2 simple Methoden für Seidentücher mit tollen Mustern

2 simple Methoden für Seidentücher mit tollen Mustern 

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Seidentücher gestaltet werden können. Vom gleichmäßigen Einfärben über aufgedruckte oder aufgestempelte Muster bis hin zum Bemalen mit bildlichen Motiven ist alles möglich. Doch es müssen gar nicht immer sehr aufwändige Techniken sein.

Gewusst wie, lassen sich mit wenigen Handgriffen sehr dekorative Tücher und Schals aus Seide gestalten. Und zwei simple Methoden für Seidentücher mit tollen Mustern stellen die folgenden Anleitungen vor!

 

Methode 1: die Salztechnik

Mithilfe von Salz entstehen wunderschöne Muster auf der Seide. Denn das Salz saugt die Feuchtigkeit und die Farbe in seiner unmittelbaren Umgebung auf. Im Ergebnis bleiben überall dort, wo die Salzkörner lagen, helle Punkte zurück. Im Fachhandel ist spezielles Effektsalz für die Seidenmalerei erhältlich.

Allerdings muss es nicht unbedingt dieses Spezialsalz sein. Das handelsübliche Salz aus der Küche funktioniert genauso. Dabei gilt, dass das Muster umso ausgeprägt erscheint, je gröber das Salz ist. Ein feines Salz hingegen sorgt für ein sehr feines, filigranes Muster.

Für ein Seidentuch, das mit der Salztechnik gestaltet wird, werden folgende Materialien benötigt:

  • ·         Seidentuch
  • ·         bügelfixierbare Seidenmalfarben in mehreren Farbtönen
  • ·         Salz
  • ·         Pinsel
  • ·         Essig
  • ·         Bügeleisen
  • ·         Folie zum Abdecken der Arbeitsfläche

Als erstes wird die Arbeitsfläche sorgfältig mit Folie abgedeckt. Das ist deshalb wichtig, weil mit flüssigen Farben gearbeitet wird und die Seide im Liegen trocknen muss. Ohne die Folie wäre so nicht nur die Seide, sondern vermutlich der ganze Arbeitsbereich eingefärbt.

Ist der Arbeitsplatz vorbereitet, wird das Seidentuch einmal kurz in sauberes Wasser getaucht und vorsichtig ausgewrungen. Das Seidentuch sollte feucht, aber nicht triefend nass sein. Dann wird die Seide auf der Folie ausgebreitet. Dabei ist es nicht notwendig, die Seide glatt zu ziehen, denn die Falten sorgen für zusätzliche Mustereffekte.

Mit dem Pinsel wird nun die erste Farbe auf das Seidentuch aufgebracht. Ob die Farbe in eher breiten Bahnen oder als kleine Flächen aufgetragen wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Für ein kleinteiliges Muster kann die Farbe auch auf das Tuch getropft werden. Ist genug von der ersten Farbe auf dem Tuch, geht es mit der nächsten Farbe weiter. Auf der feuchten Seide fließen die Farben ineinander. Deshalb ist es ratsam, mit der hellsten Farbe zu beginnen und sich allmählich zu den dunkleren Farben vorzubereiten. Außerdem sollten nicht zu viele verschiedene Farbtöne verwendet werden. Denn zum einen könnte das Muster dadurch zu unruhig wirken und zum anderen könnten unschöne Mischfarben entstehen, wenn zu viele Farbtöne zusammenkommen. 

Ist das Seidentuch eingefärbt, wird es großzügig mit dem Salz bestreut. Das Salz kann gleichmäßig über der ganzen Fläche verteilt oder nur stellenweise aufgebracht werden. Das Seidentuch muss dann so wie es ist, also mit dem aufgestreuten Salz, trocknen. Je nachdem, wie viel Farbe aufgetragen wurde und welche Bedingungen im Raum herrschen, kann das bis zu zwei Tage lang dauern. Ist das Seidentuch trocken, wird das Salz abgenommen. Ratsam dabei ist, das Salz aufzufangen und in einem Behälter aufzubewahren. Denn auch wenn das Salz jetzt eingefärbt ist, kann es bei weiteren Tüchern wiederverwendet werden.

