Kissen aus Seidenkrawatten nähen – so geht’s

Kissen aus Seidenkrawatten nähen – so geht’s

Die Wurzeln der Krawatte liegen in Militäruniformen. Vor rund 400 Jahren begegneten die Franzosen dem Accessoire erstmals, als sie auf kroatische Söldner trafen. Sie trugen Krawatten, um Freunde von Feinden zu unterscheiden, aber auch um Hierarchien zum Ausdruck zu bringen.

Kissen aus Seidenkrawatten nähen - so geht's

Von dieser Begegnung leitet sich der Name ab, denn à la cravate bedeutet übersetzt auf kroatische Art.

Bis heute gehören zu vielen Uniformen Krawatten oder Halstücher dazu. Aber Krawatten waren auch ein Zeichen vom Status. So trugen zum Beispiel Büroangestellte Krawatten, einfache Arbeiter nicht. Bei feierlichen und festlichen Anlässen wurde der chice Anzug samt Krawatte hervorgeholt, im Alltag genügten Hose und Hemd.

Heute sind Krawatten in erster Linie ein modisches Accessoire. Doch Moden und Trends ändern sich genauso wie der eigene Geschmack. Und so kommt es nicht selten vor, dass sich im Laufe der Jahre diverse Krawatten ansammeln, die nicht mehr getragen werden.

Doch zum Wegschmeißen sind vor allem edle Seidenkrawatten viel zu schade. Andererseits muss das auch gar nicht sein. Denn Seidenkrawatten lassen sich zu unterschiedlichen Dingen verarbeiten. Kleine Handytaschen oder Gürtel sind zwei Beispiele.

Eine andere Idee stellen wir in dieser Anleitung vor: Wir nähen ein edles Kissen aus den Seidenkrawatten!

Die Materialien für ein Kissen aus Seidenkrawatten

  • ungefähr 6 bis 12 Seidenkrawatten, je nach Breite der Krawatten und gewünschter Kissengröße

  • altes Herrenhemd

  • Nähmaschine und Garn

  • Stecknadeln

  • Schere

  • Maßband

  • Schneiderkreide oder Stift

  • Bügeleisen

  • Innenkissen im gewünschten Format

Kissen aus Seidenkrawatten nähen – so geht’s

Upcycling, also alte Dinge zu neuen, schönen Gegenständen aufzuarbeiten, ist ein riesiger Trend. Und diesen Trend greifen wir gleich in zweierlei Hinsicht auf. Wir schenken nämlich nicht nur alten Seidenkrawatten ein neues Leben.

Stattdessen verarbeiten wir auch ein ausgemustertes Hemd. Auf diese Weise muss kein Stoff gekauft werden. Nebenbei bringt das Hemd praktischerweise durch die Knopfleiste gleich einen ordentlich gearbeiteten Verschluss mit.

  1. Schritt: die Krawatten anordnen

Als erstes werden die Seidenkrawatten für das Kissen ausgesucht und so auf der Arbeitsfläche angeordnet, wie sie später erscheinen sollen. Je nach Format, Farben und Muster der Seidenkrawatten muss hier ein bisschen herumprobiert werden, was am besten aussieht.

Generell sollten die Krawatten aber jeweils versetzt zueinander positioniert werden, also einmal mit der breiten Spitze und einmal mit dem schmalen Ende nach unten. Denn zum einen wirkt das optisch schöner und zum anderen entsteht auf diese Weise eine geschlossene, eckige Fläche.

  1. Schritt: die Vorderseite vom Kissen nähen

Als nächstes werden die Seidenkrawatten zusammengenäht. Dafür werden die ersten beiden Krawatten rechts auf rechts, also mit den schönen Vorderseiten nach innen, aufeinandergelegt. Dann werden die zwei Krawatten knappkantig aneinandergeheftet.

So sind sie fixiert. Danach kann mit einem großen, dekorativen Zickzack-Stich über die Kante genäht werden. Je nachdem, wie bunt die Krawatten sind, kann ein Garn in einer Kontrastfarbe dabei für einen schönen Effekt sorgen.

Sind die ersten zwei Krawatten zusammengenäht, wird die dritte Krawatte hinzugefügt. Auch sie wird wieder rechts auf rechts auf die Nachbarkrawatte gelegt, angeheftet und mit dem Zickzack-Stich festgenäht. Auf diese Weise werden nach und nach alle Seidenkrawatten zu einer großen Fläche zusammengefügt.

Die Seidenkrawatten werden vermutlich länger sein als das Kissen. Deshalb werden sie jetzt auf die gewünschte Länge abgeschnitten. Dabei ist es am besten, die Krawatten auf beiden Seiten abzuschneiden. Auf diese Weise hat die Stofffläche nämlich vier gerade Kanten.

  1. Schritt: das Hemd für die Rückseite zuschneiden

Die Rückseite vom Kissen fertigen wir aus einem ausgemusterten Hemd. Da die Knopfleiste den Verschluss vom Kissen ergibt, sollte das Hemd auf der Vorderseite einmal kurz glattgebügelt werden.

Anschließend wird aus dem Hemd ein Rechteck in der Größe des Kissens ausgeschnitten. Wer sich das Ausmessen sparen möchte, kann dazu einfach die zusammengenähten Seidenkrawatten als Schablone nehmen.

Die Knopfleiste kann mittig verlaufen oder zu einer Seite hin versetzt sein. Außerdem kann der Verschluss waagerecht oder senkrecht angeordnet werden. Das bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

  1. Schritt: das Kissen zusammennähen

Nun werden die beiden Seiten der Kissenhülle miteinander verbunden. Dazu werden die zusammengenähten Seidenkrawatten und das Stoffstück aus dem Hemd rechts auf rechts aufeinander gelegt. Damit nichts verrutscht, werden die beiden Stoffteile mit Stecknadeln zusammengesteckt.

Dann wird einmal rundherum eine Naht gearbeitet. Eine Wendeöffnung ist nicht notwendig, denn durch die Knopfleiste am Hemd hat die Kissenhülle schon einen Verschluss, der aufgeknöpft werden kann. Die vier Seiten können also komplett zusammengenäht werden.

Damit eine saubere und stabile Naht entsteht, die die Stoffe überall sicher zusammenhält, sollte die Naht aber mit etwa 1 cm Abstand zum Rand gesetzt werden. Falls beim Zusammennähen irgendwo ein störender Knopf auftaucht, wird er einfach entfernt.

Ist die Naht fertig, werden überstehende Fäden sicherheitshalber noch einmal gut miteinander verknotet. Dann wird der Stoff an den vier Ecken knapp neben der Naht schräg abgeschnitten. Dadurch sehen die Ecken der Kissenhülle nach dem Wenden schöner und gleichmäßiger aus.

  1. Schritt: das Kissen fertig stellen

Nach dem Nähen kann die Kissenhülle aufgeknöpft und gewendet werden. Dann kann das Innenkissen hineingesteckt und die Hülle wieder zugeknöpft werden.

Und schon ist aus alten Seidenkrawatten und einem ausgemusterten Hemd ein chices Kissen entstanden, das bestimmt einen Ehrenplatz auf dem Sofa findet!

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Hier schreiben Michael Husmann, 47 Jahre, Geschäftsinhaber einer B2B Stoffhandel Firma, die Künstlerin Elke Bornholt, 39 Jahre, mit einem Faible für Seidenmalerei und Bastelarbeiten, Karina Notzko, 32 Jahre und Schneidermeisterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber der Webseite und Redakteur. Wir möchten alles Wissenswerte rund um Seide bzw. Seidenstoffe vermitteln.
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