Seidentofu – Infos und 3 Rezepte

Seidentofu – Infos und 3 Rezepte 

Seide gibt es nicht nur als Stoff. Auch in der Küche taucht der Name auf, nämlich als sogenannter Seidentofu. Was sich dahinter verbirgt, erklärt dieser Beitrag.

Ob aus ethischen oder aus gesundheitlichen Gründen: Sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, liegt im Trend. Lebensmittel tierischen Ursprungs müssen zwar nicht gleich komplett vom Speiseplan gestrichen werden, doch den Konsum etwas einzuschränken, kann sicherlich nicht schaden. Und wer sich auf die Suche nach Fleischalternativen macht, wird an Sojaprodukten kaum vorbeikommen.

In Asien wird Soja schon seit vielen Jahrtausenden angebaut und gehört dort zu den Grundnahrungsmitteln. Dementsprechend groß ist die Auswahl an Produkten, die aus Soja hergestellt werden. Zu den bekanntesten Sojaerzeugnissen, die auch hierzulande längst die Küchen erobert haben, gehört Tofu. Tofu wiederum gibt es in verschiedenen Varianten. Eine Variante davon ist Seidentofu. Doch was ist das Besondere an Seidentofu? Und was lässt sich daraus zubereiten?

Hier ein paar Infos und drei Rezepte!:

 

Seidentofu – ein echter Allrounder

Anders als hierzulande gilt Tofu in Asien keineswegs nur als Ersatzprodukt für Fleisch. Stattdessen ist Tofu in China und Japan ein eigenständiges und darüber hinaus sehr wichtiges Lebensmittel. Denn Tofu ist für die Menschen in weiten Teilen Asiens der Hauptlieferant von pflanzlichem Eiweiß.

Außerdem ist Tofu reich an Kalzium und essentiellen Aminosäuren. Er enthält kein Cholesterin und nur wenig Kalorien. All das macht Tofu zu einem nahrhaften und gesunden Lebensmittel. Dabei lässt sich Tofu sehr vielseitig verarbeiten, von schmackhaften Vorspeisen und Suppen über deftige Hauptgerichte bis hin zu köstlichen Desserts ist alles möglich.

Eine in Europa bisher noch wenig bekannte Variante von Tofu ist der Seidentofu. Seidentofu hat eine weiche, zarte, fast cremige Konsistenz. Dieser besonderen Konsistenz verdankt er vermutlich auch seinen Namen. Seidentofu stammt aus Japan und galt dort lange Zeit als Delikatesse, deren Herstellung erfahrenen Meistern vorbehalten war. Um Seidentofu herzustellen, werden Sojabohnen eingeweicht, püriert und in Wasser gekocht.

Dadurch entsteht eine Sojamilch, die erneut erhitzt und mit einem Gerinnungsmittel versetzt wird. Das Gerinnungsmittel bewirkt, dass das Eiweiß ausflockt und sich von der Molke trennt. Wenn das geronnene Eiweiß abgetropft hat, ist der Seidentofu auch schon fertig. Würde das Eiweiß hingegen abgetropft und danach gepresst, würde ein fester Tofu entstehen. Seidentofu ist also im Prinzip eine Art Grundform von Tofu und kennzeichnet sich durch seinen höheren Feuchtigkeitsgehalt. Dieser hohe Feuchtigkeitsgehalt verleiht dem Seidentofu seine cremig-zarte, seidenweiche Konsistenz.

Insgesamt erinnert Seidentofu von der Konsistenz an Joghurt, Quark oder saure Sahne. Deshalb wird er hierzulande auch gerne als Ersatz für diese Produkte verwendet. Dabei ist Seidentofu aber nicht nur für Vegetarier und Veganer interessant, sondern auch für Menschen, die Milcheiweiß nicht gut vertragen. Und ist Seidentofu ein echter Allrounder. Er wird zwar vor allem für Desserts verwendet, doch auch in herzhaften Speisen macht Seidentofu eine hervorragende Figur. So lassen sich Suppen, Saucen und Dips ebenso auf Basis von Seidentofu zubereiten wie deftige Hauptgerichte.

 

1. Rezept: Seidentofu selber machen

Seidentofu ist in Reformhäusern und Bio-Läden, manchmal auch in gut sortierten Supermärkten zu finden. Allerdings ist Seidentofu vergleichsweise teuer. Dabei ist es recht einfach, seinen eigenen Seidentofu herzustellen. Alles, was dafür benötigt wird, sind

  • ·         1 Liter Sojamilch,
  • ·         2 Esslöffel Zitronensaft oder Essig sowie
  • ·         1 Topf, 1 Schüssel, 1 Sieb und ein Küchentuch.