Um die Farben zu fixieren, wird das Seidentuch in ein Gemisch aus Wasser und Essig gelegt. Dabei sollten Wasser und Essig im Verhältnis 1:1 gemischt sein. Der Essig fixiert die Farben und verleiht ihnen gleichzeitig mehr Leuchtkraft. Zum Schluss muss das Seidentuch nur noch trockengebügelt werden. Damit werden die Farben endgültig fixiert. Fertig!

 

Methode 2: Färben und Plissieren in der Mikrowelle

Durch das Plissieren erhält die Seide Falten. Anders als bei einem Plissee-Stoff mit gleichmäßigen und akkuraten Falten, entstehen bei der Seide aber eher kleine und unregelmäßige Falten. Insofern erinnert das Ergebnis an einen Knitterlook. Aus diesem Grund wird manchmal auch von der Crash-Optik gesprochen.

Für das Färben und Plissieren von Seide in der Mikrowelle werden folgende Materialien benötigt:

  • ·         Seidentuch
  • ·         dampffixierbare Seidenmalfarben
  • ·         mikrowellengeeignetes Gefäß, am besten aus Glas
  • ·         Becher oder Blumentopf aus Keramik
  • ·         Bindfaden
  • ·         Handschuhe
  • ·         Mikrowelle 

Im ersten Schritt wird das Seidentuch eingefärbt. Dafür wird das Seidentuch kurz in Wasser getaucht und danach behutsam wieder ausgewrungen. Dann wird das feuchte Seidentuch in das Mikrowellengefäß gelegt. Da das Tuch ruhig in Falten liegen soll, kann es einfach in das Gefäß fallengelassen werden.

Um die Hände vor Verfärbungen zu schützen, sollten nun Handschuhe übergezogen werden. Dann beginnt das Färben. Dafür werden ein paar Tropfen Seidenmalfarbe auf das Tuch gekleckst. Damit die Farbe überall auf dem Tuch zu finden ist, kann die Seide vor dem weiteren Auftropfen der Farbe immer wieder dreht und anders drapiert werden. Nach und nach werden so alle Farben, die auf dem Tuch zu sehen sein sollen, aufgebracht. Da die Farben auf der feuchten Seide ineinanderfließen und sich durch das Drehen und Wenden in unterschiedliche Richtungen ausbreiten, ist es ratsam, immer mit der hellsten Farbe zu beginnen.    

Ist das Tuch bunt genug, werden die Farben fixiert. Dafür wird die Form für etwa fünf Minuten bei 600 Watt in die Mikrowelle gestellt. Nach dem Fixieren wird die Seide unter fließendem Wasser ausgespült. Dadurch wird die überschüssige Farbe entfernt.

Nun folgt das Plissieren. Dafür wird das Seidentuch zuerst in kleinen Falten zusammengelegt. Ob die Falten dabei akkurat oder eher ungleichmäßig gelegt werden, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Ist das Tuch zusammengelegt, wird es an den Enden gefasst, gespannt und straff um die eigene Achse gedreht. Im Idealfall kann dabei eine zweite Person helfen. Wenn das Tuch komplett eingedreht ist und die beiden Enden zusammengeführt werden, dreht sich das Tuch wie eine Kordel zusammen. Nun werden die Enden mit einem Bindefaden fest abgebunden. Wichtig dabei ist, dass die Seide nach wie vor straff eingedreht ist.

Anschließend wird das Seidentuch um den Keramikbecher gewickelt. Damit sich das Tuch nicht löst, kann es noch einmal mit Bindfaden fixiert werden. Der Keramikbecher wird nun mit der Öffnung nach unten in die Mikrowellenform gestellt. Dann wird der Boden der Form mit Wasser bedeckt und die Form bei 600 Watt etwa sieben Minuten lang in die Mikrowelle gegeben. Der Wasserdampf, der entsteht, plissiert die Seide und fixiert gleichzeitig das Faltenmuster. 

Nun muss die Seide trocknen. Dafür kann sie vom Keramikbecher abgenommen werden. Die Fäden werden aber noch nicht aufgeschnitten. Erst wenn das Tuch trocken ist, wird es geöffnet. Dann wird auch das tolle Muster sichtbar. Ratsam ist übrigens, das Tuch aufgedreht aufzubewahren. Dadurch behält die plissierte Seite ihre Form.

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