Die wichtigsten Infos zur Thaiseide

Die wichtigsten Infos zur Thaiseide 

Seide gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten und Qualitäten und eine dieser Seidenarten ist die Thaiseide.

Diese stammt, wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, aus Thailand und gehört zu den beliebtesten Souvenirs und Geschenken, die aus einem Urlaub in Thailand mitgebracht werden.

Wie Thaiseide hergestellt wird, wodurch sie sich kennzeichnet und wofür sie verwendet wird, fasst die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos zur Thaiseide zusammen:  

 

Die Geschichte der Thaiseide

Wie Forschungen belegen, war die Seidenweberei in China schon um etwa 2640 vor Christus bekannt. Allerdings bleib es lange Zeit ein sehr gut behütetes Geheimnis, woher der Seidenfaden stammt und wie er hergestellt wird. Dies lag nicht zuletzt auch daran, dass im alten China Seidenstoffe zunächst nur der kaiserlichen Familie vorbehalten waren, erst einige Zeit später war es auch Adligen und Kaufleuten erlaubt, Kleidung aus Seide zu tragen.

Durch chinesische Händler verbreiteten sich Seidenstoffe dann als Handelsgut in ganz Asien. In Thailand wurden erste Spuren von Seide bei Ausgrabungen in Baan Chiang gefunden. Baan Chiang liegt in der Provinz Udon Thani im Nordosten Thailands und viele Forscher vermuten, dass es sich hierbei um die älteste Zivilisation im Südosten Asiens handelt. Die Seidenfunde in Baan Chiang sind Schätzungen zufolge etwa 3000 Jahre alt. Die Seidenstraße, eine rund 10.000 Kilometer lange Handelsroute, verband China, Zentralasien und Indien mit dem Römischen Reich.

Über diese Straße gelangten Seidenstoffe ab etwa 176 vor Christus schließlich auch ins heutige Europa und entwickelten sich hier zu beliebten und begehrten Luxusgütern. Allerdings war nur der Handel mit Seidenstoffen erlaubt, der Schmuggel von Eiern des Maulbeerspinners und von Samen des Maulbeerbaumes wurde mit der Todesstrafe geahndet.

Nachdem es erst um etwa 600 nach Christus gelungen war, Eier und Samen in den Westen zu bringen, begann auch erst zu diesem Zeitpunkt die Seidenherstellung in Europa. In Thailand begann die Zucht des Maulbeerspinners und die Herstellung von Seidenstoffen vor etwa 700 Jahren. Bis heute wird Seide vor allem im Norden und Nordosten Thailands hergestellt und wer diese Regionen bereist, kann vor Ort miterleben, wie Seide entsteht. Angeboten wird Thaiseide aber in ganz Thailand.   

 

Die Herstellung der Thaiseide

Lieferant der Thaiseide ist der sehr gefräßige Bombyx mori, bei dem es sich um eine reine Zuchtform des chinesischen Maulbeerspinners handelt. Die Raupen fressen in einem Zeitraum von einem Lebensjahr Blätter des Maulbeerbaumes in einer Menge, die etwa dem 40.000-fachen ihres Körpergewichts entspricht.

Danach verpuppen sich die Raupen, indem sie einen ovalen Kokon bilden. Dieser besteht aus dem Speicheldrüsensekret der Raupe, das als zusammenhängender, bis zu 800 Meter langer Faden abgesondert wird. Bei dem Sekret handelt es sich um Fibroin, eine hornartige Substanz aus Eiweiß, die von Sericin umgeben ist.

Sericin ist eine klebrige Schicht, durch die der Kokon eine gelbliche Farbe bekommt. Der Kokon wird in kochendem Wasser abgekocht. Dadurch stirbt die Raupe im Inneren ab und die Klebeschicht, die den Kokon zusammenhält, löst sich auf.

Die Seidenfäden können nun zu Rohseidenfäden verarbeitet werden. Dazu werden die Kokons abgewickelt und die Fäden von Hand über eine Holzspindel gezogen. Im natürlichen Zustand hat der Seidenfaden der Thaiseide eine Farbe, die von einem hellen Goldton bis zu einem blassen Grün variieren kann.

Bevor das Weben der Seidenstoffe beginnt, werden die Fäden daher eingeweicht, gereinigt und gefärbt.    

 

Die Merkmale und die Verwendung von Thaiseide

Thaiseide ähnelt Wildseide und ist etwas fester als chinesische oder indische Seide. Seidenstoffe aus Thaiseide kennzeichnen sich durch ihre natürliche, leicht unregelmäßige Struktur, die wie Wildseide auch kleine Noppen aufweisen kann.

Wie stark der Seidenstoff ist, hängt davon ab, wie viele Seidenfäden versponnen wurden, üblicherweise werden ein bis sechs Fäden verarbeitet. Thaiseide wird sehr vielseitig verwendet. So werden beispielsweise Kleidungsstücke wie Blusen, Kostüme und Jacken sowie Accessoires wie Krawatten und Tücher aus Thaiseide hergestellt. Beliebt ist Thaiseide aber auch für festliche Abendmode und für edle Heimtextilien wie Kissenbezüge, Gardinen, Servietten oder Polstermöbelbezüge. 

Thaiseide gibt es in unterschiedlichen Qualitäten. Eine besondere Seidenart dabei ist die Mudmee Seide, die aus dem Nordosten Thailands stammt und nicht zuletzt durch die Förderung von Königin Sirikit weltweit bekannt wurde.

Mudmee Seide ist sehr weich und überaus angenehm zu tragen. Meist wird sie in zarten Pastelltönen eingefärbt und in Zickzackmustern verwoben.   

 

Der Pfau als Qualitätssiegel von Thaiseide

Das thailändische Ministerium für Landwirtschaft hat ein Qualitätssiegel für Thaiseide entworfen, um damit echte, hochwertige Thaiseide zu kennzeichnen. Bei diesem Siegel handelt es sich um einen Pfau und je nach Farbe des Pfaus kann der Käufer erkennen, um welche Seidenqualität es sich handelt. So steht ein goldener Pfau für Thaiseide, die vom thailändischen Maulbeerspinner stammt und von Hand hergestellt wurde.

Ein silberner Pfau bedeutet, dass es sich um klassische Thaiseide handelt, die aus Seidenfäden des Maulbeerspinners in Handverarbeitung stammt. Ist die Thaiseide mit einem blauen Pfau gekennzeichnet, handelt es sich um Seide aus echten Seidenfäden, allerdings ohne festgelegte Produktionsvorgaben. Daher kann diese Seide auch chemisch gefärbt sein.

Ein grüner Pfau schließlich bedeutet, dass es sich um ein Seidenprodukt aus Thailand handelt, das meist keine reine Seide, sondern ein Mischgewebe ist und bei dessen Produktion keine festen Vorgaben eingehalten werden müssen.

 

Weiterführende Anleitungen und Tipps
für Seidenstoffe und Seidenmalerei:

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