Wildseide

Wildseide

Im Gegensatz zur echten Seide, die aus Kokons gewonnen wird, deren Raupen abgetötet wurden, wird Wildseide gewonnen, nachdem die Raupen als Schmetterlingen ausgeschlüpft sind. Dabei sind der Tussahspinner in Indien, der Eichenspinner in Japan und der Rizinusspinner in Ostasien die wichtigsten Lieferanten, die bedeutendsten Seidenarten sind die Tussahseide und die Eriaseide.

Der überwiegende Teil der Wildseide stammt aus China, Indien und Südostasien, allerdings wird sie auch in anderen Gebieten, beispielsweise in Madagaskar hergestellt. Die Raupen, die die Seidenfäden für die Wildseide liefern, können nicht gezüchtet werden, sondern leben wild und ernähren sich hauptsächlich von Eichenblättern.

Die Raupen bilden ein Sekret, mit dem sie ihre Kokons bilden, beim Schlüpfen öffnen sie den Kokon mit ihrem Speichel. Durch dieses Loch reißen die Seidenfäden in einzelne Stücke. Da die Raupen ihre Kokons stärker verkleben, sind die Fäden der Wildseide von Natur aus gelblich, rötlich bis hin zu bräunlich. Durch die kurzen Fadenstücke ist es schwieriger, die Kokons abzuhaspeln und beim Verspinnen entstehen unregelmäßige Seidenfäden teils mit Verdickungen.

Daher ist die Wildseide nach dem Verweben grober und dicker und hat eine leicht unregelmäßige, noppige Oberfläche. Stoffe und Textilien aus Wildseide glänzen eher matt und stumpf, sind jedoch weniger empfindlich als Seide von gezüchteten Seidenraupen. Wildseide fällt fließend, reguliert die Feuchtigkeit und gleicht Wärme und Kälte aus.

Zudem ist sie atmungsaktiv und auch bei empfindlicher und zu Allergien neigender Haut geeignet. Um die positiven Eigenschaften und die elegante Optik zu erhalten, sollte die Wildseide schonend gepflegt werden. Hierzu gehören Waschungen in kaltem oder lauwarmem Wasser, etwas Essig zum Schutz der Farben oder das mäßig warme Bügeln in feuchtem Zustand von der linken Seite. Wildseide sollte zudem immer in feuchtem Zustand in Form gezogen und liegend getrocknet werden. Neben speziellem Seidenwaschmittel kann die Wildseide auch mit gewöhnlichem Haarshampoo gewaschen werden.

Mehr Tipps und Anleitungen zur
Seidenmalerei und für Seidenstoffe:

Kommentare

Kommentare