Seide zum Bemalen spannen – so geht’s

Seide zum Bemalen spannen – so geht’s 

Wenn Seide wie ein Bild bemalt werden soll, ist es notwendig, sie zu spannen. Und wie das geht, erklärt dieser Beitrag!

Das Schöne an der Seidenmalerei ist ihre Vielseitigkeit. So können verschiedene Seidenqualitäten mithilfe von unterschiedlichen Techniken bemalt werden. Und gerade die Vielzahl der Techniken führt dazu, dass sowohl Anfänger als auch erfahrene Seidenmaler tolle Ergebnisse erzielen können.

Wenn die Seide mit bildlichen Motiven oder Mustern bemalt werden soll, ist es allerdings notwendig, sie zu spannen. Andernfalls würden sich Falten bilden und die einzelnen Farbflächen könnten nicht mehr sauber ausgemalt werden. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, wie die Seide zum Bemalen gespannt werden kann.

Zwei dieser Möglichkeiten stellen wir hier vor:

 

1. Seide zum Bemalen in einen Rahmen spannen

Die klassische Variante ist das Aufspannen der Seide auf einen Rahmen. Seidenmalrahmen sind in verschiedenen Formaten und sowohl aus Holz als auch aus Kunststoff erhältlich. Meistens sind die Rahmen verstellbar, so dass ein Rahmenformat für Seidentücher in unterschiedlichen Größen verwendet werden kann.

Beim Bemalen der Seide erfüllt der Rahmen zwei Funktionen. Zum einen sorgt er dafür, dass die Seide einen glatten und faltenfreien Malgrund bildet. Dadurch können die einzelnen Farbflächen des Motivs oder Musters sauber ausgemalt werden. Zum anderen hält der Rahmen die Seide in Form. Die Seide ist, ähnlich wie Leinwand auf einem Keilrahmen, straff gespannt. Da sie dadurch nicht durchhängt oder mit der Arbeitsfläche darunter Kontakt hat, drücken sich die flüssigen Seidenmalfarben nicht durch die Seide bis auf die Arbeitsfläche durch, bilden dort kleine Pfützen und verschmieren die Rückseite der Seide.    

Um die Seide auf den Rahmen aufzuspannen, wird der Rahmen zunächst zusammengesetzt und im benötigten Format fixiert. Anschließend wird die Seide auf den Rahmen aufgelegt. Die Seide selbst sollte an den Rändern entweder schon umgenäht sein oder doppelt gelegt werden. Andernfalls kann es passieren, dass die kleinen Löcher durch die Nadeln in Kombination mit der Spannung dazu führen, dass die Seide einreißt.

Nun wird die Seide in einer Ecke mit einer Nadel oder einer Spannkralle befestigt. Dann wird die Seide zur zweiten Ecke gezogen, straff gespannt und ebenfalls mit einer Nadel oder einer Spannkralle festgesteckt. Dies wird dann mit den beiden anderen Ecken wiederholt. Die Seide sollte nun schon straff gespannt auf dem Rahmen auffliegen. Um sie zu fixieren, werden nun im Abstand von etwa fünf Zentimetern weitere Nadeln oder Spannkrallen befestigt.

Am besten werden die Nadeln oder Spannkrallen dabei so in den Rahmen gedrückt, dass sie auf den beiden gegenüberliegenden Seiten jeweils versetzt zueinander angeordnet sind. Dadurch verteilt sich die Spannung besser.

Ist die Seide fertig aufgespannt, sollte sie mit wenig sauberem Wasser leicht befeuchtet werden. Durch die Feuchtigkeit dehnt sich die Seide aus. Dadurch zeigt sich, ob die Spannung ausreicht oder ob die Seide zu sehr durchhängt und noch einmal nachgespannt werden muss. Ist die Seide nach diesem Test wieder trocken, kann sie wie gewünscht bemalt werden. Danach bleibt die bemalte Seide solange aufgespannt, bis sie komplett durchgetrocknet ist. Erst danach wird sie vom Rahmen genommen und fixiert.

Extra-Tipp: Wer die Seidenmalerei erst einmal ausprobieren und nicht gleich einen Seidenmalrahmen kaufen möchte, kann einen alten Holzbilderrahmen zweckentfremden. Genauso ist möglich, vier Holzleisten zu einem einfachen Rahmen im gewünschten Format zusammenzusetzen. Damit abstehende Holzfasern die sensible Seide nicht beschädigen, können die Holzleisten sicherheitshalber mit Malerkreppband abgeklebt werden. Eine weitere Möglichkeit ist, einen stabilen Pappkarton zum Rahmen umzufunktionieren. In diesem Fall wird die Seide auf die offene Seite aufgelegt und an den Kartonseiten festgesteckt.

 

2. Seide zum Bemalen auf Folie befestigen

Das Aufspannen der Seide auf einen Rahmen ist zwar eine sehr zuverlässige und bewährte Spanntechnik. Allerdings gibt es einen großen Nachteil: Durch die Nadeln entstehen kleine Löcher in der Seide. Eine gute Alternative kann deshalb sein, die Seide auf eine Folie aufzuziehen.

Dafür wird eine herkömmliche Folie flach auf der Arbeitsfläche ausgebreitet und glatt ausgestrichen. Bei der Arbeitsfläche kann es sich um einen Tisch, bei großen Seidenformaten aber auch um den Fußboden handeln. Dann wird eine Seite der Folie mit Klebeband auf der Arbeitsfläche festgeklebt. Anschließend wird die gegenüberliegende Seite befestigt, danach die beiden anderen Kanten. Wichtig dabei ist, dass die Folie absolut plan auf der Arbeitsfläche aufliegt.

Nun wird die Folie mit einem Sprühkleber eingesprüht. Im Fachhandel gibt es spezielle Textilsprühkleber, die auch für Seide geeignet sind. Die mit Sprühkleber benetzte Folie muss dann etwa zehn Minuten lang trocknen. In der Zwischenzeit kann die Seide schon einmal auf eine Papprolle, ein Rundholz oder einen ähnlichen Gegenstand aufgewickelt werden. Durch das Aufwickeln lässt sich die Seide einfacher auf der Fläche ausbreiten.

Dann wird die Seide auf die Folie gelegt, gut angedrückt und Stück für Stück abgerollt. Dabei wird jedes abgerollte Stück zu den Rändern hin glatt ausgestrichen, um Falten, Knitter oder Luftblasen zu vermeiden. Ist die ganze Seide abgerollt und fixiert, kann sie bemalt werden. Nach dem Trocknen wird die Seide dann vorsichtig von der Folie abgezogen. Es kann sein, dass auf der Rückseite ein Klebefilm zurückbleibt. Dieser verschwindet aber, wenn die Seide fixiert und ausgewaschen ist.

Extra-Tipp: Statt mit Sprühkleber kann die Seide auch mit Kreppband auf der Folie befestigt werden. Da die Seide so aber nicht vollflächig, sondern nur an den Rändern fixiert ist, muss sie beim Festkleben gut gespannt werden. Ratsam ist außerdem, die Seide vorher glatt zu bügeln. Festere Seidenstoffe können auch auf Klebefolie, beispielsweise Bucheinschlagfolie, aufgezogen werden. Das Abziehen muss dann aber sehr behutsam geschehen, damit die Seide keinen Schaden nimmt.

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