Infos und Tipps zu Orientteppichen aus Seide

Infos und Tipps zu Orientteppichen aus Seide

 

In der westlichen Welt ist ein Teppich meist ein dekorativer Einrichtungsgegenstand, der hübsch aussieht, den Wohnkomfort erhöht, einen bestimmten Stil unterstreicht und mitunter einen Hauch von Luxus in die eigenen vier Wände bringt. Im Nahen, Mittleren und Fernen Osten hingegen hat ein Teppich eine weitaus größere Bedeutung.

Er ist das Spiegelbild der orientalischen Kultur, Tradition und Lebensart. Lange Zeit war ein Teppich außerdem das kostbarste und wichtigste Gut, das eine Familie besaß. Auch heute noch werden viele Orientteppiche nach klassischem Vorbild angefertigt.

 

Grundlegende Infos zu Orientteppichen

Orientteppiche werden im gesamten Landstrich zwischen dem Nahen und dem Fernen Osten angefertigt. Dieser Landstrich beginnt in Albanien und führt bis nach China. Ähnlich groß wie das Gebiet ist dann auch die Vielfalt bei Orientteppichen. So können Orientteppiche aus Seide, Wolle oder Ziegenhaar geknüpft und von ganz dünn bis zu dick und hochflorig gearbeitet sein.

Manche Orientteppiche sind kaum größer als eine Serviette und werden einem Gastgeber gerne als Geschenk überreicht. Andere Orientteppiche sind riesengroß und schmücken ganze Räume. Der größte handgeknüpfte Orientteppich der Welt befindet sich in einem Palast in Iran, ist knapp 6.000 Quadratmeter groß und rund 45 Tonnen schwer.

Orientteppiche werden nach ihrer Herkunft in verschiedene Gruppen eingeteilt. So gibt es beispielsweise anatolische, afghanische, chinesische oder kaukasische Teppiche. Außerdem gibt es die berühmten Perserteppiche, die aus dem heutigen Iran stammen.

Eine noch etwas genauere Unterscheidung berücksichtigt nicht nur die Länder, aus denen die Teppiche stammen, sondern die konkreten Regionen oder Städte. In diesem Zusammenhang wird von den Provenienzen gesprochen.

 

Die Muster und Motive von Orientteppichen

Bis zum 7. Jahrhundert waren Orientteppiche überwiegend mit Naturmotiven oder heidnischen Symbolen verziert. Letztere sollten das Böse fernhalten und den Bewohnern des Hauses zu Glück, Gesundheit und Wohlstand verhelfen. Ab dem 7. Jahrhundert kamen durch den Islam religiöse Motive dazu. Bis heute bestimmt die Herkunftsregion die Muster, Motive und Farben eines Orientteppichs.

So weisen klassische Perserteppiche entweder streng geometrische Muster oder florale Motive auf. Teppiche aus Turkmenistan zeigen oft runde oder eckige Muster. Diese Muster stellen Familienwappen oder Stammeszeichen dar, denn Familienstämme haben in Turkmenistan nach wie vor einen großen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben. Für Teppiche aus dem Kaukasus wiederum sind sehr farbenfrohe Muster typisch. Da sich die Lebensweise der Menschen im Kaukasus im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert hat, sind auch die Muster und Motive der Teppiche sehr ursprünglich geblieben.

Bei anatolischen Teppichen hängt die Optik sehr von der konkreten Herkunftsregion ab. Teppiche aus Ostanatolien beispielsweise charakterisieren sich durch die verschiedenen Rottöne, die die gesamte Palette von kräftigem Rostrot bis hin zu leuchtendem Erdbeerrot abdecken.

Im Unterschied dazu haben chinesische Teppiche oft einen weißen Hintergrund, der mit blauen Mustern und Motiven verziert ist. Als Heimatland der Seide werden in China auch heute noch sehr viele Teppiche aus edler Seide angefertigt. Aber auch die Türkei ist für ihre kostbaren und luxuriösen Seidenteppiche namens Hereke bekannt.

