Die 8 häufigsten Waschfehler bei Seide, 1. Teil

Die 8 häufigsten Waschfehler bei Seide, 1. Teil 

Seide ist zwar anspruchsvoller als Baumwolle, aber längst nicht so empfindlich, wie oft befürchtet. Doch ein paar Pflege- und Waschfehler verzeiht Seide nicht. Welche das sind und wie sie sich verhindern lassen, verraten wir in einem zweiteiligen Beitrag.

Hier ist Teil 1!

Seide ist ein sehr edles Gewebe, das ein angenehmes Tragegefühl verspricht und auch optisch viel hermacht. Was die Pflege angeht, gilt Seide allerdings als recht anspruchsvoll. Tatsächlich ist Seide zwar gar nicht so empfindlich, wie viele glauben. Und dass bei vielen Seidentextilien ein Hinweis wie “nur chemische Reinigung” oder “nicht waschbar” auf dem Pflegeetikett steht, liegt vor allem daran, dass die Hersteller nicht alle Eventualitäten absehen können.

Sicherheitshalber raten sie deshalb davon ab, die Seide selbst zu waschen. Viele Seidenstoffe vertragen aber durchaus eine Wäsche in der Waschmaschine und eine Handwäsche ist ohnehin fast immer möglich. Trotzdem kann es natürlich passieren, dass etwas schiefgeht. Und es gibt ein paar ganz typische Schäden, die bei Pflege- und Waschfehlern immer wieder auftreten.

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir die acht häufigsten Fehler zusammengestellt
- und erklären natürlich auch, wie es richtig geht:

 

Fehler Nr. 1: Die Seide ist hart.

Dass sich Seide nach dem Waschen hart anfühlt, kann zwei Gründe haben. Der erste Grund ist, dass die Seide noch sehr nass war, als sie zum Trocknen aufgehängt wurde. Der zweite Grund ist, dass das Wasser, mit dem die Seide gewaschen wurde, recht kalthaltig war.

Um diesen Fehler zu vermeiden, sollte dem letzten Spülgang etwas Essig hinzugefügt werden. Der Essig löst Rückstände aus den Fasern, macht die Seide weich und frischt gleichzeitig die Farben auf. Weichspüler ist bei Seide aber tabu! Direkt nach dem Waschen sollte die Seide in ein Handtuch gewickelt und vorsichtig ausgedrückt werden. Das Handtuch nimmt einen Teil der Feuchtigkeit auf. Danach kann die Seide zum Trocknen aufgehängt werden. Wichtig dabei ist, dass die Seide nicht direkt in der Sonne oder zu nah neben der Heizung trocknet. Zudem sollte nur ein leichter Wind wehen. So ist sichergestellt, dass die Seide nicht zu schnell trocknet. 

Ein echtes Problem ist harte Seide aber nicht. Denn spätestens beim Tragen wird der Stoff von alleine wieder weich.

 

Fehler Nr. 2: Die Seide ist brüchig.

Wenn Seide brüchig wird, ist das ein Hinweis darauf, dass die Struktur der feinen Seidenfäden Schaden genommen hat. Das kann passieren, wenn ein ungeeignetes Waschmittel verwendet oder die Seide im nassen Zustand zu heftig gerieben und gezogen wurde. Auch direkte Sonneneinstrahlung über einen langen Zeitraum und der Kontakt mit Deo, Parfüm und Schweiß kann der Seide zusetzen.

Hinzu kommen die unvermeidbaren Abnutzungserscheinungen. Wird ein Seidenteil sehr häufig getragen oder verwendet und regelmäßig gewaschen, wird der Stoff an den Nähten und den am meisten beanspruchten Stellen immer dünner. Reparieren lässt sich das jedoch nicht mehr.

 

Fehler Nr. 3: Die Seide glänzt nicht mehr.

