Anleitung: Grußkarten mit Seidengarn besticken

Anleitung: Grußkarten mit Seidengarn besticken 

Seide ist ein tolles Material, aus dem sich viele wunderbare Dinge anfertigen lassen. Von Kleidungsstücken über Accessoires bis hin zu Wandbildern und Heimtextilien ist alles möglich. Aber Seide eignet sich sehr gut auch für edle und ausgefallene Bastelarbeiten.

Ein Beispiel hierfür sind Grußkarten, die mit einem gestickten Motiv aus Seidengarn verziert sind.

 

Und wie solche Grußkarten angefertigt werden, erklärt die folgende Anleitung:

 

Grußkarten mit Seidengarn besticken – die benötigten Materialien

  • ·         Seidengarn
  • ·         Nadel
  • ·         1 Blatt Papier für die Schablone
  • ·         Bleistift und Lineal
  • ·         Tonpapier
  • ·         Klebeband
  • ·         Schwammtuch als Unterlage
  • ·         Tonkarton, farbiges Papier, Seidenpapier, Seide und andere Materialien für die Grußkarte

 

Grußkarten mit Seidengarn besticken – so geht’s

 

1. Schritt: eine Schablone anfertigen

Grundsätzlich könnte auf eine Schablone verzichtet werden, denn wer den Dreh einmal raus hat, kann die Sticklöcher auch frei Hand in das Tonpapier stechen. Allerdings bietet eine Schablone ein paar Vorteile. Der erste Vorteil besteht darin, dass so auf dem Tonkarton nur das eigentliche Motiv gearbeitet wird. Hilfslinien müssen nicht aufgezeichnet werden und versehentliche Knicke oder Abdrücke von schwitzigen Fingern werden vermieden.

Der zweite Vorteil ist, dass das Motiv schön gleichmäßig wird, während auf der Schablone nach Herzenslust herumexperimentiert und korrigiert werden kann. Hinzu kommt, dass die Schablone die Arbeit einfacher macht und beschleunigt. Außerdem lässt sich die Schablone immer wieder verwenden, was vor allem dann ein Vorteil ist, wenn ein Grußkartenmotiv mehrfach angefertigt werden soll.

Für die Schablone wird das gewünschte Motiv schematisch auf ein Stück Papier aufgezeichnet. In unserem Beispiel haben wir uns für ein viereckiges Gebilde entschieden:

[Foto Sticken1]

Seide sticken

Das Schema für dieses Motiv ist ein einfaches Kreuz. Auf die Linien des Kreuzes werden in gleichmäßigem Abstand zueinander Punkte gesetzt. Jeder Punkt steht für ein Loch, durch das später das Seidengarn geführt wird. Die Anzahl der Punkte bestimmt über die Größe des Motivs, die Abstände zwischen den Punkten entscheiden über die Dichte der Stickerei. Sind alle Punkte markiert, werden sie mit der Nadel nachgearbeitet, indem die Nadel an den jeweiligen Punkten in das Papier gepiekst wird und ein kleines Loch zurücklässt.

 

2. Schritt: das Motiv übertragen

Nun wird das Motiv auf das Tonpapier übertragen. Dazu wird die Schablone auf das Tonpapier aufgelegt. Wer möchte, kann sie mit einem kleinen Klebstreifen befestigen, damit sie nicht verrutscht. Dann wird die Nadel Loch für Loch durch die Schablone und das Tonpapier gestochen.

Hilfreich dabei ist, das Tonpapier samt Schablone auf einem sauberen und trockenen Schwammtuch, einem Stück Moosgummi oder einer ähnlichen Unterlage abzulegen.

So können die Löcher nämlich bequem eingestochen werden, ohne zu riskieren, sich in den Finger zu pieksen oder die Arbeitsfläche zu beschädigen. Sind alle Sticklöcher übertragen, wird die Schablone abgenommen. Sollte der Klebestreifen beim Abziehen Spuren hinterlassen, wird diese Seite des Tonpapiers einfach als Rückseite verwendet.

 

3. Schritt: das Motiv mit Seidengarn sticken

Sind die Sticklöcher vorbereitet, kann das Sticken beginnen. Dafür wird der Seidenfaden auf die Nadel aufgefädelt. Je nach Stärke des Fadens und natürlich Geschmack kann der Faden entweder einfach oder doppelt genommen werden.

Unser Motiv wird in vier Teilen gestickt, wobei jeweils die beiden Linien, die im rechten Winkel aufeinandertreffen, ein Element ergeben. Die Reihenfolge beim Sticken zeigt die Grafik:

[Grafik Sticken2]

Sticken 2

Für das erste Element wird die Nadel von der Rückseite aus nach vorne durch das erste Loch (1) gestochen. Dann geht es auf der Vorderseite zum zweiten Loch (2). Hier wird die Nadel von vorne nach hinten durchgeführt und durch das dritte Loch (3) hindurch wieder auf die Vorderseite geholt. Anschließend wird die Nadel zum vierten Loch (4) geführt, von vorne nach hinten durchgeschoben und durch das fünfte Loch (5) erneut nach vorne geholt.

So wird nun immer weitergearbeitet, bis alle Löcher bestickt sind. Nach und nach wird dabei auch das erste Element sichtbar. Die drei anderen Elemente des Motivs werden genauso gestickt.

Tipps: Damit sich das Garn beim Sticken nicht verheddert oder unschöne Knoten entstehen, sollte das Seidengarn nicht zu lang sein. Die Enden können einfach mit etwas Klebeband auf der Rückseite fixiert werden, wenn ein neuer Faden angesetzt wird. Die Rückseite ist auf der fertigen Karte nämlich ohnehin nicht mehr zu sehen.

 

4. Schritt: das Motiv auf einer Grußkarte platzieren

Ist das Seidengarnmotiv fertig, kann das Tonpapier noch etwas zurechtgeschnitten und anschließend auf eine Grußkarte aufgeklebt werden. Dabei kommt das Stickmotiv auf einer eher schlichten Grußkarte besonders gut zur Geltung, zumal es ja auch das Hauptelement sein soll. Für eine solche Grußkarte kann beispielsweise ein einfacher Tonkarton zu einer Klappkarte zusammengefaltet werden.

Auf die Vorderseite wird dann ein Stück farbiges Papier, etwas Seidenpapier oder auch ein breiterer Streifen Seide aufgeklebt. Darauf wiederum wird das Stickmotiv positioniert. Zum Schluss kann noch das Thema der Karte oder ein kurzer Gruß (z.B. Zum Geburtstag, Einladung, o. Ä.) auf die Karte geschrieben werden und schon ist eine originelle Grußkarte fertig.

Wir haben uns in unserer Anleitung für ein einfaches Motiv entschieden, das universell eingesetzt werden kann. Nach dem gleichen Prinzip können aber natürlich auch verschiedenste andere Motive gestaltet werden. Wird das Kreuz beispielsweise um eine diagonale Linie erweitert, entsteht als Stickbild ein sechszackiger Stern.

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