Im Orient hatte der Teppich schon immer einen sehr hohen handwerklichen, künstlerischen und materiellen Wert. Durch den Islam kam noch eine religiöse Bedeutung dazu. So wurden nun auch kleine, handliche Gebetsteppiche angefertigt, die sich problemlos transportieren ließen und den Gläubigen beim Gebet vom unreinen Boden trennten. Eine angedeutete Nische oder ein von Säulen getragenes Feld in der Mitte des Teppichs hilft dem Gläubigen dabei, seinen Gebetsteppich, den Mehrab, gen Mekka auszurichten.

Gebetsteppiche sind meist sehr aufwändig und kunstvoll mit Ornamenten, grafischen Figuren, Blumen- und Naturmotiven oder Kalligraphien verziert. Außerdem sind Vögel ein sehr beliebtes Motiv, denn Vögel gelten als Mittler zwischen Allah und den Menschen.

 

Die Farben für Orientteppiche

Bei einem kostbaren und edlen Orientteppich sorgen Naturfarben für die intensiven und herrlich leuchtenden Farben. Dafür wird ein warmes Farbbad aus den Naturmaterialien angesetzt und die Fasern für den Teppich verbleiben solange in dem Farbbad, bis sie den gewünschten Farbton erreicht haben.

Zu den typischen Farben bei Orientteppichen gehört das sogenannte Türkischrot, den Farbstoff dafür liefert die Pflanze Färberkrapp. Purpurrot wird aus dem Panzer der Schildlaus, eine statt blaue Farbe aus Indigo gewonnen. Für Gelb wird je nach gewünschter Nuance und Intensität auf Gelbwurz, Granatapfelschalen oder Safran zurückgegriffen. Naturfarben sind lichtecht, bluten nicht aus und verblassen auch nach längerer Zeit kaum.

Wer sich einen hochwertigen Orientteppich leisten und lange Freude an dem edlen Stück haben möchte, sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass er mit Naturfarben eingefärbt wurde.     

 

3 Tipps zur Pflege von Orientteppichen

Ein echter Orientteppich hat seinen Preis. Wenn jemandem ein hochwertiger, handgeknüpfter Seidenteppich aus dem Orient für kleines Geld offeriert wird, ist große Skepsis angebracht. Andersherum dürfte es für den Laien nicht immer einfach sein, einen wertvollen Teppich von einer gut gemachten Kopie in minderer Qualität zu unterscheiden. Die wichtigsten Kriterien für einen wertvollen Orientteppich, die über seine Qualität entscheiden und damit letztlich auch den Preis bestimmen, sind die Provenienz, die Größe und das Material.

Außerdem sind die Anzahl und die Regelmäßigkeit der Knoten ein maßgebliches Kriterium. Bei der Knotenanzahl pro Quadratmeter muss aber immer auch das Material berücksichtigt werden. So wird ein Orientteppich aus dickerem Wollgarn natürlich sehr viel weniger Knoten pro Quadratmeter aufweisen als ein Orientteppich aus feinstem Seidengarn.

Wer einen wertvollen Orientteppich sein Eigen nennen kann, wird natürlich auch möglichst lange Freude an dem guten Stück haben wollen.

 

Was die Pflege angeht, haben sich folgende Tipps bewährt:

·         Im Laufe der Zeit lässt sich Staub auf dem Teppich nieder. Der Staub und auch andere kleine Schmutzpartikel können sich zwischen die Knoten setzen, was sich negativ auf die schöne Optik auswirkt. Durch die ständige Reibung könnten die feinen Fasern zudem beschädigt werden. Ratsam ist deshalb, denn Teppich nicht immer nur auf der Oberseite, sondern regelmäßig von beiden Seiten abzusaugen.

·         Ist der Teppich schmutzig geworden, sollte er in eine Teppichreinigung gebracht werden. Je nach Material könnte das Einshampoonieren, Abwaschen und Trocknen in Eigenregie dem Teppich nämlich nicht gut bekommen. 

Früher war es üblich, einen Teppich über eine Stange zu legen und mit dem Teppichklopfer auszuklopfen. Vor allem bei einem Seidenteppich ist das aber keine gute Idee. Die recht grobe Behandlung konnte dazu führen, dass die Knoten und die Kettfäden brechen. Besser ist deshalb, den Teppich regelmäßig abzusaugen und bei größeren Verschmutzungen professionell reinigen zu lassen.

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