Flecken aus Seide entfernen – ein paar Tipps

Flecken aus Seide entfernen – ein paar Tipps

Kaum ein Stoff fällt so herrlich weich und schimmert so verführerisch wie echte Seide. Kein Wunder, dass das feine und edle Gewebe schon seit jeher sehr beliebt ist.

Seide wird für elegante Blusen und Kleider, für Nacht- und Unterwäsche, für Schals und Krawatten, für edle Heimtextilien und für viele andere Dinge verwendet. Dabei bringen Seidenstoffe immer einen Hauch von Luxus mit sich.

Andererseits ist Seide recht empfindlich. Sie mag keine häufigen Wäschen, möchte aber auch nicht ständig in die chemische Reinigung. Sie verträgt keine rabiate Behandlung und reagiert sensibel auf aggressive Mittel. Was die Pflege angeht, ist Seide also anspruchsvoller als beispielsweise Baumwolle. Nur leider ist auch ein edles Seidenteil nicht vor Flecken gefeit.

Spätestens wenn eine unschöne Verschmutzung sichtbar wird, stellt sich die Frage, wie der Fleck entfernt werden kann. Herkömmliche Waschmittel und Universal-Fleckenentferner sind für Seide schließlich nicht geeignet. Viele Seidenstoffe sollten noch nicht einmal in der Waschmaschine gewaschen werden. Doch keine Sorge: Seide ist zwar empfindlich, aber nicht so überempfindlich, dass sie gleich kaputtgeht. Um das edle Stück nicht vollends zu ruinieren, ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Doch in sehr vielen Fällen lassen sich Flecken aus Seide entfernen. Wie?

Hier sind ein paar Tipps!:

Die typischen Methoden zur Fleckentfernung funktionieren bei Seide nicht!

Es gibt jede Menge Tipps und Tricks, um hässliche Flecken aus Textilien zu bekommen. Und das müssen keineswegs immer nur Chemiekeulen sein. Salz, Mineralwasser oder Butter beispielsweise sind Hausmittel, die sich als Fleckentferner bewährt haben. Bei Seide helfen die gängigen Methoden aber meist nicht.

Denn selbst Hausmittelchen sind für Seide oft zu aggressiv. Statt den Fleck zu entfernen, würde die Verschmutzung nur noch tiefer in die Seidenfasern eindringen. Möglich ist auch, dass der Fleck zwar fast weg ist, dafür aber hässliche Ränder zurückbleiben. Oder es bilden sich raue Stellen, schlimmstenfalls sogar kleine Löcher.

Natürlich kommt es immer auch auf den Fleck an. Grundsätzlich sind bei Seide aber sanfte Mittel und schonende Methoden gefragt. Zudem ist es ratsam, das gewählte Verfahren an einer unauffälligen Stelle, beispielsweise einer kleinen Nahtzugabe irgendwo auf der Innenseite, zu testen. Sollte die Seide die Behandlung nicht vertragen, bleibt der Versuch ohne sichtbare Folgen. Nebenbei ist sichergestellt, dass die Seide farbecht ist.

Bei gefärbten oder handbemalten Seidenstoffen ist das nämlich nicht immer der Fall. Bei einem besonders edlen und kostbaren Stück sollte zudem immer überlegt werden, ob die Reinigung nicht doch besser ein Fall für den Fachmann ist.

Flecken aus Seide entfernen – eine allgemeine Anleitung

Viele Flecken lassen sich aus Seide entfernen. Am besten klappt das, wenn der Fleck noch möglichst frisch ist. Je älter ein Fleck ist, desto schwerer geht er raus. Eine bewährte Vorgehensweise bei der Fleckenbehandlung gestaltet sich wie folgt:

  1. Schritt: den Fleck abtupfen

Bei Flüssigkeiten wie Kaffee und Tee, Saft, Wein, Tinte, Blut oder auch Wasser wird der Fleck zuerst mit einem sauberen, weißen Tuch abgetupft. Das Abtupfen soll dabei helfen, möglichst viel Feuchtigkeit aufzusaugen. Wichtig ist aber, wirklich nur behutsam über die Stelle zu tupfen. Wird mit dem Tuch über die Verschmutzung gerieben, wird die Flüssigkeit nur noch tiefer in die Seidenfasern einmassiert. Weiß sollte das Tuch deshalb sein, damit sich seine Farbe nicht auf die Seide überträgt.

