Grundausstattung für die Seidenmalerei

Übersicht: Grundausstattung für die Seidenmalerei 

Die weich fließende, elegant schimmernde Seide fasziniert die Menschen schon seit Jahrtausenden. Einst gehörte die Seide zu den wichtigsten Handelsgütern in China und die Chinesen wussten das Geheimnis um die Herstellung des kostbaren Stoffes gut zu hüten.

Schon sehr früh begannen sie damit, Kleidung, Kissen und Decken aus Seide anzufertigen. Später wurden Seidenstoffe dann auch verwendet, um Sitzmöbel zu beziehen und Wände zu bespannen. 

 

Allerdings war Seide so teuer, dass sie lange Zeit nur dem reichen Adel vorbehalten blieb. Während die Chinesen Jahrhunderte lang das Monopol auf Seide hatten, waren es schließlich die Japaner, die die Seidenmalerei entwickelten. Nach vielen Versuchen mit diversen Seidenstoffen und verschiedenen Farben in unterschiedlichen Konsistenzen gelang es ihnen, eine Methode zu finden, mit der die Seide wie gewünscht bemalt werden konnte, ohne dass die Farben unkontrolliert ineinanderflossen.

Bis heute erfreut sich die Seidenmalerei großer Beliebtheit. Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass Seide zwar nach wie vor zu den sehr edlen und kostbaren Stoffen gehört, mittlerweile aber für die meisten erschwinglich ist. Ein anderer Grund dürfte sein, dass die Seidenmalerei viel Raum für eigene Ideen bietet, dabei aber vergleichsweise einfach umsetzbar ist und damit auch Anfängern ermöglicht, in recht kurzer Zeit tolle Ergebnisse zu erzielen.

 

Für diejenigen, die auch einmal auf Seide malen möchten,
fasst die folgende Übersicht zusammen,
was zur Grundausstattung für die Seidenmalerei gehört:
  

 

Checkliste Seidenmalerei  

 

Seide

Für die Seidenmalerei stehen verschiedene Seidenarten zur Auswahl. Am besten eignen sich Pongé-Seiden in den Stärken 5, 6, 8 und 10 sowie Crêpe de Chine-Seiden in den Stärken 10, 12 und 14. Dabei ist Seide sowohl als Meterware als auch in Form von bereits fertig gesäumten Tüchern erhältlich.

Die Tücher werden in Formaten zwischen 25 x 25cm und 110 x 110cm angeboten, am häufigsten werden jedoch 90 x 90cm große Tücher verwendet. Daneben hält der Fachhandel aber auch Schals, Krawatten, Kissenbezüge, Regenschirme und viele andere Malobjekte für die Seidenmalerei bereit. 

 

Seidenmalfarben und Gutta

Seidenmalfarben lassen sich in zwei Kategorien einteilen, nämlich zum einen in bügelfixierbare und zum anderen in dampffixierbare Farben. Bügelfixierbare Farben werden in kleinen Gläsern angeboten und sind etwas dickflüssiger als dampffixierbare Farben. Wie die Bezeichnung bereits nahelegt, werden bügelfixierbare Farben mithilfe des Bügeleisens fixiert.

Dies bringt den Vorteil mit sich, dass die Fixierung schnell und einfach erfolgt und selbst zu Hause durchgeführt werden kann. Dampffixierbare Farben werden ebenfalls in Gläschen verkauft. Ihr Pluspunkt ist, dass sie kräftiger sind und intensiver leuchten als bügelfixierbare Farben. Allerdings ist die Fixierung aufwändiger und weil sich für Hobbymaler die Anschaffung der erforderlichen Gerätschaften meist nicht lohnt, müssen die Kunstwerke für die Fixierung beispielsweise in ein Fachgeschäft oder ein Künstleratelier gebracht werden.

Seidenmalfarben können sowohl mit Wasser als auch miteinander gemischt werden, um neue Farbtöne entstehen zu lassen. Daher ist keine große Palette an unterschiedlichen Farben notwendig. In die Grundausstattung gehören die Farben Gelb, Rot, Blau und Schwarz.

