Ausführlicher Ratgeber zu Seidenbettdecken, 2. Teil

Ausführlicher Ratgeber zu Seidenbettdecken, 2. Teil

Seide ist nicht nur ein edles und sehr angenehmes Material für Kleidung und Accessoires. Auch im Bett macht die Seide eine gute Figur. Allerdings ist die Auswahl an Seidenbettdecken so groß, dass es gar nicht so einfach ist, den Überblick zu behalten.

In einem ausführlichen Ratgeber schauen wir uns die Seidenbettdecken deshalb einmal genauer an. Dabei ging es im 1. Teil um die Qualitätsmerkmale von echter Seite. Außerdem haben wir erläutert, aus welchen Materialien genau und in welchen Wärmegraden seidene Bettdecken erhältlich sind.

Hier ist der 2. Teil des Ratgebers:

 

Die Größen von Seidenbettdecken

Bettdecken aus Seide sind in verschiedenen Größen erhältlich. Grundsätzlich ist dabei die ganze Palette abgedeckt, die bei Bettwaren üblich ist. Demnach lassen sich die Seidenbettdecken in vier Gruppen einteilen, nämlich in Seidenbettdecken für Babys, für Kinder, für Einzelbetten und für Doppelbetten.

 

Seidenbettdecken für Babys

Seidene Bettdecken für Babys sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. So gibt es sie beispielsweise als Bettdecke aus reiner Maulbeerseide ohne Steppung, als Steppdecke aus Wildseide und als Bettdecke mit einer gemischten Füllung aus Seide und einem anderen Material wie Baumwolle oder Schurwolle. Von der Art der Decke hängt dann auch der Preis ab. So kann eine einfache Babydecke mit einer Mischfüllung aus Seide und Baumwolle schon für um die 20 Euro erhältlich sein, während eine hochwertige Babydecke aus reiner Seide gut und gerne das Zehnfache kostet.

Die Standardgröße für eine Babydecke ist 80 x 80 cm. Diese Größe ist optimal für die Anfangszeit, wenn das Baby in seinem Bettchen, im Stubenwagen oder im Kinderwagen liegt. Allzu lange kann die kleine Babydecke aber nicht verwendet werden. Denn nach etwa sechs Monaten ist das Baby schon so groß und so mobil, dass die kleine Babydecke ständig verrutscht und das Kind teilweise oder komplett aufgedeckt ist. Ab ungefähr dem siebten Monat wird es deshalb Zeit, auf eine Kinderbettdecke umzusteigen.

 

Seidenbettdecken für Kinder

Ähnlich wie Seidenbettdecken für Babys und für Erwachsene gibt es auch Kinderseidenbettdecken in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen. Meistens handelt es sich bei den Seidenbettdecken zwar um Sommerdecken. Einige Hersteller haben inzwischen aber auch Winterdecken aus Seide für Kinder im Programm.

Die Standardgröße für eine Kinderbettdecke ist 100 x 135 cm. Diese Größe passt prima ins Kinderbett und auch in ein Reisebett. Im Unterschied zur Babydecke kann eine Kinderdecke deutlich länger im Einsatz bleiben, nämlich ungefähr bis zum 6. Geburtstag. Dann wird die Kinderdecke allmählich zu klein und es sollte zu einer Bettdecke für ein Einzelbett gewechselt werden.

 

Seidenbettdecken für Einzelbetten

Für Einzelbetten sind Bettdecken in vier Größen erhältlich. Ausgangspunkt ist die Standardgröße, die sich auf 135 x 200 cm beläuft. Davon ausgehend gibt es Bettdecken in Überlänge und in Überbreite. Sie sind jeweils 20 cm länger bzw. breiter als die Standardgröße. Außerdem gibt es noch die Komfortgröße, die sowohl länger als auch breiter ist. Die Komfortgröße wird für Personen ab einer Körpergröße von 180 cm empfohlen und setzt ich zunehmend gegen die Übergrößen durch.

Hier die gängigen Größen von Seidenbettdecken für Einzelbetten noch einmal auf einen Blick:

 

Standardgröße 135 x 200 cm
Überlänge 135 x 220 cm
Überbreite 155 x 200 cm
Komfortgröße 155 x 220 cm

 

Seidenbettdecken für Doppelbetten

Statt unter zwei getrennten Bettdecken zu schlafen, können sich die Partner in einem Doppelbett auch eine Bettdecke teilen. Die Standardgröße für eine Seidenbettdecke für ein Doppelbett ist 200 x 200 cm. Erweitert wird die Palette durch drei weitere Größen, die länger und breiter sind als die Standardgröße:

 

Doppelbettgröße Standard 200 x 200 cm
Doppelbettgröße Überlänge 200 x 220 cm
Doppelbettgröße Komfort 240 x 220 cm
King Sieze 260 x 220 cm

 

Die Füllung von Seidenbettdecken

Auch wenn es viele verschiedene Fertigungsverfahren gibt, ist das Grundprinzip bei allen Bettdecken gleich. So besteht eine Bettdecke aus einer Füllung und einem Bezugsstoff. Und weil die Füllung über die Eigenschaften einer Bettdecke entscheidet, ist die Füllung in aller Regel auch namensgebend. Besteht die Füllung aus Seide, wird die Bettdecke also als Seidenbettdecke, Seidendecke oder Seidenbett angeboten. Aus welchem Material der Bezugsstoff besteht, spielt mit Blick auf den Namen keine Rolle.

Bei einer Seidenbettdecke muss die Füllung aber nicht zwangsläufig aus reiner Seide bestehen. Ist das der Fall, wird gesondert darauf hingewiesen. Zudem wird angegeben, ob es sich bei der Seide um Maulbeerseide oder um Wildseide handelt. Weit verbreitet sind vielmehr Füllungen, bei denen Seide mit anderen Materialien vermischt ist.

