Samt und Seide Teil 2

Samt und Seide 

Im Alltag werden nahezu unbemerkt und beiläufig Redewendungen und Sprichwörter verwendet. So gibt es auch im Zusammenhang mit dem Wort Seide einige Redensarten, beispielsweise “in Samt und Seide gehen“, eine “Haut wie Samt und Seide” oder auch “man näht grobe Säcke nicht mit Seide“.

Der Hintergrund dieser Redensarten lässt sich sehr einfach erklären. Seide und auch Samt sind bis heute sehr kostbare Stoffe, die insbesondere in früheren Zeiten den Reichen vorbehalten waren. 

 

Für einfache Leute war Seide unerschwinglich. Heute können sich zwar weit mehr Leute Seide leisten, dennoch ist sie einer der edelsten und kostbarsten Stoffe. Dass dies auch in Zukunft so bleiben wird, liegt daran, dass Seide in einem aufwendigen Verfahren aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen wird. Für 1 Kilogramm Seidenfäden werden unzählige Kokons benötigt, die mühevoll gesäubert, abgehaspelt und zu Fäden versponnen werden müssen.

Auch die Herstellung von Samt ist recht anspruchsvoll, insbesondere beim Weben im Vergleich zu beispielsweise Leinen, wenn auch nicht ganz so arbeitsintensiv wie bei der Seide. Die Redensarten geben diesen Wunsch nach Luxus und Eleganz wieder. Jemand, der in Samt und Seide gekleidet ist, ist also besonders elegant und glamourös gekleidet, jemand, der eine Haut hat wie Samt und Seide, hat eine besonders gepflegte, weiche Haut. Daneben kann die Redensart Samt und Seide auch abfällig verwendet werden und den Missmut zum Ausdruck bringen.

Wenn beispielsweise jemand sehr protzig auftritt oder ein sehr schlechtes Benehmen an den Tag legt, können Sätze fallen wie “auch wenn er sich in Samt und Seide kleidet, macht es das nicht besser“.

Wann die Redewendung Samt und Seide genau entstanden ist, ist wohl nicht abschließend geklärt. Allerdings hat sie schon Goethe in seinem Faust verwendet, in dem er Mephisto in Auerbachs Keller in Leipzig “In Sammet und in Seide war er nun angetan“ singen ließ.

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