Als erstes wird die Sojamilch in den Topf gegeben und bei kleiner Flamme langsam erhitzt. Wenn die Sojamilch kurz vor dem Siedepunkt ist, wird der Topf vom Herd genommen. (Die genaue Temperatur spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Sojamilch heiß ist, aber noch nicht kocht.) Dann wird der Zitronensaft oder Essig auf einmal in die heiße Milch geschüttet. Anschließend wird die Milch einmal kurz durchgerührt und gute zehn Minuten lang stehen gelassen. Durch den Zitronensaft oder Essig flockt die Sojamilch aus. In dem Topf entsteht dadurch eine leicht trübe Flüssigkeit, in der die Eiweißflocken schwimmen.

Übrigens: Traditionell wird als Gerinnungsmittel Nigari verwendet. Nigari ist ein natürliches Meeresmineral, das im Asialaden in Pulverform erhältlich ist. Wer sein Seidentofu mit Nigari herstellen will, muss das Pulver in etwas Wasser auflösen und dann in die heiße Sojamilch kippen. Zitronensaft oder Essig funktioniert aber genauso gut und ist zudem deutlich kostengünstiger.

Wenn die Sojamilch gut ausgeflockt ist, wird die gesamte Masse in ein Sieb geschüttet, das mit einem Küchentuch ausgelegt ist und in einer Schüssel hängt. Dadurch tropft die Molke ab und im Küchentuch bleibt der Seidentofu zurück. Der Seidentofu kann dann direkt weiterverarbeitet werden. Wird der Seidentofu in eine Frischhaltebox gefüllt und in den Kühlschrank gestellt, wird er noch etwas fester.

 

2. Rezept: Tomaten-Zucchini-Quiche mit Seidentofu

Ein herrliches Gericht, das sowohl warm als auch kalt schmeckt und garantiert auch Nicht-Veganer überzeugen wird, ist eine Quiche mit Seidentofu, Tomaten und Zucchini. Für die Quiche werden folgende Zutaten benötigt:

  • ·         325 g Mehl
  • ·         150 g Butter (oder Margarine für Veganer)
  • ·         80 ml Wasser
  • ·         400 g Seidentofu
  • ·         250 g Kirschtomaten
  • ·         200 g Zucchini
  • ·         2 Esslöffel Öl
  • ·         2 Esslöffel Speisestärke
  • ·         1-2 Knoblauchzehen
  • ·         Kräuter wie Basilikum, Thymian, Oregano und Schnittlauch nach Wunsch
  • ·         Salz und Pfeffer 

Zuerst werden das Mehl, die Butter oder Margarine, das Wasser und ein halber Teelöffel Salz zu einem glatten Teig verknetet. Eingewickelt in Frischhaltefolie wird der Teig dann für eine halbe Stunde in den Kühlschrank gegeben.

In der Zwischenzeit werden die Zucchini in Scheiben geschnitten und zusammen mit dem fein gewürfelten Knoblauch in etwas Öl angebraten. Dann wird der Seidentofu in eine Schüssel gegeben und zusammen mit dem Öl und der Speisestärke zu einer cremigen Masse verrührt. Die Masse wird anschließend mit den Kräutern und den Gewürzen kräftig abgeschmeckt.

Nun wird der Teig ausgerollt und in eine mit Backpapier ausgelegte Quiche-Form gegeben. Den Rand gut festdrücken! Bei 200 Grad Ober-/Unterhitze wird der Teig zehn Minuten lang vorgebacken. Anschließend wird die Seidentofumasse auf den Teig gegeben und mit den angebratenen Zucchini und den halbierten Tomaten belegt. Die Tomaten werden dabei mit der Schnittfläche nach oben auf die Füllung geben. Dies sieht einerseits schöner aus und verhindert andererseits, dass die Quiche aufweicht.

Nun wird die Quiche 20 Minuten lang gebacken. Anschließend wird die Temperatur auf 175 Grad reduziert. Nach weiteren 15 Minuten Backzeit ist die Quiche fertig. Vor dem Anschneiden sollte sie aber noch ein paar Minuten lang ruhen.

 

3. Rezept: Seidentofu-Erdbeer-Creme

Ein Dessert, das schnell zubereitet ist und köstlich schmeckt, entsteht aus

  • ·         450 g Erdbeeren,
  • ·         250 g Seidentofu,
  • ·         der Schale von einer halben Zitrone und
  • ·         50 g Puderzucker.

Zuerst werden die Erdbeeren gewaschen und die Blätter entfernt. Vier schöne Erdbeeren werden für die spätere Garnitur beiseite gelegt. Die übrigen Erdbeeren werden püriert.

Dann wird der Seidentofu in eine Schüssel gegeben. Zum Seidentofu kommen zwei Drittel des Erdbeerpürees, der Puderzucker und die Zitronenschale dazu. Nun wird das Ganze zu einer cremigen Masse verrührt.

Jetzt wird eine Hälfte der Seidentofu-Erdbeercreme auf vier Gläser verteilt. Darüber kommt eine Schicht Erdbeerpüree und darauf die restliche Erdbeercreme. Zum Schluss wird das Dessert mit den beiseite gelegten Erdbeeren garniert und bis zum Servieren in den Kühlschrank gestellt. Fertig!

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