Hilfreiche Tipps zum Waschen von Seide

Hilfreiche Tipps zum Waschen von Seide

 

Seide sieht toll aus, schimmert elegant, versprüht einen Hauch von Luxus und fühlt sich auf der Haut sehr angenehm an. Zudem ist Seide eine natürliche Faser. Seide besteht zwar aus tierischem Eiweiß, die Zusammensetzung kommt der menschlichen Haut aber sehr nahe.

Deshalb können viele Allergiker seidene Kleidungsstücke gut tragen. Doch obwohl Seide eine ganze Reihe an positiven Eigenschaften bietet, trauen sich viele nicht so richtig an den kostbaren Stoff heran. Sie befürchten nämlich, dass Seide in Sachen Pflege sehr anspruchsvoll ist. Außerdem hält sich der Mythos, dass Seide nur chemisch gereinigt, aber nicht einfach so gewaschen werden kann.

Solche Sorgen und Befürchtungen sind völlig unbegründet. Ein paar Punkte sollten zwar beachtet werden. Aber so viel anspruchsvoller als andere Stoffe ist Seide letztlich nicht.

 

Die folgende Übersicht verrät hilfreiche Tipps zum Waschen von Seide:

 

Ein grundsätzlicher Tipp vorab

Seide ist eine natürliche Faser, die ähnlich aufgebaut ist wie die menschliche Haut. Auf viele Einflüsse, die der Haut zu schaffen machen, reagiert deshalb auch Seide empfindlich. So verträgt Seide beispielsweise intensives und lang anhaltendes Sonnenlicht, aggressive Substanzen wie Alkohol in Deos, Bleichmittel, große Hitze, den ständigen Kontakt mit Wasser und Seife oder auch Kratzer nur schlecht. Da dies bei der Haut genauso ist, ist die Haut eine gute Orientierungshilfe, wenn es um die Pflege von Seide geht.

 

Seide waschen oder chemisch reinigen

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Seide grundsätzlich nicht gewaschen werden kann, sondern immer chemisch gereinigt werden sollte. Die Seidenstoffe von heute können in den meisten Fällen problemlos zu Hause gewaschen werden. Teilweise ist dies sogar in der Waschmaschine möglich, ansonsten empfiehlt sich die Handwäsche. Eine Ausnahme gilt für sehr alte Seidenstoffe und bestickte oder handbemalte Seide. Solche Seidentextilien sollten besser nicht gewaschen werden.

Dies liegt aber weniger an der Seide selbst, sondern vielmehr an den Farben. Oft sind Handmalereien und Stickereien nämlich nicht farbecht. Deshalb würden die Farben verlaufen, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen.

Alte Seidentextilien wiederum können brüchig sein und würden aus diesem Grund eine Wäsche vielleicht nicht überstehen. Im Zweifel gibt aber das Pflegeetikett Auskunft darüber, wie viel die Seide verträgt.

 

Seide in der Waschmaschine waschen

Viele Seidentextilien können mittlerweile in der Waschmaschine gewaschen werden. Maßgeblich ist dabei immer das Pflegeetikett des Herstellers. Dort ist angegeben, ob eine Maschinenwäsche möglich ist und bei welcher Temperatur sie erfolgen kann. Normalerweise reicht bei reiner Seide eine Waschtemperatur von 30 Grad aber aus, um Flecken und Verschmutzungen zu entfernen. Farbechte Seide verträgt sogar bis zu 60 Grad.

Damit die edle Seide die Wäsche in der Waschmaschine unbeschadet übersteht, sollten folgende Tipps beherzigt werden:

·         Seidentextilien sollten zum Waschen immer auf links gedreht werden.

·         Hat das Seidenstück Knöpfe oder einen Reißverschluss, sollten diese geschlossen sein.

·         Als Waschmittel ist ein spezielles Seidenwaschmittel die beste Wahl. Als Alternative kann auch ein mildes Wollwaschmittel verwendet werden. Herkömmliche Voll- oder Colorwaschmittel sind nicht geeignet. Sie sind meist alkalisch oder enthalten Bleichmittel oder Enzyme. Die Seide würde dadurch brüchig und spröde werden.

·         Das verwendete Waschmittel sollte am besten flüssig sein. Die feinen Körnchen von Waschmittel in Pulverform könnten nämlich auf der Seidenoberfläche scheuern. Dies hätte zur Folge, dass die Seide an Glanz verliert.

·         Als Waschprogramm sollte der Wollwaschgang gewählt werden. Beim Wollwaschgang wird die Seide am wenigsten hin- und herbewegt. Dies ist deshalb wichtig, weil Seide sehr empfindlich auf Reibung reagiert.  

 

Seide von Hand waschen

Ist eine Wäsche in der Waschmaschine nicht möglich oder nicht gewünscht, bleibt als Alternative die Handwäsche. Auch bei der Handwäsche sollte unbedingt ein spezielles Seidenwaschmittel oder ein sanftes Wollwaschmittel verwendet werden. Die Handwäsche selbst geht so:

·         Zuerst wird etwas Waschmittel in lauwarmes Wasser gegeben. Dort hinein kommt dann die Seide.

·         Die Seide sollte ungefähr fünf Minuten in dem lauwarmen Wasser einweichen. Während dieser Zeit kann sie behutsam hin- und herbewegt werden. Auf wildes Rumrühren, Kneten oder Reiben sollte aber auf jeden Fall verzichtet werden. Nasse Seide ist recht empfindlich und könnte durch eine rabiate Behandlung Schaden nehmen.

·         Nach der Einweichzeit wird die Seide mit kaltem Wasser ausgespült. Wer möchte, kann dem letzten Spülgang etwas Essig hinzufügen. Dadurch werden alle Waschmittelreste sicher ausgewaschen und die Farben der Seide aufgefrischt.

·         Die nasse Seide wird nun in ein Handtuch eingerollt. Das Handtuch saugt die Feuchtigkeit auf. Die Seide darf aber auf keinen Fall ausgewrungen werden!

Textilien aus dunkler oder bedruckter Seide sollten nicht eingeweicht und in lauwarmem Wasser gewaschen werden. Stattdessen werden solche Seidentextilien nur kurz mit kaltem Wasser ausgewaschen.

Extra-Tipp:

Auch wenn sich nur ein kleiner Fleck auf der Seide befindet, sollte immer das gesamte Kleidungsstück gewaschen werden. Beim Versuch, nur den Fleck herauszuwaschen, werden nämlich in den meisten Fällen unschöne Wasserränder zurückbleiben.

 

Seide nach dem Waschen trocknen und bügeln

Die frisch gewaschene Seide kann zum Trocknen nach draußen gebracht werden und auf der Wäscheleine trocknen. Allerdings darf die Seide dann nicht in der prallen Sonne hängen. Zudem sollte die Seide nicht zu lange draußen bleiben, denn sonst entstehen Knicke, die sich kaum noch entfernen lassen.

Besser ist deshalb, die Seide noch leicht feucht von der Wäscheleine zu nehmen und trocken zu bügeln. Die sicherste Methode beim Trocknen ist, die Seide in ein Handtuch einzurollen. Wenn das Handtuch die Feuchtigkeit soweit aufgesaugt hat, dass die Seide nur noch leicht feucht ist, kann sie gebügelt werden.

Dazu wird die Seide auf der linken Seite (der Rückseite) bei schwacher bis mittlerer Temperatur geglättet. Wichtig ist, die Dampffunktion des Bügeleisens abzuschalten, denn sonst könnten unschöne Wasserflecken entstehen.

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