Anleitung für ein seidenes Dreieckstuch

Anleitung für ein seidenes Dreieckstuch

Ein Seidentuch muss nicht immer nur quadratisch oder rechteckig sein. Auch als Dreieckstuch macht es eine gute Figur!

Wenn von Seidentüchern die Rede ist, denken die meisten an quadratische Tücher. Daneben gibt es noch Seidenschals, die eine längliche Form haben. Zudem werden Seidentücher und Seidenschals mit eleganteren Outfits in Verbindung gebracht und vor allem in der warmen Jahreszeit verortet.

Dass es auch anders geht, beweist diese Anleitung. Wir fertigen nämlich ein dreieckiges Seidentuch an. Zudem kombinieren wir die Seide mit einem zweiten Stoff. Dadurch erhält das Dreieckstuch eine elegantere und eine legerere Seite.

Also, los geht’s!

 

Die Materialien für ein seidenes Dreieckstuch

  • Seide
  • zweiter Stoff nach Wunsch, z.B. Baumwollstoff oder Jersey
  • Papier, Schere und Maßband
  • feines Nähgarn mit Fadenstärke 100
  • Nähmaschine mit feiner Nähmaschinennadel (Stärke 60 oder 70)
  • dünne Stecknadeln
  • feine Nähnadel und Nähgarn

Die Anleitung für ein seidenes Dreieckstuch

Das Dreieckstuch besteht aus zwei Stofflagen. Die Seide bildet die eine Seite des Tuchs und für die andere Seite wird ein zweiter Stoff verarbeitet. Bei diesem Stoff kann es sich beispielsweise um einen Baumwollstoff, Jersey oder auch ein dickeres, warmes Gewebe handeln.

Durch den Materialmix sieht das Dreieckstuch nicht nur toll aus, sondern ist auch robuster. Und wenn die feine, zarte Seide, die eher für sommerliche Tücher geeignet ist, mit einem etwas wärmeren Stoff kombiniert wird, kann das Tuch sogar das ganze Jahr über getragen werden.

 

  1. Schritt: das Schnittmuster anfertigen

Bevor das Nähen beginnt, wird zuerst das Schnittmuster angefertigt. Auf einem Baumwollstoff könnte der Zuschnitt zwar auch direkt erfolgen. Bei Seide klappt das aber nicht. Denn Seide ist glatt und könnte deshalb verrutschen.

Für das Schnittmuster wird ein großer Bogen Papier ausgebreitet. Anschließend wird auf dem Papier ein Quadrat markiert. Wie groß das Quadrat sein sollte, hängt von der gewünschten Größe des Dreieckstuchs ab. Für einen Erwachsenen darf die Kantenlänge aber gut und gerne 100 cm betragen.

Ist das Quadrat aufgezeichnet, werden die linke obere Ecke und die rechte untere Ecke miteinander verbunden. Es wird also die Diagonale eingezeichnet, die das Quadrat in zwei Hälften teilt. Damit ist das Schnittmuster für das Tuch fertig und kann ausgeschnitten werden.

 

  1. Schritt: die Stoffe zuschneiden

Nun werden die beiden Stoffe für das Dreieckstuch zugeschnitten. Als erstes ist die Seide an der Reihe. Damit der Seidenstoff beim Zuschnitt nicht verrutscht, ist es ratsam, ihn auf ein Baumwoll- oder Leinentuch zu legen. Anschließend wird das Schnittmuster auf dem Stoff positioniert und am besten mit Gewichten beschwert. So kann die Seide nun mit einer Nahtzugabe von einem Zentimeter zugeschnitten werden.

Danach wird auch der zweite Stoff zugeschnitten, ebenfalls mit einer Nahtzugabe von einem Zentimeter.

 

  1. Schritt: das Dreieckstuch nähen

Vor dem Zusammennähen der beiden Stoffe sollte überlegt werden, ob das Dreieckstuch weitere Verzierungen wie beispielsweise Applikationen oder dekorative Steppnähte bekommen soll. Wenn ja, werden diese jetzt gearbeitet. Dadurch verschwinden die Nähte auf der Rückseite nämlich im Dreieckstuch.

Sind die beiden Stoffe fertig zum Zusammennähen, werden sie rechts auf rechts aufeinandergelegt. Die schönen Vorderseiten zeigen also nach innen und die beiden Stoffrückseiten befinden sich außen. Dann werden die beiden Stoffe mit dünnen Stecknadeln zusammengesteckt. Dünne Stecknadeln deshalb, damit in der Seide nicht unnötig große Löcher entstehen.

In die Nähmaschine wird eine Nähmaschinennadel in der Stärke 60 oder 70 eingesetzt. Wichtig ist, dass die Nadel keine Beschädigungen oder rauen Stellen aufweist. Andernfalls könnte der Seidenstoff Fäden ziehen. Wer eine Geradstichplatte mit einem kleinen Loch hat, sollte diese verwenden. Die Platte macht es leichter, einen sauberen Steppstich zu nähen und verhindert gleichzeitig, dass der zarte Seidenstoff ins Stichloch gezogen wird. Genäht wird mit einem dünnen Faden in der Stärke 100 oder 120. Ein robuster Stoff aus Baumwolle verträgt auch dickere Nadeln und ein stärkeres Garn. Aber Seide ist nun einmal wesentlich zarter und deshalb auch viel empfindlicher.

Die beiden Stofflagen werden nun rundherum mit einem kleinen Steppstich zusammengenäht. Die Stichlänge sollte nicht größer sein als zwei Millimeter. Ratsam ist außerdem, die Fadenspannung zu verringern. Durch die geringere Fadenspannung wird die Naht schön glatt und die Seide wellt sich nicht. Gute zehn Zentimeter vor dem Anfang der Naht wird das Zusammennähen beendet. Die Öffnung, die verbleibt, wird benötigt, um den Stoff zu wenden.

Ist die Naht fertig, wird der Stoff an den drei Ecken leicht schräg abgeschnitten, damit sich durch die Nahtzugabe keine unschönen Knubbel bilden. Anschließend wird das Tuch über die Wendeöffnung auf die richtige Seite gedreht. Wenn das Wenden in den Ecken nicht so gut klappt, kann es helfen, den Stoff mit einer Strick- oder Häkelnadel in die richtige Position zu schieben.

Nun muss nur noch die Wendeöffnung geschlossen werden. Dies kann durch wenige Stiche von Hand erfolgen. Eine andere Möglichkeit ist, mit der Nähmaschine noch einmal nah an der Kante um den gesamten Rand herum zu nähen. Damit ist das seidene Dreieckstuch fertig!

Getragen werden kann das Seidentuch in zwei Varianten: Entweder es wird von vorne angelegt und die beiden spitzen Enden werden um den Hals geschlungen. Oder es wird wie ein klassisches Schultertuch von hinten über die Schultern gelegt. In diesem Fall können die Seiten lose nach vorne hängen oder leicht zusammengeknotet werden.

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Thema: Anleitung für ein seidenes Dreieckstuch

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Redakteure

Hier schreiben Michael Husmann, 47 Jahre, Geschäftsinhaber einer B2B Stoffhandel Firma, die Künstlerin Elke Bornholt, 39 Jahre, mit einem Faible für Seidenmalerei und Bastelarbeiten, Karina Notzko, 32 Jahre und Schneidermeisterin. Wir möchten alles Wissenswerte rund um Seide bzw. Seidenstoffe vermitteln.