehr besonders angesagt.

Doch seit einiger Zeit feiern die auffälligen Haargummis ihr Comeback. Mode-Blogger, Fashionistas und Designer haben das Accessoire wieder ausgegraben und zu einem Trend gemacht. Allerdings kommen die Scrunchys heute oft luxuriöser daher.

Statt aus schlichten Baumwollstoffen bestehen sie gerne mal aus edlen Vintage-Seidentüchern. Das macht sich dann allerdings auch im Preis bemerkbar. Grund genug, sich ein paar alte Seidentücher zu schnappen und das angesagte Accessoire einfach selbst zu nähen.

Die Materialien für seidene Scrunchys

Das wichtigste Element für den individuellen Haarschmuck ist ein altes Seidentuch. Ob es sich dabei um ein klassisches Tuch, einen Seidenschal, einen Stoffrest oder eine weniger gelungene Seidenmalerei handelt, spielt keine Rolle. Nur sollte der Seidenstoff groß genug sein, um daraus einen ungefähr 50 cm langen und 12 cm hohen Streifen zuschneiden zu können.

Neben dem Seidentuch werden folgende Materialien und Werkzeuge benötigt:

  • 15 cm Gummiband

  • Nähmaschine und eventuell Nadel

  • Nähgarn, farblich zum Seidentuch passend

  • Schere und Maßband

  • Sicherheitsnadel und Stecknadeln

  • Bügeleisen

  • Baumwolltuch, das beim Bügeln als Schutz auf die Seide gelegt werden kann

Hilfreich ist außerdem Schneiderkreide. Doch sie ist nicht unbedingt notwendig.

Scrunchys aus alten Seidentüchern nähen – so geht’s

Scrunchys zu nähen, ist nicht schwer. Seidenstoff zu verarbeiten, ist zwar etwas anspruchsvoller als zum Beispiel Baumwolle. Bei den Haargummis fällt das aber nicht weiter ins Gewicht. Zudem haben wir die Anleitung sehr einfach gehalten, so dass auch Anfänger den Haarschmuck problemlos anfertigen können.

  1. Schritt: die Seide zuschneiden und bügeln

Zuerst wird aus dem Seidentuch ein Streifen zugeschnitten, der 50 cm lang und 12 cm hoch ist. Es wird etwas einfacher, die Seide zuzuschneiden, wenn die Schnittkante vorher mit Schneiderkreide markiert wird.

Zur Not geht es aber natürlich auch ohne. Wichtig ist nur, das Seidentuch für den Zuschnitt flach auszubreiten. Denn wenn die Seide, wie sonst beim Zuschnitt üblich, doppelt liegt, verrutscht der Stoff sehr schnell.

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Der zugeschnittene Seidenstreifen wird nun glatt gebügelt. Dazu die Seide am besten mit einem leicht feuchten Baumwolltuch abdecken und bei mäßiger Hitze ohne Dampf bügeln. Seide ist recht empfindlich und zu viel Wärme oder Dampf können unschöne Spuren hinterlassen.

Tipp:

Wer nur kleinere Seidentücher hat, kann sie natürlich ebenfalls verwenden. Dann einfach kürzere Streifen zuschneiden und zu einem langen Seidenstreifen zusammennähen.

  1. Schritt: die Seide nähen

Jetzt wird der Seidenstreifen so zusammengeklappt, dass die beiden kurzen Seiten aufeinander liegen. Der Stoff liegt dabei rechts auf rechts, die schönen Vorderseiten zeigen also nach innen. Damit nichts verrutscht, werden die Kanten mit Stecknadeln fixiert.

Dann werden die kurzen Seitenkanten zusammengenäht. Dabei ruhig etwas Abstand zum Rand lassen, damit die Naht gut hält. Ist die Naht fertig, wird die Nahtzugabe auseinandergeklappt und gebügelt. Aus dem Seidenstreifen ist nun ein Ring geworden.

Als nächstes wird die Seide der Länge nach zusammengefaltet, dieses Mal aber links auf links. Die Vorderseiten des Stoffs zeigen also nach außen. Nach dem Falten wird die Seide wieder gebügelt. Anschließend wird der Stoff an den beiden offenen Kanten jeweils 1 cm breit nach innen eingeschlagen. Diese Nahtzugabe wird ebenfalls mit dem Bügeleisen fixiert.

Nun wird die offene Kante zugenäht. Dabei die Naht möglichst nah am Rand arbeiten. Genäht wird einmal rundherum, nur eine kleine, etwa 1 cm breite Öffnung bleibt offen. Die Öffnung wird benötigt, um das Gummiband einzuziehen.

  1. Schritt: das Gummiband einziehen

Inzwischen sollte sich der seidene Stoffstreifen in einen geschlossenen Schlauch verwandelt haben. Was jetzt noch fehlt, ist das Gummiband.

Weil das Gummiband viel kürzer ist als der Seidenschlauch, ist es ratsam, an einem Ende eine große Sicherheitsnadel zu befestigen. So ist sichergestellt, dass das Gummiband nicht in den Stoff hineinrutscht.

Das andere Ende wird ebenfalls auf eine Sicherheitsnadel gezogen. Mithilfe dieser Sicherheitsnadel kann das Gummiband dann durch die Öffnung in den Seidenschlauch eingezogen werden.

Anschließend werden die beiden Enden des Gummibandes zusammengenäht. Mit der Nähmaschine eignet sich dafür ein Zickzackstich am besten. Genauso ist aber möglich, die Naht von Hand zu arbeiten. Wenn das Gummiband nach dem Zusammennähen losgelassen wird, verschwindet es im Seidenschlauch.

Die kleine Öffnung kann ruhig offen bleiben. Denn die Seide zieht sich soweit zusammen, dass sie ohnehin nicht mehr zu sehen ist. Wer möchte, kann aber selbstverständlich auch die Öffnung noch mit zwei, drei Stichen schließen.

Damit ist der selbstgemachte Scrunchy fertig! Er kann nun einen Pferdeschwanz, einen Zopf oder einen Dutt verzieren. Aber auch als Geschenk macht er sich natürlich prima.

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Hier schreiben Michael Husmann, 47 Jahre, Geschäftsinhaber einer B2B Stoffhandel Firma, die Künstlerin Elke Bornholt, 39 Jahre, mit einem Faible für Seidenmalerei und Bastelarbeiten, Karina Notzko, 32 Jahre und Schneidermeisterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber der Webseite und Redakteur. Wir möchten alles Wissenswerte rund um Seide bzw. Seidenstoffe vermitteln.

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