Anleitung für ein Seidentuch in Knitter- und Salztechnik

Anleitung für ein Seidentuch in Knitter- und Salztechnik

Die Seidenmalerei blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Wie die Seide selbst hat auch das Malen auf dem zarten Stoff seine Wurzeln in China. Vor vielen Jahrhunderten gelangte die Technik der Seidenmalerei dann nach Frankreich. Von dort aus verbreitete sie sich weiter, entfaltete sich und erreichte eine hohe Blüte. Doch Seide war sehr teuer, die Farben erforderten einen gekonnten Umgang und die Herstellung von Seidenmalereien war aufwändig. Mit der Zeit geriet die kunstvolle Technik deshalb zunehmend in Vergessenheit.

Anleitung für ein Seidentuch in Knitter- und Salztechnik

Vor einigen Jahrzehnten kamen dann Farben auf den Markt, mit denen auch ein Laie bei sich daheim ohne großen Aufwand tolle Malereien erschaffen konnte. Die Seidenstoffe wurden ebenfalls erschwinglicher und hielten Einzug in Geschäfte mit Bastelbedarf. So wurde die Technik wiederentdeckt, lebte neu auf und ist bis heute ein beliebtes Hobby.

Wir stellen in dieser Anleitung eine Idee für ein Seidentuch vor, das mithilfe der Knitter- und der Salztechnik gestaltet wird. Die Kombination der beiden Techniken lässt zarte, abstrakte Muster entstehen, die ein wenig an Batiken oder auch Marmor erinnern. Malkenntnisse sind dafür nicht erforderlich.

Und weil das Ergebnis immer eine kleine Überraschung ist, bei der der Zufall mitwirkt, macht das Gestalten viel Spaß und ist für Erwachsene und Senioren ebenso geeignet wie für Kinder. Also, fangen wir an!:

Die benötigten Materialien

  • Tuch oder Schal aus Seide, am besten Pongé Nr. 4, 5 oder 9

  • Seidenmalfarben, bügelfixierbar

  • Pinsel, z.B. Aquarellpinsel oder weiche Rundpinsel in zwei, drei verschiedenen Stärken

  • Salz, gerne grob

  • Gläser oder Schälchen mit Wasser zum Auswaschen der Pinsel

  • Bügeleisen und altes Geschirrtuch

  • Wasser und etwas Essig zum Auswaschen der überschüssigen Farbe aus dem fertigen Tuch

  • Folie für den Arbeitsplatz

Tücher und Schals aus Pongé-Seide sind im Bastelbedarf erhältlich. Sie sind bereits fertig genäht. Möglich ist natürlich auch, Seide als Meterware zu besorgen, auf das gewünschte Maß zuzuschneiden und die Kanten zu umnähen.

Das Salz kann das ganz normale Salz aus der Küche sein. Ein spezielles Färbesalz aus dem Bastelbedarf ist nicht notwendig. Feines Tafelsalz sorgt für dezente Verläufe. Je gröber die Salzkörner sind, desto ausgeprägter sind die Effekte.

Die Anleitung für ein Seidentuch in Knitter- und Salztechnik

Die Gestaltung des Seidentuchs dauert nicht besonders lange. Deshalb sind die Techniken auch für diejenigen geeignet, denen die Geduld für lange, aufwändige Malereien fehlt. Allerdings ist recht viel Wasser im Spiel.

Damit der Tisch keine Muster abbekommt und später alles mühsam gereinigt werden muss, sollte die Arbeitsfläche gut mit Folie abgedeckt sein. Bei der Folie kann es sich um eine Malerfolie aus dem Baumarkt oder einfach einen großen, eventuell aufgeschnittenen Müllsack handeln.

Die Folie ohne Falten auf dem Tisch auslegen, leicht spannen und mit Klammern oder Klebeband fixieren.

Ist der Arbeitsplatz vorbereitet und sind auch die übrigen Materialien griffbereit, kann es losgehen!

