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Tussah Seide

Die Tussah Seide ist die bedeutendste Wildseidenart, deren Lieferanten der indische Tussahspinner und der japanische Eichenspinner sind. Dabei handelt es sich um wildlebende Schmetterlingsarten, die sich überwiegend von Eichenblättern ernähren. Meist ist deren Kokon nur schlecht abhaspelbar und der einzelne Seidenfaden von weniger guter Qualität. Die Wildseide wird erst nach dem Schlüpfen der Schmetterlinge gewonnen, die durch das Schlüpfen ein Loch im Kokon hinterlassen, wodurch der Faden in mehrere Teile zerrissen wird. Zudem öffnet die Raupe den Kokon zum Schlüpfen mit ihrem Speichel, so dass der Tussahseidenfaden durch Gerbsäure eher gelblich bis bräunlich und unregelmäßig ist.

Dadurch ist die Tussah Seide grober, dicker und nur stumpf glänzend mit einer unregelmäßigen, noppigen Oberfläche, dennoch aber sehr elegant und weniger empfindlich als Maulbeerseide. Da die Seidenfäden der Wildseide von verhältnismäßig viel Seidenleim, der auch als Seidenbast bezeichnet wird, umgeben sind, werden sie oft ungebleicht oder ungefärbt zu Stoffen aus Rohseide verwoben und anschließend eher für dunkle Textilien verwendet.

Allerdings weist auch die Wildseide die seidentypischen, positiven Eigenschaften wie sehr gute Hautverträglichkeit und Isolationsfähigkeit auf. Trotz ihrer eher robusten Beschaffenheit sollte auch die Tussah Seide nur kalt bis lauwarm gewaschen werden.

In der Waschmaschine erfolgt dies im Schonwaschgang, mit Feinwaschmittel oder Seidenwaschmittel und ohne Schleudern. Schonender erfolgt die Wäsche von Hand mit lauwarmen Wassern, wobei dem letzten Spülgang etwas Essig beigegeben werden kann, um die Seifenreste vollständig zu entfernen.

Die Tussah Seide wird nicht ausgewrungen, sondern nur leicht ausgedrückt und nass in Form gezogen. Die noch feuchte Seide wird mit mäßig warmer Temperatur von der linken Seite und ohne Druck gebügelt, wobei der Stoff nicht besprüht wird, weil sich dadurch Wasserflecken bilden könnten. Bei groben und hartnäckigen Verschmutzungen sollte die Tussah Seide chemisch gereinigt werden.

Mehr Tipps und Anleitungen zur Seidenmalerei und für Seidenstoffe:

 

 


 
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