Seide Herstellung

Seide Herstellung

Eine sehr edle, kostbare und von Sagen und Legenden umwobene textile Naturfaser ist Seide, Herstellung und Weiterverarbeitung sind über die Jahre nahezu gleich geblieben. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Zuchtseide und Wildseide. Die Zuchtseide wird von Seidenraupen gewonnen, die gezüchtet werden und sich überwiegend von Blättern des Maulbeerbaumes ernähren, weshalb Zuchtseide auch als Maulbeerseide bezeichnet wird. Wildseide wird von wild lebenden Raupen produziert.

Vor ihrer Verpuppung sondern die Raupen ein Sekret absondern, das an er Luft erstarrt und den endlosen Seidenfaden bildet. Bevor die Raupen ausschlüpfen, werden sie mit Wasserdampf oder in kochendheißem Wasser abgetötet und der Seidenfaden des Kokons abgehaspelt. Da der Seidenfaden von Seidenbast umgeben ist, wird er in Seifenwasser gekocht, wodurch er weiß, weich und geschmeidig wird.

Die einzelnen, sehr dünnen Seidenfäden werden zu Rohseidenfäden versponnen. Je nach dem, wie stark die Fäden miteinander verzwirnt werden und je nach Bindung beim Weben, entstehen unterschiedliche Stoffe, wie beispielsweise Seidensatin, Seidenchiffon oder Seidentaft. Wildseide wird gewonnen, nachdem die Raupen geschlüpft sind. Beim Schlüpfen fressen die Falter ein Loch in den Kokon, wodurch der Seidenfaden in mehrere Stücke durchtrennt wird. Daher sind Stoffe aus Wildseide etwas grober und unregelmäßiger als Zuchtseide, glänzen eher stumpf, sind jedoch auch unempfindlicher.

Seide ist nicht nur ein sehr edler und kostbarer Stoff, der eine aufwendige und arbeitsintensive Herstellung erfordert, sondern bringt neben einer besonderen Optik sehr gute Trageeigenschaften mit. Textilien aus Seide sind sehr weich, leicht und glänzen changierend.

Durch das Verweben der sehr langen Seidenfäden kratzt und reibt Seide nicht, durch den Aufbau, der der menschlichen Haut sehr nahe kommt, kann Seide auch bei empfindlicher, wunder oder Allergiegeneigter Haut getragen werden. Seide nimmt viel Feuchtigkeit auf, ist reißfest und dehnbar und wirkt isolierend, kühlend im Sommer und wärmend im Winter. Allerdings ist Seide auch recht anspruchsvoll. So schädigen permanente Nässe, starke Sonneneinstrahlung Schweiß, Deos und Parfums die Fasern, Seide kann nur kalt bis maximal lauwarm gewaschen oder chemisch gereinigt werden. Allerdings gibt es auch bei Seide ein paar Tricks, wie beispielsweise etwas Essig beim letzten Spülgang, der die Farben auffrischt und die Spannkraft erhöht.

Tolles Video zum Thema Seide und ihre Herstellung:

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Kommentare (1)

JanineFebruar 5th, 2013 at 12:22

Eigentlich ist es ja schon erschreckend, wie grausam die Seidenherstellung ist. Ich meine, die armen Raupen werden erst gezüchtet, gehegt und gepflegt, nur um dann in kochend heißem Wasser zu enden. Da haben es die Schafe, die ja auch Naturfasern liefern, doch sehr viel besser!

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