Schritt 1: die Knittertechnik

Die Knittertechnik heißt so, weil das Seidentuch dabei geknittert wird. Die Seide liegt also nicht glatt auf der Arbeitsfläche und wird auch nicht wie beim gegenständlichen Malen in einen Rahmen eingespannt. Stattdessen wird das Tuch in Falten gelegt.

Dafür das Seidentuch zunächst einmal kurz in Wasser tauchen und leicht auswringen. Dann das nasse Seidentuch locker auf den Tisch legen. Nun hier und da den Stoff greifen und leicht eindrehen, sodass kleine Zipfel entstehen. Den übrigen Stoff in unregelmäßigen Falten zusammenschieben.

Jetzt kommt Farbe ins Spiel. Dazu den Pinsel in eine Seidenmalfarbe eintauchen und über den Stoff streichen oder auftupfen. Dabei mit dem hellsten Farbton beginnen. Sind einige Stellen eingefärbt, die nächste Farbe nehmen und wieder verteilen. Damit die Farben noch stärker verlaufen, kann der Pinsel auch erst angefeuchtet und danach in Farbe getunkt werden. Das verdünnt die Seidenmalfarben zusätzlich.

Auf diese Weise das Seidentuch wie gewünscht einfärben. Es ist aber nicht notwendig, die gesamte Fläche mit Farbe zu bedecken. Es genügt, wenn die erhabenen Stellen, also die Falten und Zipfel, bunt werden. Andere Bereiche des Seidentuchs dürfen gerne weiß bleiben.

Schritt 2: die Salztechnik

Nun geht es mit der Salztechnik weiter. Dazu werden einfach Salzkörner auf das frisch eingefärbte, noch nasse Seidentuch gestreut. Je gröber die Salzkörner sind, desto stärker lassen sie die Farben verlaufen.

Auf dem Seidentuch kann feines und grobes Salz miteinander kombiniert werden. Insgesamt sollte aber nicht zu viel Salz verwendet werden. Lieber etwas sparsamer dosieren. Sonst könnten die Effekte zu unruhig werden. Außerdem könnte das Salz der empfindlichen Seide zu sehr zusetzen.

Das fertig gestaltete Seidentuch so wie es ist, im Liegen auf der Arbeitsfläche trocken lassen. Nach dem Trocknen hat sich das Salz größtenteils aufgelöst. Die verbliebenen Salzreste müssen dann vollständig entfernt werden.

Dazu das Seidentuch am besten gut ausschütteln und die ganze Fläche noch einmal mit der Hand abfahren. Es ist sehr wichtig, die Salzreste komplett zu beseitigen. Andernfalls könnten sie beim Bügeln Löcher im Tuch verursachen.

Schritt 3: die Farbe fixieren

Ist das Seidentuch trocken und das Salz komplett entfernt, werden die Seidenmalfarben durch Bügeln fixiert. Dazu die Seide mit einem Geschirrtuch abdecken und anschließend auf höchster Stufe etwa fünf Minuten lang bügeln.

Die genaue Anleitung beschreibt der Hersteller auf den Farbtöpfchen.

Nun Wasser in einen Eimer, eine Schüssel oder direkt ins Waschbecken geben und einen Schuss Essig hinzufügen. Das Seidentuch in dem Essigwasser auswaschen, um so überschüssige Farbe auszuspülen. Anschließend das Seidentuch vorsichtig ausdrücken, zum Trocknen aufhängen und glatt bügeln. Fertig!

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Hier schreiben Michael Husmann, 47 Jahre, Geschäftsinhaber einer B2B Stoffhandel Firma, die Künstlerin Elke Bornholt, 39 Jahre, mit einem Faible für Seidenmalerei und Bastelarbeiten, Karina Notzko, 32 Jahre und Schneidermeisterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber der Webseite und Redakteur. Wir möchten alles Wissenswerte rund um Seide bzw. Seidenstoffe vermitteln.

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