Wer am Anfang noch nicht zu viele Farben selbst mischen möchte, kann seine Palette außerdem um die Farben Grün und Braun erweitern.Gutta ist ein Konturenmittel, das verwendet wird, um Farbflächen zu begrenzen. Um zu verhindern, dass die Seidenfarben ineinander verlaufen, wird das Motiv zunächst mit Gutta auf die Seide gezeichnet.

Sind die Konturen trocken, werden die entstandenen Flächen mit Farbe ausgefüllt. Gutta wird in Tuben, in Flaschen und in Gläsern angeboten und ist sowohl farblos als auch in verschiedenen Farbtönen erhältlich. Am bequemsten in der Handhabung ist Gutta in Tuben, denn hier kann das Konturenmittel unmittelbar aus der Tube auf die Seide aufgetragen werden.

Gutta in Flaschen oder Gläsern wird zunächst in kleine Plastikfläschchen umgefüllt. Mithilfe einer Düse aus Metall, die als Aufsatz auf das Fläschchen geschraubt wird und in verschiedenen Stärken erhältlich ist, kann das Konturenmittel dann aufgetragen werden.  

 

Pinsel

In der Seidenmalerei wird bevorzugt mit Naturhaarpinseln gearbeitet, weil sie die Farben sehr gut aufnehmen. Aber auch die kostengünstigeren Synthetikpinsel sind durchaus geeignet. Für ein Seidenbild werden meist Pinsel in mehreren Stärken benötigt.

So kommen dicke Pinsel in den Stärken 12 bis 20 zum Einsatz, wenn große Farbflächen gestaltet und Hintergründe angelegt werden. Für Farbflächen in mittlerer Größe und größere Bilddetails bieten sich Pinsel in den Stärken 5 bis 10 an. Feine Details, dünne Linien und kleine Farbflächen wiederum lassen sich mit dünnen Pinseln in den Stärken 1 bis 4 gestalten.  

 

Spannrahmen und Spannkrallen

Für die ersten Versuche reicht es sicherlich aus, wenn die Seide auf einer ebenen, glatten und am besten mit Folie abgedeckten Fläche ausgebreitet und mit Klebeband fixiert wird. Wer die Seidenmalerei für sich als Hobby entdeckt, sollte aber über die Anschaffung eines Spannrahmens nachdenken. Spannrahmen sind in verschiedenen Formaten erhältlich, am gebräuchlichsten sind aber rund 4cm starke und 100 x 100cm große Spannrahmen aus Weichholz.

Diese Spannrahmen lassen sich beliebig verstellen, so dass darauf sowohl große als auch kleine Seidentücher bemalt werden können. Neben Standardrahmen gibt es auch spezielle Spannrahmen für Krawatten, Kissenbezüge und Schals. Außerdem gibt es die sogenannten Spanntische. Hierbei handelt es sich um stufenlos verstellbare Spannrahmen, die auf einem kleinen Holzgestell montiert sind und zum Einsatz kommen, wenn im Sitzen gemalt wird.

Arbeitet der Seidenmaler bevorzugt im Stehen, kann er sich für ein Standgerät entscheiden. Grundsätzlich reicht ein einfacher Weichholzspannrahmen aber völlig aus.Um die Seide auf dem Spannrahmen zu befestigen, werden Spannkrallen benötigt. Diese gibt es in Form von Krallen, Klammern und Dreizackstiften. Alternativ können aber auch Reißzwecken verwendet werden.  

 

Bleistift und Radiergummi oder Phantomstift

Soll ein bestimmtes Motiv auf die Seide gemalt werden, ist es oft hilfreich, dieses zunächst auf dem Stoff zu skizzieren. Hierfür eignet sich ein weicher Bleistift sehr gut.

Ein weicher Bleistift hinterlässt dünne, feine Linien, die mit einem weißen Radiergummi auch wieder entfernt werden können, falls Korrekturen notwendig sind. Die Alternative zu einem Bleistift wäre ein sogenannter Phantomstift. Dieser sorgt für etwas dickere Linien, die nach einiger Zeit von alleine wieder verschwinden.

Mehr Anleitungen und Tipps für Arbeiten mit Seide:

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