Anleitung für ein Seidentuch – einfach, aber wunderschön!

Anleitung für ein Seidentuch – einfach, aber wunderschön!

 

Die Seidenmalerei blickt auf eine schon sehr lange Geschichte zurück. Genauso wie die Seide selbst stammt auch das Malen auf Seide ursprünglich aus China. Später gelangte die Seidenmalerei nach Frankreich, wo sie eine große Blütezeit erlebte. Allerdings waren die Maltechniken auf Seide aufwändig und schwierig umzusetzen.

Deshalb geriet die Seidenmalerei fast wieder in Vergessenheit. Erst als vor einigen Jahrzehnten Seidenmalfarben entwickelt wurden, die auch der Hobby-Maler problemlos handeln kann, erlebte die Seidenmalerei ihr großes Comeback. Heute hat die Seidenmalerei ihren festen Platz im kreativen Kunst- und Hobbybereich gefunden.

Nun ist aber nicht jeder der geborene Maler und Zeichner. Mit Konturenmitteln und anderen Medien kann zwar auch der weniger geübte Maler tolle Muster und Motive gestalten. Aber es müssen gar nicht immer bildliche Motive sein.

Dass sich auch mit ganz einfachen Techniken wunderschöne Seidentücher gestalten lassen, beweist die folgende Anleitung. Hier wird die Seide abgelehnt an die Aquarellmalerei bemalt und für zusätzliche Effekte mit Salz bestreut. Besonderes Maltalent ist dafür nicht notwendig!:

 

Die benötigten Materialien

·         Seidentuch oder Seidenschal aus Pongeseide Nr. 4, 5 oder 9

·         bügelfixierbare Seidenmalfarben in zwei bis drei verschiedenen Farbtönen

·         Pinsel zum Auftragen der Seidenmalfarben; ideal geeignet sind Aquarellpinsel in zwei, drei verschiedenen Stärken (z.B. Nr. 3, 6 und 10)

·         normales, haushaltsübliches Salz in grober und/oder feiner Körnung

·         Folie und Klebeband zum Abdecken der Arbeitsfläche

·         Essig zum Auswaschen der Seide

·         altes Geschirrtuch und Bügeleisen zum Fixieren der Farben

 

Die Anleitung für das Seidentuch

 

1. Schritt: die Arbeitsfläche vorbereiten

Das Seidentuch wird im nassen Zustand gestaltet. Damit die Arbeitsfläche durch die Feuchtigkeit keinen Schaden nimmt und nicht versehentlich mit einfärbt wird, sollte sie deshalb gut abgedeckt werden. Am besten eignet sich eine stabilere Malerfolie. Die Malerfolie wird glatt auf der Arbeitsfläche ausgelegt und mit ein paar Streifen Klebeband fixiert. Ist die Arbeitsfläche sicher geschützt, werden die Farben, die Pinsel und das Salz bereitgestellt. Dann kann es mit der Gestaltung des Seidentuchs losgehen!

 

2. Schritt: das Seidentuch bemalen

Das Seidentuch wird zuerst in sauberes Wasser getaucht. Dann wird das nasse Seidentuch locker auf die Arbeitsfläche gelegt. Nun kann die Seide an einigen Stellen zu kleinen Zipfeln zusammengedreht werden. Der Rest des Tuchs wird locker zusammengeschoben, so dass unregelmäßige Falten entstehen.

Jetzt kommen die Farben ins Spiel. Wie viele und welche Farben verwendet werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Auch mit einer Farbe lassen sich schon sehr schöne Effekte erzielen. Besser sieht es aber aus, wenn zwei oder drei Farben miteinander kombiniert werden. Viel mehr als drei Farben sollten es allerdings nicht unbedingt sein, denn sonst könnte das Tuch zu unruhig wirken.

Um die Farben aufzutragen, wird der Pinsel in eine Farbe eingetaucht und dann an der gewünschten Stelle locker über die Seide gezogen oder aufgetupft. Da der Stoff nass ist und auch die Seidenmalfarben flüssig sind, verläuft die Farbe und bildet batikähnliche, aquarellartige Muster. Wird mit mehreren Farben gearbeitet, beginnt der Farbauftrag mit dem hellsten Farbton und endet mit dem dunkelsten Farbton. Tolle Effekte entstehen übrigens, wenn die Farben mit Pinseln in unterschiedlichen Stärken aufgebracht werden. Dabei kann das Seidentuch nahezu komplett bemalt oder nur an einigen Stellen eingefärbt werden.

 

3. Schritt: das Seidentuch mit Salz bestreuen

Das fertig bemalte und noch nasse Seidentuch wird jetzt mit Salz bestreut. Für die Salztechnik kann feines oder grobes Salz verwendet oder beide Salzarten können miteinander kombiniert werden. Je feiner das Salz ist, desto filigraner sind die Effekte, während grobes Salz für größere Effektverläufe sorgt. Grobe Salzkörner sollten deshalb nur vereinzelt und mit größeren Abständen zueinander auf dem Tuch verteilt werden. Feines Salz kann einfach direkt aus dem Salzsteuer auf das Tuch gestreut werden. Insgesamt sollte aber nicht zu viel Salz verwendet werden, das Tuch sollte auf keinen Fall komplett mit Salz bedeckt sein.

Das Tuch bleibt nun so liegen, bis es trocken ist. Ein Großteil des Salzes wird sich dabei auflösen. Ist das Seidentuch trocken, müssen die Salzreste vollständig entfernt werden. Andernfalls könnten Löcher entstehen, wenn das Tuch zum Fixieren der Farben gebügelt wird.

 

4. Schritt: die Seidenmalfarben fixieren

Ist das Seidentuch trocken und von allen Salzresten befreit, werden die Seidenmalfarben fixiert. Dazu wird das Seidentuch mit einem alten Geschirrtuch abgedeckt. Anschließend wird das Tuch gute 5 Minuten lang auf höchster Stufe gebügelt. Die hohe Temperatur und die recht lange Bügelzeit sind notwendig, um die Farben sicher zu fixieren. Damit die Seide keinen Schaden nimmt, sollte sie aber unbedingt mit einem Geschirrtuch als Schutz abgedeckt werden!

Nach dem Bügeln wird das Seidentuch in ein Bad aus handwarmem Wasser mit einigen Spritzern Essig gegeben. In diesem Bad werden überschüssige Farbreste ausgewaschen. Der Essig schützt die Farben und verstärkt ihre Leuchtkraft. Das ausgewaschene Seidentuch wird dann vorsichtig ausgewrungen, getrocknet und glattgebügelt.

Damit ist das Seidentuch fertig!

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