Ein Klassiker hier sind Mischungen aus Seide und Baumwolle, aber auch Mischungen aus Seide und Polyesterfasern sind erhältlich. Ein Grund dafür, dass der edlen und kostbaren Seide andere Materialien beigemischt werden, ist der Preis. Eine Füllung, die beispielsweise nur zur Hälfte aus Seide und zur anderen Hälfte aus Baumwolle oder Polyester besteht, ist natürlich deutlich kostengünstiger als eine Füllung aus reiner Seide. Der zweite Grund ist, dass die Mischung die Waschbarkeit verbessert.

Während reine Seide in Sachen Pflege doch etwas anspruchvoller ist, lässt sich eine Seidenbettdecke mit einer gemischten Füllung oft problemlos in der Waschmaschine waschen. Ein dritter Grund ist, dass die Beimischung von anderen Fasern dazu beitragen kann, dass die Seidenbettdecke wärmer wird und so das ganze Jahr über verwendet werden kann.

Seide hat zwar die Eigenschaft, dass sie im Sommer kühlt und im Winter wärmt. Das Wärmevermögen ist allerdings nicht ganz so stark ausgeprägt und die Wärme wird nicht allzu lange gespeichert. Baumwolle, Polyester und Schurwolle sind der Seide an diesem Punkt überlegen. Eine Mischfüllung muss also nicht zwangsläufig ein Nachteil sein.

 

Die Steppung von Seidenbettdecken

Eine Absteppung ist eine Naht, die den Bezugsstoff mit der Füllung verbindet und die Bettdecke gleichzeitig in mehrere Felder aufteilt. Die Idee dahinter ist, dass die Absteppungen verhindern sollen, dass das Füllmaterial in der Bettdecke verrutscht. Die Füllmaterialien für Bettdecken bestehen oft aus kurzen Fasern. Wird die Bettdecke benutzt, können sich diese kurzen Fasern in einer Ecke der Bettdecke zu einem großen Klumpen versammeln.

Gleiches kann passieren, wenn die Bettdecke gewaschen wird. Je nach Füllmaterial lässt sich die Bettdecke zwar wieder aufschütteln. Allerdings klappt das eben nicht immer. Ist die Bettdecke gesteppt, bleibt die Füllung zumindest in ihrem jeweiligen Feld.

Mit Blick auf Seidenbettdecken spielt die Steppung vor allem bei Füllungen aus Wildseide eine Rolle. Besteht die Füllung aus Maulbeerseide, ist ein endlos langer Faden vorhanden, der so verarbeitet werden kann, dass die Füllung von einer Seite der Bettdecke bis zur anderen Seite reicht. Daher reicht es aus, die Füllung nur an den Kanten der Bettdecke zu fixieren.

Bei Wildseide ist das anders. Denn Wildseide wird aus den Kokons gewonnen, nachdem der Tussah-Seidenspinner geschlüpft ist. Und weil er beim Schlüpfen ein Loch im Kokon hinterlässt, ist der Seidenfaden unterbrochen. Beim Abwickeln der Kokons kann also kein endlos langer Faden gewonnen werden, sondern es entstehen viele kurze Fäden. Diese Fäden werden in mehreren Schritten gereinigt und anschließend kardiert.

Das Kardieren ist mit einem Bürstvorgang vergleichbar, bei dem aus den kurzen Seidenfasern ein weiches, flauschiges Vlies entsteht. Da dieser Vorgang heutzutage in aller Regel maschinell erfolgt, weisen die Vliese eine gleichbleibende Qualität auf. Trotzdem besteht das Vlies aus kurzen Fasern. Deshalb muss das Vlies durch Steppnähte fixiert werden, damit es innerhalb der Bettdecke nicht verrutscht.

Als Faustregel für die Steppung gilt, dass die Felder umso kleiner sein müssen, je kürzer die verarbeiteten Fasern sind und je schwerer die Füllung ist. Besteht die Füllung aus langen Fasern oder ist sie sehr leicht, genügen wenige Steppnähte. Das klassische Steppmuster ist dabei die sogenannte Karosteppung. Sie entsteht, indem aus Steppnähten in Längs- und Querrichtung Karos gebildet werden. Auf die Eigenschaften der Bettdecke hat das Karomuster aber keinen Einfluss. Das Steppmuster ist eher eine Frage der Optik. Um die Bettdecke attraktiver zu gestalten, arbeiten viele Hersteller deshalb auch mit anderen Steppmustern, beispielsweise Wellen, Kreisen oder Sternen.

Während Bettdecken aus Wildseide immer gesteppt sind, kommen Bettdecken aus reiner Maulbeerseide im Prinzip komplett ohne Steppung aus. In beiden Fällen macht aber eine sogenannte Randrolle Sinn. Bei der Randrolle handelt es sich um eine Steppung, die rundherum mit etwa 15 bis 20 cm Abstand zu den Außenkanten verläuft und dadurch wie eine Art Rahmen aussieht.

Dieser Rahmen soll dazu beitragen, dass die Wärme unter der Bettdecke erhalten bleibt und die kältere Raumluft abgeschirmt wird. Bei einer leichten Seidenbettdecke für den Sommer reicht eine Randrolle aber aus. Bei wärmeren Seidenbettdecken für den Winter hingegen kann auch eine zwei- oder sogar dreifache Randrolle von Vorteil sein. Allerdings sollte bei einer einfachen Randrolle darauf geachtet werden, dass sie mit mehreren Quernähten unterteilt ist. Andernfalls könnte das Vlies innerhalb der Randrolle vor allem an den langen Seiten der Bettdecke verrutschen.

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