Der charakteristische Seidenglanz geht verloren, wenn die Seidenfasern aufrauen. Meist passiert das, wenn die Seide zu heiß, falsch oder mit einem ungeeigneten Waschmittel gewaschen wurde. Eine ähnliche Wirkung wie zu viele oder zu grobe Bewegungen beim Waschen hat auch der Trockner.

Deshalb sollte Seide nicht im Trockner getrocknet werden, selbst wenn auf dem Pflegeetikett etwas anderes steht. Die UV-Strahlung, Deo und Schweiß oder eine qualitativ nicht unbedingt hochwertige Färbung können ebenfalls dazu führen, dass die Seide im Laufe der Zeit matt wird.

Größere Schäden lassen sich nicht mehr entfernen. In gewissem Umfang kann aber eine Behandlung mit Essig dabei helfen, den Glanz wiederherzustellen.

Die richtige Vorgehensweise bei der Essigbehandlung hängt davon ab, ob die Seide ein- oder mehrfarbig ist:

·         Mehrfarbige Seide wird locker in das Waschbecken oder die Badewanne gelegt. Anschließend muss kaltes bis maximal lauwarmes Wasser in einem kräftigen Strahl über die Seide laufen. Der Ablauf wird aber nicht verschlossen, sondern muss offen bleiben. Gleichzeitig wird die Seide hin- und herbewegt. Wichtig ist, dass ausreichend Wasser verwendet und die Seide wirklich ständig bewegt wird. Andernfalls lagern sich die ausgespülten Farbpigmente ab und verfärben die Seide. Die Seide wird solange gespült, bis keine Farbe mehr austritt. Erst dann wird der Ablauf geschlossen und das Becken mit Wasser befüllt. In das Wasser wird nun Essig gegeben. Als grobe Faustregel gilt, dass pro Liter Wasser ein Esslöffel Haushaltsessig hinzugefügt wird. Bei Essigessenz wird die Menge entsprechend reduziert. Das Essigwasser sollte einige Minuten lang einwirken. Anschließend wird die Seide herausgenommen, behutsam ausgedrückt und mit dem Essig im Gewebe trockengebügelt.

·         Einfarbige Seide wird in das Waschbecken oder die Badewanne gelegt. Der Ablauf wird verschlossen und das Becken mit reichlich Wasser gefüllt. Anschließend wird Essig hinzugefügt. Die Seide sollte dann solange im Essigwasser verbleiben, bis sie die ausgetretene Farbe wieder aufgenommen hat. Dann wird die Seide trockengebügelt.

 

Fehler Nr. 4: Die Seide ist ausgebleicht.

Vor allem wenn Seide lange Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, bleicht sie zunehmend aus. Ähnlich wie bei Seide, die ihren Glanz verloren hat, kann eine Behandlung mit Essig helfen, die Farben wieder etwas aufzufrischen. Allerdings wird sich der Erfolg in Grenzen halten.

Der Grund dafür ist, dass die UV-Strahlung bei einigen Farbpigmenten zu einer chemischen Reaktion führt, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Hilft die Essigbehandlung nicht weiter, bleibt oft nur noch, die ansonsten intakte Seide neu einzufärben.  

 

Fehler Nr. 5: Die Seide wirkt speckig.

Waschmittel, die rückfettende Substanzen enthalten, lagern sich auf der Seide ab. Die Folge davon ist, dass die Seide speckig oder schmierig wirkt. Der gleiche Effekt kann eintreten, wenn ein Waschmittel zu großzügig dosiert wird. Prinzipiell sollte Seide nur mit einem Seidenwaschmittel gewaschen und dabei die vom Hersteller empfohlene Dosierung eingehalten werden.

Um die schmierigen Ablagerungen zu entfernen, sollte die Seide noch einmal komplett ohne Waschmittel gewaschen und beim letzten Spülgang mit Essig durchgespült werden. In aller Regel sollten die Ablagerungen danach verschwunden sein.

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