Eine andere Möglichkeit ist, die feuchte Stelle mit Löschpapier, Speisestärke oder Babypuder abzudecken. Sie saugen die Feuchtigkeit ebenfalls auf. Fettflecken können auch mit Waschbenzin vorbehandelt werden. Dafür wird ein Spritzer Waschbenzin auf ein sauberes Tuch gegeben und der Fleck damit abgetupft. Bei Deo-, Schweiß- und Blutflecken wiederum hilft klarer Alkohol. Er wird, wie das Waschenbenzin, zum Abtupfen des Flecks verwendet.

 

  1. Schritt: ein erstes Auswaschen

Ist ein Großteil der Flüssigkeit aufgenommen, kann die Seide ein erstes Mal ausgespült werden. Dafür wird der Stoff gewendet und von links mit kaltem Wasser ausgewaschen.

Anschließend wird etwas Seidenwaschmittel auf den Fleck aufgetragen. Herkömmliches Waschmittel ist für die feine Seide nicht geeignet! Ist kein Seidenwaschmittel zur Hand, kann zur Not auch eine milde, pH-neutrale Seife verwendet werden. Das Seidenwaschmittel muss nun ein paar Minuten lang einwirken. Allerdings darf das Mittel nicht eintrocknen. Ratsam ist also, den Stoff im Blick zu behalten und die Einwirkzeit im Zweifel lieber etwas zu kurz als zu lang zu wählen.

 

  1. Schritt: die Handwäsche

Als letzter Schritt folgt die Handwäsche. Dafür wird das Seidenteil zunächst mit kaltem Wasser ausgewaschen, um das zuvor aufgetragene Seidenwaschmittel auszuspülen. Für die Handwäsche selbst wird das Waschbecken oder eine Plastikwanne mit Wasser befüllt. Bei heller Seide darf das Wasser lauwarm sein. Bei dunklen Seidenstoffen ist es besser, bei kaltem Wasser zu bleiben. In das Wasser wird ein Schuss Seidenwaschmittel gegeben. Nun wird mit der Hand zwei-, dreimal durch das Wasser gefahren, damit sich das Waschmittel auflöst und gleichmäßig im Wasser verteilt.

In die Waschlauge wird dann das Seidenteil gegeben. Hier sollte es etwa fünf Minuten lang einweichen. Dabei darf der Stoff mit der Hand immer mal wieder hin- und herbewegt werden.

Nach der Einwirkzeit wird die Waschlauge ausgegossen und die Seide unter fließendem, kaltem Wasser gründlich ausgespült. Wer möchte, kann beim letzten Spülgang etwas Essig verwenden. Der Essig entfernt Seiden- und Kalkrückstände, glättet die Fasern und belebt die Farben. Wenn alles geklappt hat, sollte der Fleck nun verschwunden sein. Dann kann die Seide sanft getrocknet werden.

 

  1. Schritt: bei Bedarf die Behandlung wiederholen

Sollte der Fleck noch zu sehen sein, wird die ganze Prozedur wiederholt. Der Fleck wird also erst abgetupft, dann mit Seidenwaschmittel vorbehandelt und anschließend von Hand ausgewaschen. Dabei kann die Einwirkzeit in der Waschlauge etwas verlängert werden.

Hilft auch ein zweiter Durchgang nicht, kann es sich lohnen, sich einen speziellen Fleckentferner für Seide zu besorgen. Er kommt bei der Vorbehandlung anstelle des Seidenwaschmittels zum Einsatz. Klappt auch das nicht, bleibt als letzter Versuch noch, das Seidenteil in die chemische Reinigung zu geben. Und wenn alle Stricke reißen, kann das Seidenteil immer noch umgefärbt werden.

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