Seide Indien

Seide aus Indien

Neben China und Japan liefert Indien einen großen Teil der Seide. Indien produziert schon sehr lange Seide, wobei sich die Herstellung der Seide, der Stoffe und der Textilien über die Jahre kaum verändert hat. Indische Seide wird von Hand gesponnen und gewebt, wodurch sie sich durch eine leicht unregelmäßige, noppige Oberfläche mit Fadenverdickungen kennzeichnet, teilweise auch mit Farb- oder Webansätzen.

Daneben charakterisieren Festigkeit und Stabilität indische Seide, Indien stellt in erster Linie Dupion- und Bourette-Seide her. Häufig züchten Seidenhersteller in Indien die Seidenraupen selbst. Nach dem Ausschlüpfen werden die Seidenraupen alle drei Stunden mit Blättern des Maulbeerbaumes gefüttert bis sie nach vier Wochen Spinnreif und etwa so groß und dick sind wie ein Zeigefinger.

Die Seidenraupen spinnen sich in ihren Kokon ein, indem sie ein Sekret absondern, das an der Luft zu Seidenfäden erstarrt. Die Kokons werden in Wasser gekocht, durch Rühren lösen sich die gelblichgrünen Fäden. Für Dupion-Seide werde die Fäden auf Spulen aufgewickelt, die verbliebenen Reste werden zu Bourette-Seide verarbeitet.

Nach dem Trocknen der Seidenfäden über Holzkohle werden sie in Seifenwasser von dem Seidenbast gereinigt und gebleicht, wodurch sie geschmeidig und weich werden und ihr schimmernder Glanz entsteht. Das Färben der Seidenfäden erfolgt in Strängen in Farbbädern über offenem Feuer, anschließend werden die Seidenfäden zu Garnen versponnen. Von Hand werden nun verschiedene Stoffe gewoben und diese Stoffe zu verschiedensten Textilien weiterverarbeitet. 

Seide ist sehr fein, weich und leicht und kratzt oder reibt nicht. Sie ist atmungsaktiv, knittert kaum, kann bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und wirkt isolierend, kühlend im Sommer und wärmend im Winter. Häufig reicht es aus, Seide nur auszulüften und durch den Wasserdampf, der beim Duschen im Badezimmer entsteht, zu glätten und aufzufrischen, da Seide durch ihre glatte Oberfläche leicht schmutzabweisend ist und kaum Gerüche aufnimmt.

Gewaschen wird Seide in lauwarmem Wasser von Hand oder im Schonwaschgang der Waschmaschine. Das Bügeln erfolgt in feuchtem Zustand und von der linken Seite, wobei indische Seide auch mit Dampf gebügelt werden kann.

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